Der Verein für die Geschichte Berlins e. V. wurde 1865 gegründet und ist der älteste Berliner Geschichtsverein. Bei der Institutionalisierung und Professionalisierung der Berliner Geschichtsschreibung und -wahrung agierte der Verein oft als maßgeblicher Impulsgeber. Von seiner Gründungsphase bis zum Ende des Kaiserreichs liest sich seine Mitgliederliste wie das „Who’s who“ des Berliner Besitz- und Bildungsbürgertums, heute ist er ein Querschnitt der Berliner Bevölkerung.Siehe Mitgliederlisten im Archiv des VfdGB... Bis heute ist der Verein mit über 700 Mitgliedern eine der größten Berliner Kulturorganisationen. Er fungiert zusätzlich als Landesverband des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland. (abgerufen am 10. Februar 2016). Seit 2018 vergibt er einen mit 4000 Euro dotierten Wissenschaftspreis.
Organisation und Aktivitäten Ziele Laut SatzungLaut Satzung vom 26. September 2005 (§ 2) hat der Verein ein sehr weit gestecktes Ziel:
Vorstand Der geschäftsführende Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem ersten und dem zweiten stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem stellvertretenden Schriftführer, dem Schatzmeister und dem stellvertretenden Schatzmeister. Der Gesamtvorstand besteht aus dem geschäftsführenden Vorstand sowie bis zu neun Beisitzern. Alle Vorstandsmitglieder werden auf die Dauer von zwei Jahren von der Mitgliederversammlung gewählt.Laut Satzung vom 26. September 2005 (§ 5)
Vorsitzende Dem Vorsitzenden kommt eine tragende Rolle zu, da er den Verein vertritt. Seit seiner Gründung hatte der Verein 17 Vorsitzende:
mini|Gründungsvorsitzender und Oberbürgermeister Berlins, Karl Theodor Seydel 1865–1867: Karl Theodor Seydel (1812–1873), Oberbürgermeister von Berlin 1862–1872 Karl Seydel wurde 1869 zum Ehrenvorsitzenden berufen. 1868–1878: Louis Schneider (1805–1878), Schauspieler und Schriftsteller 1879–1883: Karl Sachsse (1810–1891), Oberpostdirektor 1884–1891: Ernst Friedel (1837–1918), Jurist, Kommunalpolitiker und Gründer des Märkischen Museums und des Geschichtsvereins Brandenburgia 1892–1898: Bruno Reuter (1834–1898), Geheimer Staatsarchivar 1899–1916: Richard Béringuier (1854–1916), Jurist, Richter und Mitinitiator der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft 1916–1919: Georg Voß (1854–1932), Privatdozent an der Technischen Hochschule Berlin und Konservator der Kunstdenkmäler Thüringens 1919–1920: Adolf Zeller (1871–1946), Architekt und Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Berlin 1921–1930: Louis Noël (1855–1933), Oberst 1930–1945: Hermann Kügler (1889–1955), Studienrat und Schriftsteller 1949–1964: Kurt Landsberg (1892–1964), Oberstudiendirektor, Hochschulprofessor, Landespolitiker und Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses von 1957 bis 1958 1961–1967: Bruno Harms (1890–1967), Arzt und Hygieniker 1967–1978: Walter Hoffmann-Axthelm (1908–2001), Arzt und Medizinhistoriker 1978–1985: Gerhard Kutzsch (1914–2000), Direktor des Landesarchivs Berlin von 1965 bis 1979 1985–1999: Hermann Oxfort (1928–2003), Rechtsanwalt, Notar und Justizsenator und Bürgermeister von Berlin 1999–2005: Klaus Finkelnburg (1935–2026), Rechtsanwalt, Notar und 1. Präsident des Berliner Verfassungsgerichts seit 2005: Manfred Uhlitz (* 1956), Kunsthistoriker und Betreiber des Ausstellungs- und Besucherzentrums Glockenturm im Olympiapark Berlin Gesamtvorstand
Die Amtsperiode des im Mai 2023 gewählten Gesamtvorstands währte bis zur Mitgliederversammlung 2025.diegeschichteberlins.de: Der aktuelle Vorstand des Vereins mit Kontaktdaten Vorsitzender 1. Stellv. Vorsitzender 2. Stellv. Vorsitzender Schriftführer Stellv. Schriftführer Schatzmeister Stellv. Schatzmeister Beisitzer Manfred Uhlitz Claudia Melisch Martina Weinland Tanja Krajzewicz Ines Hahn Regina Preuß Michael Neubert Aexander Darda, Lutz Mauersberger, Tino Schuhmacher, Mathias C. Tank, Bruno Torres, Doris Tüsselmann, Dorothea Weltecke
Frühere Vorstandsmitglieder waren u. a. Uwe Schaper, Walther G. Oschilewski, Margarete Kühn, Kurt Pomplun, Sibylle Einholz, Jürgen Wetzel und Susanne Kähler.
Publikationen mini|hochkant|Erstausgabe im April 2015
Lose Schriften und Grüne Reihe In den ersten Jahren erschienen lose Schriften, die den Beginn der Berlinforschung des Vereins darstellen.Berlinische Chronik. Vom Jahre 1225 bis 1571 (publiziert von 1868 bis 1880), das Urkunden-Buch zur Berlinischen Chronik. 1232 bis 1550 (publiziert von 1869 bis 1880) und zwei bilderreiche Bände Vermischte Schriften im Anschlusse an die Berlinische Chronik und an das Urkundenbuch (publiziert 1888). Von 1865 bis 1940 publizierte der Verein zusätzlich 58 Ausgaben der Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins (sog. Grüne Hefte), die heute als Digitalisate auf der Website der Zentral- und Landesbibliothek Berlin abrufbar sind.Digitalisate der 58 Vereinsschriften bis 1940 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Reihe unregelmäßig fortgesetzt. 2015 erschien eine ausführliche Vereinschronik als Heft 65.
Mitteilungen
Die Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins erscheinen seit 1884; lediglich zwischen 1943 und 1964 sind sie nicht publiziert worden. Alle Ausgaben von 1884 bis 1943 wurden von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin digitalisiert und in der Digitalen Landesbibliothek Berlin der ZLB veröffentlicht.Digitalisate der Mitteilungen bis 1943 (abgerufen am 18. Juli 2016) Die Mitteilungen erscheinen viermal im Jahr und enthalten Vereinsnachrichten, Veranstaltungshinweise, Rezensionen, Würdigungen und Nachrufe der Mitglieder sowie Aufsätze zu historischen Themen.
Jahrbuch Der Bär von Berlin
Das Jahrbuch erschien erstmals 1951 als Ersatz für die Mitteilungen und ist heute das wissenschaftliche Aushängeschild des Vereins. Ab 1953 erhielt es seinen heutigen Namen Der Bär von Berlin – Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins. Die Autoren sind renommierte Fachleute aus unterschiedlichen berlinhistorischen Forschungsbereichen.
Zeitschrift Berliner Geschichte
Seit April 2015 erscheint die populärwissenschaftliche Zeitschrift Berliner Geschichte – Zeitschrift für Geschichte und Kultur unter der Herausgeberschaft des VfdGB, wobei der Elsengold Verlag die redaktionelle Verantwortung hat. Pro Ausgabe wird ein Themenschwerpunkt in etwa 5 Aufsätzen behandelt. Die Zeitschrift erscheint quartalsweise.https://berliner-geschichte.net/ueber-uns/ (abgerufen am 4. März 2016) Von Beginn an konnten renommierte Historiker und Fachleute für die Themenhefte gewonnen werden, darunter Hans-Ulrich Thamer, Manfred Stolpe, Helmut Börsch-Supan, Clemens Alexander Wimmer, Wolfgang Ribbe, Dorothee Haffner, Laurenz Demps, Rüdiger vom Bruch, Carlo Jordan, Wolfgang Wippermann, Rainer Rother, Sibylle Einholz, Claudia Melisch und Andreas Ulrich.
Website
Die Website wurde 1997 ins Leben gerufen und stellt mittlerweile mit fast 11.000 SeitenPrüfung via site:diegeschichteberlins.de am 21. August 2015. die größte aktiveDie Website des Luisenstädtischen Bildungsvereins hat über 45.000 Seiten, jedoch hat sich der Verein 2014 aufgelöst. Online-Plattform zur Berliner Geschichte dar. Im kostenlosen und frei zugänglichen Forum wurden seit 2005 fast 3000 Beiträge eingestellt.https://www.diegeschichteberlins.de/forum.html (abgerufen am 21. August 2015) Am 19. November 2014 wurde in Vorbereitung auf das 150-jährige Jubiläum ein Blog aufgebaut.https://www.diegeschichteberlins.de/blog.html?start=10Der erste Beitrag wurde anlässlich der Ehrenbürgerwürde für Bundespräsident Joachim Gauck online gestellt.
Fidicin-Medaille mini|hochkant|Ernst Fidicin, erster Träger und Namensgeber der Medaille
Die Fidicin-Medaille für Förderung der Vereinszwecke wird vom Verein für die Geschichte Berlins unregelmäßig seit 1872 verliehen. Mit der Auszeichnung werden „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Mitglieder, die sich um die Aufgaben des Vereins, insbesondere die Erforschung der Berliner Geschichte, verdient gemacht haben“ geehrt. (abgerufen am 21. August 2015).
Träger der Fidicin-Medaille (Auszug):
1872: Ernst Fidicin (1802–1883), Stadtarchivar 1884: Ernst Friedel (1837–1918), Stadtrat und Gründer des Märkischen Museums 1888: F. Albert Schwartz (1836–1906), Hoffotograf 1890: Adolf Matthias Hildebrandt (1844–1918), Professor und Heraldiker 1903: Paul Clauswitz (1839–1927), Stadtarchivar 1912: Rud. Albert Schwartz (1864–1920), Hoffotograf 1937: Ernst Kaeber (1882–1961), Stadtarchivdirektor 1938: Walther von Zur Westen (1871–1948), Senatspräsident 1974: Margarete Kühn (1902–1995), Direktorin Staatliche Schlösser und Gärten 1985: Gerhard Kutzsch (1914–2000), Landesarchivdirektor 1991: Ella Barowsky (1912–2007), Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Schöneberg 2000: Martin Sperlich (1919–2003), Direktor Staatliche Schlösser und Gärten 2004: Jürgen Wetzel (1938–2022), Landesarchivdirektor 2008: Helmut Börsch-Supan (* 1933), Kunsthistoriker und Museumsleiter 2019: Wolfgang Ribbe (1940–2021), Professor für die Geschichte von Berlin-Brandenburg
Veranstaltungen Der Verein für die Geschichte Berlins organisiert im Jahr über 30 Vorträge, Führungen und Veranstaltungen. Die Veranstaltungen sind im Regelfall kostenfrei und stehen auch Nichtmitgliedern zur Teilnahme offen. Monatlich werden Vorträge rund um die Berliner Geschichte im Berlin-Saal der Zentral- und Landesbibliothek gehalten. Zusätzlich organisiert der Verein (exklusive) Führungen in Berlin, oftmals in Kooperation mit anderen Organisatoren und Institutionen. Beispielsweise findet ein Industriekulturabend gemeinsam mit dem Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv statt. Um den Gründungstag, den 28. Januar, findet alljährlich der Neujahrsempfang im Wappensaal des Berliner Rathauses statt, die Jahreshauptversammlung tritt meistens im März zusammen.
Bibliothek Schon in den Gründungsjahren wurde der Plan, eine eigene Vereinsbibliothek anzulegen, in Angriff genommen. Anfangs verwahrte Ernst Fidicin, der auch zum Bibliothekar bestimmt wurde, die Bücher als Depositum im Berliner Stadtarchiv. 1871 gelangte der bis heute wertvollste Besitz, der sog. Sumarius, in den Besitz des Vereins. 1875 konnte der Verein erstmals eigene Räume im Deutschen Dom beziehen. In den folgenden Jahren erschienen in unregelmäßigen Abständen Bestandskataloge. Der Bestand wurde sukzessive stark vergrößert. 1920 wurde die Bibliothek aufgrund ihrer hohen Bedeutung für die Allgemeinheit vom Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung unter Schutz gestellt.„Verordnung über den Schutz von Denkmalen und Kunstwerken“ vom 8. Mai 1920 (Reichsgesetzblatt 1920, S. 913) Während des Zweiten Weltkriegs wurden Bücher in die Stadtbibliothek verbracht, der Großteil wurde jedoch bei den Luftangriffen auf den Deutschen Dom im November 1943 und Januar 1944 vernichtet. Heute befindet sich ein Teil der Altbestände im Besitz der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Der Wiederaufbau einer eigenen Bibliothek konnte durch einen einmaligen Zuschuss der Deutschen Klassenlotterie 1958 in die Wege geleitet werden. Heute befindet sich die Bibliothek in Räumen der Zentral- und Landesbibliothek. Die Bibliothek wird ehrenamtlich von Mitgliedern des Vereins betreut.Zur Geschichte der Bibliothek auf der Vereinswebsite (abgerufen am 4. März 2016)
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