mini|Apfel Renette mini|Glanz-Renetten, Engelbrecht 1889 Als Renette oder Reinette bezeichnet man eine Gruppe von Apfelsorten. Diese zeichnen sich durch dichtes, später markiges Fleisch aus, mit meistens kennzeichnendem Geschmack. Die Bezeichnung Renette stammt ursprünglich aus dem Französischen, wobei zunächst die Schreibweisen Rainette und Reinette verwendet wurden. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes ist unklar. Zum einen wird diskutiert, dass sich der Name vom Diminutiv des französischen Wortes reine (Königin) ableitet und sich auf den Geschmack der Reinetten bezieht, die früher als besonders edle Tafelobstsorten galten.Anke Heyen: La richesse de la pomone francaise – Französische Apfelnamen und ihre Motivation. Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, Bonn 2004, S. 108 Zum anderen wird auch eine Herleitung vom lateinischen Wort rana (Frosch, frz. rainette) vermutet, wobei ein Bezug zu der Schale der Renetten hergestellt wird, die oft durch auffällige Lentizellen gepunktet erscheint.Auguste Scheler: Kurzgefasstes etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache. Brüssel und Leipzig 1865, S. 162

In der historischen Literatur sind folgende Einteilungen vorgenommen worden (System nach Eduard Lucas, 1893): Rambourrenetten Einfarbige oder Wachsrenetten Borsdorferrenetten Rote Renetten Graue Renetten Goldrenetten

Diese Einteilung besitzt heute keine oder nur noch eingeschränkte Gültigkeit. Durch Züchtungsarbeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden viele andere Apfelsorten eingekreuzt, so dass dieses System in dieser Form nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Graue Renetten (englisch: Russet) weisen durch eine ausgeprägte und flächige Berostung, die oft die gesamte Frucht überzieht, eine bräunliche bis gräuliche Farbe sowie eine raue Oberfläche auf. Sie werden deshalb auch als (deutsch: Rostmantel), und (deutsch: Ledermantel) bezeichnet. Letztere Bezeichnung war zu Shakespeares Zeit bekannt, z. B. in Heinrich IV., Teil 2, wo Davy zu Bardolph sagt: . In der pharmazeutischen Terminologie der Frühen NeuzeitVgl. Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 146 (von corium „Leder“). hieß der Lederapfel in lateinischer Sprache Malus corius.

mini|300px|Reinette in einer Illustration von 1883

Sortenliste Name Bild Ananasrenette 150px Baumanns Renette 150px Biesterfelder Renette 150px Bodenfelder Renette Champagnerrenette 150px Coulons Renette 150px Cox Orangenrenette 150px Deutsche Goldrenette 150px Diels Renette Dietzer Goldrenette 150px Edelborsdorfer (Leipziger Renette, Reinette Batarde, Reinette d’Allemagne) 150px Engelsberger Renette 150px Französische Goldrenette Gaesdoncker Renette 150px Gelbe Sächsische Renette 100px Goldrenette Freiherr von Berlepsch 150px Goldrenette von Blenheim 150px Graue Herbstrenette 150px Graue Französische Renette 150px Harberts Renette 150px Hildesheimer Goldrenette 150px Himbeerrenette 150px Kanadarenette 150px Karmeliterrenette 150px Kasseler Renette 150px Landsberger Renette 150px Luxemburger Renette 150px Muskatrenette 150px New Yorker Renette 100px Orleansrenette 150px Oberdiecks Renette 150px Osnabrücker Renette 150px Ribston Pepping Englische Granatrenette, Travers Renette 150px Rote Sternrenette 150px Schöner aus Boskoop (Renette von Montfort) 150px Seebaer Borsdorfer (Fromms Goldrenette) Sertürner Renette Strauwalds neue Goldparmäne (Neue Goldparmäne) Wachsrenette Weiberrenette Zabergäurenette 150px Zimmt-Renette Zuccalmaglios Renette 150px

Siehe auch Calville Liste der Cox-Orange-Cultivare Parmäne Pepping-Äpfel

Weblinks

Einzelnachweise

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