Willy Zeyn (* 30. Juni 1876 als Wilhelm Zeyn in Wandsbek; † 9. August 1946 in München) war ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben Er besuchte die Realschule und eine Handelsschule, anschließend ließ er sich bis 1895 in Hamburg zum Schauspieler ausbilden. Dann spielte er auf verschiedenen Bühnen im In- und Ausland und gehörte mehreren Varietétruppen an.

1910 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er von Paul von Woringen als Filmregisseur entdeckt und gefördert wurde. Er arbeitete in Berlin für die Deutsche Mutoscop- und Biograph GmbH und inszenierte zahlreiche kurze Stummfilme im Stil der Anfangszeit des Kinos.

Zeyn beteiligte sich maßgeblich am Ausbau Berliner Filmstudios zu großflächigen Arealen. Bereits Mitte der 20er-Jahre war seine Zeit als Filmregisseur beendet und er zog sich nach München zurück. Dort wurde er nach seinem Tod auf dem Waldfriedhof bestattet. Sein Sohn ist der Filmeditor und Filmproduzent Willy Zeyn junior.

Filmografie 1911: Die falsche Banknote 1911: Ein guter Einfall 1912: Aus dem Scheunenviertel 1912: Um fremde Schuld 1912: Der Brief 1913: Die Jagd nach der Hundertpfundnote oder Die Reise um die Welt 1913: Verirrt vom Wege 1913: Der schwarze Diamant 1913: Das Geheimnis von Chateau Richmond 1913: Sacco, der Hungerkünstler 1914: Sturmzeichen – Ein Kriegsfilm (auch Drehbuch) 1914: Drei Zeichen am Kreuzweg 1914: Nelly 1914: Die Schleuse 1914: Der Traum einer Christnacht 1915: Kaliber fünf Komma zwei 1915: Der falsche Schein 1915: Das dunkle Schloß 1915: Arme Marie (Regiebeteiligung unsicher) 1915: Vaterliebe 1917: Der Schatz im Berge (auch Drehbuch) 1917: Ihr Sohn 1918: Die Tochter des Rajah (auch Drehbuch) 1918: Die Stunde der Vergeltung (auch Drehbuch) 1918: Nach zwanzig Jahren 1918: Die lachende Maske 1918: Der Prozeß Hauers 1919: Der Kampf um die Ehe (2 Teile) 1919: Das Geheimnis von Schloß Holloway 1920: Die Morphinistin 1920: Kaliber fünf Komma zwei (auch Drehbuch) 1920: Der Hund von Baskerville (mehrere Teile) 1920: Gentlemen-Gauner 1920: Die Spieler 1920: Der Kammersänger 1921: Der Passagier von Nr. 7 1921: Das Haus in der Weichselgasse 1921: Die Diktatur der Liebe, 1. Teil: Die böse Lust 1921: Die Diktatur der Liebe, 3. Teil: Das neue Paradies 1921: Der Tanz um Liebe und Glück (auch Drehbuch) 1922: Im Glutrausch der Sinne (2 Teile) 1924: Aus eigener Kraft

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 534.

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