Das Amt Lichtenau war bis 1974 ein Amt im ostwestfälischen Kreis Büren in Nordrhein-Westfalen. Seine historischen Vorgänger waren das gleichnamige Amt im Hochstift Paderborn sowie der Kanton Lichtenau.

Vorgeschichte Das Amt Lichtenau im Hochstift Paderborn Das erste Amt Lichtenau war vom ausgehenden Mittelalter bis zu den Napoleonischen Kriegen eine Verwaltungseinheit im Hochstift Paderborn. Es war Teil des Unterwaldischen Distrikts des Hochstifts. Im Amt lebten zum Ausgang des 18. Jahrhunderts etwa 3000 Menschen an 566 Feuerstellen. An seiner Spitze stand ein adeliger Drost, im 18. Jahrhundert Caspar Moritz von Haxthausen und von 1787 bis 1802 sein Sohn Werner Adolph von Haxthausen.

Das Amt umfasste die Stadt Lichtenau sowie die Orte Asseln, Ebbinghausen, Grundsteinheim, Hakenberg, Holtheim und Iggenhausen.

Der Kanton Lichtenau Nachdem das Gebiet des Hochstifts 1807 an das Königreich Westphalen gefallen war, wurden neue Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild geschaffen; meistens ohne Berücksichtigung historischer Gebietsgrenzen. Zum Kanton Lichtenau gehörten die Städte Kleinenberg und Lichtenau sowie die Gemeinden Asseln, Ebbinghausen, Grundsteinheim, Hakenberg, Herbram, Holtheim und Iggenhausen. Im Jahre 1810 hatte der Kanton Lichtenau 3979 Einwohner. Der Kanton gehörte zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda des Königreichs und fiel 1813 an Preußen. 1816 wurden der Kanton dem neuen Kreis Büren zugeschlagen und bestand in diesem als Verwaltungsbezirk fort.Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 177 Auch in den Folgejahren wurde der Verwaltungsbezirk manchmal noch als Kanton bezeichnet.Amtsblatt der Regierung Minden 1840, S. 239

Das Amt Lichtenau im Kreis Büren

Im Rahmen der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurden aus den unterhalb der Kreisebene bestehenden Verwaltungsbezirken, sofern es sich nicht um Städte gemäß der revidierten Städteordnung handelte, Ämter gebildet. Im Kreis Büren wurde dadurch aus dem Kanton Lichtenau das Amt Lichtenau. Zum Amt gehörten alle Gemeinden des alten Kantons Lichtenau. Die folgenden Daten stammen vom 31. Dezember 1973: Asseln: 377 E, 11 km², 328 m ü. NN Ebbinghausen: 150 E, 4 km², 207 m ü. NN Grundsteinheim: 378 E, 10 km², 240 m ü. NN Hakenberg: 241 E, 8 km², 363 m ü. NN Herbram: 877 E, 17 km², 277 m ü. NN Holtheim: 825 E, 16 km², 336 m ü. NN Iggenhausen: 161 E, 5 km², 270 m ü. NN Kleinenberg, Stadt: 1.227 E, 24 km², 335 m ü. NN Lichtenau, Stadt: 1.581 E, 33 km², 305 m ü. NN

Durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1974 aufgelöst. Alle Gemeinden wurden Stadtteile der vergrößerten Stadt Lichtenau.

Literatur Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Kreisverwaltung Büren (Hg.), Paderborn 1974, ISBN 3-506-73840-2.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle 1818 4217 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1843 5595 1871 4842 1910 4574 1939 4554 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1966 1950 6397 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 5540 1970 5786

Einzelnachweise

Lichtenau Kategorie:Geschichte (Kreis Paderborn) Kategorie:Lichtenau (Westfalen) Kategorie:Hochstift Paderborn Lichtenau Kategorie:Aufgelöst 1974