Der Fußballclub Eintracht Norderstedt von 2003 e. V. (kurz Eintracht Norderstedt oder EN genannt) ist ein deutscher Fußballverein aus der schleswig-holsteinischen Stadt Norderstedt. Der Verein wurde im Jahre 2003 als Nachfolgeverein der Fußballabteilung des 1. SC Norderstedt gegründet. Eintracht Norderstedt ist ein reiner Fußballverein, andere Sportarten werden im Verein zugunsten des Breitensportvereins 1. SC Norderstedt nicht ausgeführt.

Norderstedt trägt seine Heimspiele im Edmund-Plambeck-Stadion aus. Trotz Zugehörigkeit der Stadt zu Schleswig-Holstein gehört Eintracht Norderstedt dem Hamburger Fußball-Verband an und spielt seit 2013 in der Regionalliga Nord – nach dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli ist die Eintracht damit seitdem der stärkste Verein im HFV.

Vereinsgeschichte SV Eintracht Garstedt mini|150px|Wappen von Eintracht Garstedt Am 1. November 1945 wurde im aufstrebenden Dorf Garstedt (zum damaligen Zeitpunkt existierte die Stadt Norderstedt noch nicht) der SV Eintracht Garstedt gegründet. Am Anfang spielte der Hamburger Vorstadtclub noch in den unteren Ligen Hamburgs, ehe 1947, schon zwei Jahre nach der Gründung, mit Unterstützung von Spielern aus dem benachbarten Bönningstedt/Rugenbergen der Aufstieg in die dritthöchste deutsche Liga glückte. Dort schaffte Eintracht auf Anhieb den achten Platz (unter zehn Mannschaften) in der 1.Klasse / Hansa (vergleichbar der späteren Bezirksklasse) und wurde zur folgenden Saison in die parallele Hammonia-Staffel geschoben; für den Klassenerhalt hätte es im Endeffekt aber sowieso gereicht, da aus sämtlichen vier Staffeln in der Saison 1947/48 niemand abstieg. Nachdem der SV Rugenbergen nach dem Krieg den Spielbetrieb wieder aufnahm, wechselten die Spieler aus Bönningstedt/Rugenbergen zurück in ihren Heimatort. Durch die zahlreichen Abgänge geschwächt stieg Garstedt ein Jahr später in die neue Kreisklasse ab.

Fortan war von Eintracht kaum noch etwas zu hören; in den nächsten neun Jahren spielte der Verein wieder in unterklassigen Ligen. Der lang ersehnte Aufstieg gelang dann im zehnten Jahr nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse. Die mittlerweile Verbandsliga heißende Liga war für Garstedt ein willkommenes Pflaster. In den ersten drei Saisons erreichte man jeweils respektable Plätze (1962 gelang mit Platz sieben die beste Platzierung in der Geschichte Garstedts), und auch als es 1962/63 eng wurde, blieb der SVE über dem Strich. Im Zuge der Gründung der Bundesliga war die Liga ab 1963 nur noch viertklassig. Eintracht Garstedt indes schaffte auch 1964 den Klassenerhalt, doch der Staffelwechsel, wonach man in der Saison 1964/65 nicht mehr in der Hammonia-Staffel, sondern in der Germania-Staffel antrat, erwies sich als sportlicher Fehlschlag. In der neuen Liga mit neuen Gegnern kam Garstedt zu keiner Zeit der Saison klar und musste damit zum zweiten Mal aus der zweithöchsten Hamburger Spielklasse absteigen.

1971/72 hatte der Verein dann endlich wieder seinen Auftritt in der vierten Liga, die diesmal unter dem Namen Amateurliga Hamburg bekannt war. Mit Platz zwölf konnte der Abstieg knapp verhindert werden. Allerdings sollte das auch die letzte Saison des SVE sein: 1970 haben sich die drei Dörfer Harksheide, Friedrichsgabe und Glashütte mit Garstedt zusammengetan, um die Stadt Norderstedt zu gründen. Am 7. Februar 1970 wurde der 1. SC Norderstedt zunächst als reiner Tanzsportverein gegründet. Am 1. Juli 1972 wurde Eintracht Garstedt in den Verein, der nach eigenen Aussagen höherklassiger als nur im Amateurfußball spielen wollte, eingegliedert, der 1. SCN übernahm seine Sportanlage und dessen Startplatz in der Amateurliga.

1. SC Norderstedt mini|150px|Wappen von 1. SC Norderstedt Nachdem sich also am 1. Juli 1972 Eintracht Garstedt mit dem 1. SC Norderstedt zusammenschloss, startete der SCN nicht in der untersten Spielklasse, sondern in der Amateurliga. Erster Präsident des Vereins wurde Edmund Plambeck, der dem Stadion später auch den Namen gab. In der ersten Saison wiederholte Norderstedt Garstedts letzte Platzierung und lief als Zwölfter ein. In den folgenden drei Jahren verpasste der 1. SCN jeweils nur knapp den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse, im fünften Jahr sollte dann aber endlich der Aufstieg in die höchste Hamburger Spielklasse, der Landesliga, gelingen.

Dort hielt sich der SCN aber nur zwei Jahre, nach der Spielzeit 1978/79 musste man wieder aus der Verbandsliga, wie die Liga zu dieser Saison umbenannt wurde, absteigen. In der, nun Landesliga genannten, zweiten Hamburger Klasse war Norderstedt bis zu ihrem Wiederaufstieg 1984 immer in der Spitzengruppe vertreten, verpassten aber jeweils um höchstens zwei Plätze den Aufstieg. Nach einem vierten, zwei dritten und einem zweiten Platz im Endklassement konnte in der fünften Saison nach dem Abstieg aus der Verbandsliga diese endlich wieder erreicht werden. Diesmal wurde diese nur als Zwischenstation angesehen. Hatte in der ersten Saison in der höherklassigen Liga noch der Klassenerhalt höchste Priorität, gelang 1985/86 der Coup, als Norderstedt Vizemeister hinter den Amateuren des HSV wurde. Auch in der darauffolgenden Saison gelang dem Club die Vizemeisterschaft der Verbandsliga und diesmal gelang damit auch der Aufstieg in die erste überregionale Liga.

1987/88 spielte der 1. SC Norderstedt erstmals gegen Vereine aus Braunschweig, Bremen, Kiel und anderen norddeutschen Städten. Am Ende stand in der Oberliga Nord der 15. Platz, mit dem Norderstedt die Klasse halten konnte. In den anschließenden Spielzeiten robbte sich der Verein immer näher an die Spitzenposition. Nach Platz neun 1989, stand man 1992 in der Endtabelle schon auf dem vierten Platz, nachdem sich in jedem Jahr der Verein um ein bis zwei Plätze verbessert hat. 1992/93 gelang hinter dem VfL Herzlake der zweite Platz. Damit gelang dem 1. SC Norderstedt auch zum ersten und einzigen Mal die Aufmerksamkeit in ganz Deutschland auf sich zu lenken. Der zweite Platz brachte dem SCN die Teilnahme an der Qualifikation zur 2. Bundesliga: Gegen den TSV 1860 München, dem SSV Ulm 1846 und den Kickers Offenbach konnte Norderstedt zwar kein Spiel gewinnen, dennoch war es eine große Erfahrung für die Spieler und den Verein, besonders beim 2:2 gegen 1860 überraschte der SC.

Zwar verpasste der 1. SC Norderstedt damit den Sprung in die 2. Bundesliga, dennoch sorgte der Verein für Aufsehen. Zudem bestand die Aussicht, in der darauffolgenden Saison unter den 14 Vereinen zu stehen, die den Einzug in die neu gegründete Regionalliga schaffen sollten. Doch der SC Norderstedt verschätzte die Ausgangsposition total. Am Ende der Saison stand Norderstedt auf dem 15. Platz, war einer von nur zwei Vereinen, die den Sprung in die Regionalliga nicht schafften. Ein Punkt fehlte am Ende der Saison für den rettenden 14. Platz, ohne diesen der SCN in der aufgeteilten Oberliga bleiben musste. In der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein belegte der Verein schlussendlich aber einen Aufstiegsplatz, um in die Regionalliga Nord ein Jahr verspätet aufzusteigen.

In der Regionalliga Nord, die zu der Zeit noch die gleiche Ausdehnung hatte wie die bis 2008 existierende Oberliga Nord, spielte Norderstedt in der Regel im unteren Mittelfeld der Tabelle. Ausnahmen waren die Saison 1996/97 mit Platz sieben und ein Jahr später der knappe Klassenerhalt mit Platz 16, der nur dank der Lizenzentnahme des VfL 93 Hamburg gelang. Größte Erfolge in dieser Zeit waren die beiden Pokalsiege in Hamburg 1995 (5:4 nach Elfmeterschießen gegen den FC St. Pauli II) und 1999 (2:1 nach Verlängerung gegen den Hamburger SV II). Im DFB-Pokal scheiterte der SCN aber jeweils früh im Wettbewerb. 1995/96 unterlag man der SG Wattenscheid 09 mit 0:1, 1999/2000 dem VfB Stuttgart in der 2. Runde (Norderstedt hatte in der 1. Runde ein Freilos) mit 0:3.

1999 belegte der SCN einen respektablen zwölften Platz, da allerdings die Regionalliga Nord mit der Regionalliga Nordost und zum Teil auch der Regionalliga West/Südwest fusionierten, würden zur Saison 2000/01 nur die ersten sechs Vereine der letztjährigen Regionalliga-Nord-Saison teilnehmen. Am Ende reichte es erwartungsgemäß nicht, 24 Punkte fehlten für den Verbleib in der Regionalliga, sodass der 1. SC Norderstedt abermals in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein absteigen musste. Insgesamt 185 Tore schoss Norderstedt in den beiden Folgesaisons, ohne jedoch den Regionalliga-Aufstieg zu schaffen. Vor der Saison 2002/03 wurde die Mannschaft während der Vorbereitung auf die neue Saison vom Vereins-Präsidium zurückgezogen, stand als erster Absteiger fest und wurde an die letzte Stelle gestellt, während die anderen Mannschaften die Saison normal bestreiten durften.

Als die Saison 2003 beendet wurde, wurde beschlossen, die Fußballabteilung auf Grund fehlender finanzieller Mittel des 1. SC Norderstedt aus dem Verein herauszulösen und in einen neuen Verein zu überführen. Die anderen Sportarten im Verein wurden nach wie vor belassen. Mit der Gründung des FC Eintracht Norderstedt von 2003 e. V. war das Kapitel der Fußballabteilung des 1. SCN endgültig beendet. Das Stadion und die Fußballanlage wurden Eintracht übertragen. Da die zweite Mannschaft des SCN die Saison 2002/2003 regulär beendete, jedoch aus der Bezirksliga Nord in die Kreisliga abstieg, konnte Eintracht Norderstedt zwar deren Startplatz übernehmen, startete allerdings nur in der Kreisliga Hamburg 7.

FC Eintracht Norderstedt 2003 Der neu gegründete FC Eintracht Norderstedt startete zur Saison 2003/04 in der Kreisliga Hamburg 7 (8. Liga) und hatte keinerlei Probleme, die Meisterschaft zu gewinnen. Erster Trainer der Mannschaft war Uli Schulz, der den Verein bis zur Saison 2005/06 trainierte. Am Ende der Saison standen 23 Siege nur zwei Niederlagen gegenüber, mit 70 von 78 möglichen Punkten marschierte Eintracht Norderstedt in die Bezirksliga. Die Saison 2004/05 endete ähnlich für Eintracht, diesmal in der Bezirksliga Hamburg Nord: Mit 28 Punkten Vorsprung gewann Norderstedt die Ligameisterschaft; der Aufstieg stand schon am 23. Spieltag fest. Erneut gab es nur zwei Niederlagen.

mini|Ralf Schehr 2005/06 spielte Eintracht Norderstedt in der Landesliga Hansa, in der mit dem SV Curslack-Neuengamme erstmals über die gesamte Länge einer Saison eine Mannschaft mit Norderstedt mithalten konnte. Zwar stand Norderstedt zur Halbserie auf dem ersten Rang, aber in der Rückserie verschlechterten sich die Leistungen und sie standen zwischenzeitlich nur auf dem vierten Rang. Nur dank der deutlich besseren Tordifferenz gelang Eintracht Norderstedt letztendlich die Meisterschaft vor dem punktgleichen SVCN.

In der Hamburg-Liga landete Eintracht als Aufsteiger mit Ralf Schehr als neuem Trainer enttäuschenderweise nur auf dem 11. Rang und musste zur Halbserie sogar noch um den Ligaverbleib zittern. Die Spielzeit 2007/08 begann für Norderstedt unter dem neuen Trainer Marco Krausz ebenfalls nicht zur vollen Zufriedenheit der Zuschauer und Verantwortlichen, endete jedoch mit einem versöhnlichen dritten Platz. Die gute Platzierung konnte EN jedoch in den Folgejahren nicht bestätigen; die folgenden Saisons wurden auf den Rängen acht, zehn und sechs beendet. Aufgrund dieser vergleichsweise schlechten Jahre musste auch Krausz Anfang 2010 seinen Hut als Eintracht-Trainer nehmen und wurde durch Andreas Prohn ersetzt. Mit Prohn begann vor allem die Spielzeit 2011/12 beeindruckend, so dass Eintracht in der Winterpause erstmals auf dem ersten Rang der Tabelle stand – durch die beschlossene Spielklassenreform sollte zudem in diesem Jahr endlich der Aufstieg in die Regionalliga anvisiert werden, welcher in den Vorjahren noch als finanziell unmöglich erachtet wurde. Allerdings misslang der Auftakt in die Rückrunde und der Verein gab bekannt, aus sportlichen Gründen vorerst nicht für die Regionalliga zu melden. Nach weiterhin anhaltenden schlechten Leistungen in der Liga wurde Prohn im März 2012 entlassen und durch Matthias Dieterich ersetzt.