mini|hochkant|Iwan Setschenow (nach 1900) Iwan Michailowitsch Setschenow (, wiss. Transliteration Ivan Michajlovič Sečenov; * in Tjoply Stan, Gouvernement Simbirsk (heute Setschenowo, Oblast Nischni Nowgorod); † in Moskau) war ein russischer Physiologe.
Leben Iwan Setschenow war 1848 Absolvent der Militär-Ingenieurschule der russischen Armee in Sankt Petersburg. Er studierte von 1850 bis 1856 Medizin an der Moskauer Universität. Anschließend arbeitete er von 1856 bis 1860 im Ausland: in Berlin bei Johannes Müller, Emil du Bois-Reymond und Hermann von Helmholtz, in Leipzig bei Felix Hoppe-Seyler und anderen sowie in Wien bei Carl Ludwig, später auch bei Claude Bernard in Paris. Promoviert wurde Setschenow 1860 in Sankt Petersburg, wo er dann an der Medizinisch-Chirurgischen Akademie Physiologie unterrichtete. Er habilitierte 1861 und wurde 1869 zum korrespondierenden Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften gewählt. 1904 wurde er Ehrenmitglied der Akademie. Setschenow war ab 1870 Professor in Odessa, ab 1876 in Sankt Petersburg und ab 1888 in Moskau.
Iwan Setschenow gehört zu den Mitbegründern der russischen Physiologenschule. Sein Forschungsgebiet war vor allem die Neurophysiologie. Er bemerkte als erster die reflexhemmende Wirkung bestimmter Hirnzentren (Reflextheorie) und gilt als Begründer der objektiven Psychologie. Setschenow lieferte außerdem Arbeiten zur Blutgasanalyse und zur Elektrophysiologie. Seine Reflexlehre wurde von seinem Schüler Iwan Petrowitsch Pawlow weiter ausgebaut.Peter Schneck: Iwan Michajlowitsch Setschenow, in: Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert, 3. Aufl. 2006 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York S. 300+301. doi:10.1007/978-3-540-29585-3.
Ehrungen Nach Setschenow sind unter anderem seit 1945 sein Geburtsort, seit 1955 die heutige Erste Staatliche Medizinische Setschenow-Universität Moskau, seit 1970 der Mondkrater Sechenov und seit 1989 der Asteroid (5234) Sechenov (jeweils gemäß der englischen Transkription des Namens) benannt.
Werke Ueber die elektrische und chemische Reizung der sensiblen Rückenmarksnerven des Frosches. Leuschner & Lubensky, Graz 1868, Physiologische Studien über die Hemmungsmechanismen für die Reflexthätigkeit des Rückenmarks im Gehirne des Frosches. Hirschwald, Berlin 1863, .
Literatur Lexikon der Naturwissenschaftler. Berlin 2004. Peter Schneck: Setschenow, Iwan Michailowitsch. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1323.
Einzelnachweise
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Kategorie:Humanphysiologe Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Militärischen ingenieurtechnischen Universität Kategorie:Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Person als Namensgeber für einen Mondkrater Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1829 Kategorie:Gestorben 1905 Kategorie:Mann