Die Aussprache der englischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der englischen Sprache. Die Aussprache der englischen Sprache ist nicht überall dieselbe, denn es gibt diverse Varietäten, die zum Teil standardisiert wurden. Die wichtigsten Standardformen des Englischen sind Received Pronunciation (RP, Großbritannien), General American (GAm, Vereinigte Staaten von Amerika) und General Australian (GAu, Australien). In den meisten Belangen stimmt die Aussprache dieser Varietäten jedoch miteinander überein.

Phoneme Der Lautbestand des Englischen variiert. So werden einige Laute nicht in allen Varietäten gesprochen, z. B. [x] oder [ʍ]. Zudem gibt es einige Laute, die nur als Allophone auftreten. Sie kommen ebenfalls nicht in allen Mundarten vor (z. B. [ç] oder [ʔ]).

Bei den Vokalen gibt es beträchtliche regionale Unterschiede, so wird das ‚a‘ in ‚ask‘ (fragen) u. a. als [ɑː], [æˑ], [äː], [a], oder [ɛ] ausgesprochen, das ‚u‘ in ‚cut‘ (schneiden) u. a. als [ɐ], [ɜ], [ä], [ʌ], [ə], [ɔ] oder [ʊ].

Konsonanten +Konsonantische Phoneme des Englischen  BilabialLabio-dentalDentalAlveolarPost-alveolarRetroflexPalatalVelarGlottalNasal 3 3 3Plosiv Frikativ 1 1 Affrikate Approximant 2 1Lateral 2, 3

Dieses Phonem kommt nicht in allen Varietäten des Englischen vor Die genaue Aussprache kann variieren Diese Laute können in unbetonten Silben silbisch gesprochen werden.

Die Nasale /m/: z. B. man, dim. Wird vor labiodentalen Konsonanten als [ɱ] ausgesprochen (z. B. symphony). /n/: z. B. name, thin. Wird vor labiodentalen Konsonanten als [ɱ] ausgesprochen (z. B. influence). /ŋ/: z. B. bank, thing. Tritt nicht silbeninitial auf.

Die Plosive /p/: z. B. spill, plough. Wird silbeninitial als [pʰ] ausgesprochen (z. B. pan). Wird silbenfinal als [ˀp] ausgesprochen (z. B. dip). /b/: z. B. ban, bride, throb. /t/: z. B. steal, try. Wird silbeninitial als [tʰ] ausgesprochen (z. B. tan). Wird silbenfinal als [ˀt] ausgesprochen (z. B. debt). Wird vor /⁠ɹ⁠/ oft zu [t͡ʃ]. /d/: z. B. dove, dream, bad. Wird vor /⁠ɹ⁠/ oft zu [d͡ʒ]. /k/: z. B. skill, creep. Wird silbeninitial als [kʰ] ausgesprochen (z. B. cold). Wird silbenfinal als [ˀk] ausgesprochen (z. B. deck). /g/: z. B. gear, glow, dig. [ʔ]: z. B. uh-oh, Hawaiʻi. Der glottale Plosiv ist in einigen englischen Mundarten ein Allophon von /⁠p⁠/, /⁠t⁠/ und /⁠k⁠/ am Wortende, nach unbetontem Vokal oder vor betontem Vokal (dies schließt auch silbische /⁠l⁠/, /⁠m⁠/ und /⁠n⁠/ ein). Beispiel: button. Zudem kommt der Knacklaut in vielen (vor allem britischen) Mundarten als Grenze zwischen ähnlichen Vokalen (z. B. co-(ʔ)operation) oder zwischen einem Schwa und dem darauffolgenden Vokal (z. B. ultra(ʔ)ism) vor. Am Satzbeginn und bei einer besonders deutlichen und langsamen Aussprache gehen den Wörtern, die mit einem Vokal beginnen, ein Knacklaut voran (z. B. (ʔ)Attention!). Er tritt auch in Interjektionen auf (z. B. uh-(ʔ)oh) sowie bei authentischer Aussprache fremder Begriffe (z. B. Hawaiʻi oder (ʔ)autobahn). Der Knacklaut wird trotzdem nicht als phonemisch betrachtet und seine Existenz ist den meisten Sprechern nicht bewusst, da er nicht geschrieben wird (Ausnahmen können Satzzeichen wie Apostroph oder Bindestrich sein).

Die Frikative /f/: z. B. fan, from, laugh, phony. /v/: z. B. van, vroom, dive, of, wisent. /θ/: z. B. thorne, throw, bath, theatre. Wird von manchen Sprechern (nicht standardgemäß) als [f], [t̪] oder [h] ausgesprochen. /ð/: z. B. that, breathe, with. Wird von manchen Sprechern (nicht standardgemäß) als [v] oder [d̪] ausgesprochen. /s/: z. B. sane, step, pass. /z/: z. B. zone, seize, is. /ʃ/: z. B. ship, shrink, fish, nation. /ʒ/: z. B. vision, garage (GAm). Tritt nicht silbeninitial auf. /ç/: z. B. hue, Reich, Gemuetlichkeit. In fast allen Mundarten aus Vereinfachung von /hju:/ zu /ç(j)u:/ entstanden (in den übrigen Mundarten /hju:/ oder /ju:/). Tritt außerdem in Fremdwörtern auf (meist aber als [k] ausgesprochen). /x/: z. B. loch, ugh. Dieses nicht mehr produktive Phonem ist in den meisten Mundarten zu /f/ geworden oder verstummt. Es tritt in nativen Wörtern nur im schottischen Englisch auf. Außerdem kommt es in Fremdwörtern (z. B. patriarch im schottischen Englisch), Namen (z. B. Johann Sebastian Bach, Nikita Khrushchev) und Interjektionen (z. B. blech) vor. Ein Großteil der Englischsprecher hat Probleme mit diesem Laut und spricht ihn als /k/ oder /h/ aus. Wenn die originalgetreue Aussprache von Fremdwörtern angestrebt wird, tritt dieser Laut möglicherweise auch auf, z. B. bei Wörtern aus dem Spanischen (jalapeño), aus dem Deutschen (Sprachbund), Jiddischen (chutzpah), Hebräischen (Hannukah), Arabischen (sheikh) oder Russischen (Doukhobor). mini|H-dropping in englischen Dialekten /h/: z. B. hat. Dieser Laut tritt nur silbeninitial auf. Die einzigen möglichen Konsonantcluster sind /hjuː/ und /hw/, welche aber in den meisten Varietäten als /ç(j)uː/ bzw. /w/ ausgesprochen werden. Zwischen Vokalen wird /h/ oft als [ɦ] ausgesprochen.

In vielen englischen Dialekten wie dem Cockney wird das überhaupt nicht ausgesprochen. Dies wird als h-dropping bezeichnet.

Die Affrikaten /t͡ʃ/: z. B. chew, fetch, true (siehe /t/). Wird silbenfinal als [ˀt͡ʃ] ausgesprochen (z. B. fetch). /d͡ʒ/: z. B. jam, edge, dry (siehe /d/). Prinzipiell werden alle Konsonantencluster des Typs „Plosiv + Frikativ“ als Affrikate ausgesprochen (z. B. cats [kæt͡s]). Dies sind aber keine Phoneme.

Die zentralen Approximanten /ɹ/: z. B. run, bridge. Je nach Mundart kann /ɹ/ unterschiedlich ausgesprochen werden. Die häufigste Aussprachevariante ist ein postalveolarer Approximant [ɹ]. Weitere sind der retroflexe Approximant [ɻ], der alveolare Vibrant [r] oder der alveolare Tap [ɾ]. Der Einfachheit halber wird dieser Laut oft als /r/ notiert. In einigen wenigen Mundarten wird zwischen einem alveolaren und einem retroflexen /ɹ/ unterschieden: vgl. rap [ɹæp] und wrap [ɻæp] oder ring [ɹɪŋ] und wring [ɻɪŋ]. Man unterscheidet rhotische und nicht-rhotische Dialekte. Zu den rhotischen Dialekten gehören amerikanisches und schottisches Englisch, zu den nicht-rhotischen gehören britisches, australisches und südafrikanisches Englisch. In letzteren tritt /ɹ/ nicht silbenfinal auf (außer als linking R oder intrusive R.) Daher: bar wird in Amerika meistens [bɑ:ɹ] ausgesprochen, in England meistens [bɑ:] (aber: the bar of [ðə bɑ:ɹ ɒv], linking R). Siehe auch Rhotizität. /j/: z. B. year, new, bay, Hallelujah. Ein stets konsonantisches /j/ tritt nur silbeninitial und nicht in Clustern auf. Einige Diphthonge werden manchmal mit „j“ anstatt „ɪ“ analysiert: boy [bɔ͡ɪ] oder (selten [bɔj]). /ʍ/: z. B. whine. Tritt nur silbeninitial auf und nicht in Clustern. Eine alternative Analyse ist /hw/. Dieses nicht mehr produktive Phonem wird von den meisten Sprechern als /w/ ausgesprochen (wine-whine merger). /w/: z. B. wine, quite, now. Tritt konsonantisch nur silbeninitial auf. Es ist aber auch in Diphthongen anzutreffen, in denen es meist als ʊ notiert wird (z. B. house [haʊs] oder (selten) [haws]).

Der Rest /l/: z. B. long, clock. Steht mit [ɫ] in Allophonie. [ɫ]: z. B. call, bottle. Ein Allophon von /l/. Je nach Varietät wird [ɫ] unterschiedlich eingebracht (z. B. nur silbenfinal, immer, nie). [ɾ]: z. B. better, rider, get on. Das Zungenspitzen-R ist vor allem in amerikanischen und australischen Mundarten ein Allophon von /t/ und /d/, wenn sie sich zwischen Vokalen (einschließlich der silbischen Konsonanten [ɹ̩], [l̩] und [m̩]) befinden und die folgende Silbe unbetont ist.

Vokale mini|hochkant 1.5|Vokaltrapez mit Angabe der Zungenstellungen der deutschen (rot) Monophthonge und der Monophthonge im britischen RP (blau). Die Aussprache der Vokale variiert sehr stark. Das O in ‚lot‘ wird in Received Pronunciation als [ɒ] ausgesprochen, in General American als [ɑ] und in General Australian als [ɔ]. Einige Phoneme können sowohl als Monophthonge als auch als Diphthonge ausgesprochen werden. In diesem Artikel wird die übliche Notation vorgezogen.

Bei Vokalen unterscheidet man zwischen gespannten und ungespannten Vokalen. Bei gespannten Vokalen liegt eine größere Muskelspannung vor. Dies ist der Fall bei Langvokalen, Diphthongen und Triphthongen. Kurzvokale sind dagegen ungespannt. Lediglich gespannte (lange) Vokale treten grundsätzlich in betonten offenen Silben auf, d. h. in betonten Silben, die nicht auf einen Konsonanten enden. Andererseits können ausschließlich ungespannte (kurze) Vokale vor dem velaren Nasal vorkommen.

Lang- und Kurzvokale unterscheiden sich im Englischen wie im Deutschen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Die Langvokale sind geschlossener als die Kurzvokale bzw. Kurzvokale sind offener als Langvokale. Lang- und Kurzvokale unterscheiden sich also hinsichtlich der Zungenstellung, wie man anhand des Vokaltrapezes und an der Darstellung in der IPA-Notation sieht:

wie in „bath“ – wie in „but“ wie in „bad“ – wie in „bed“ wie in „Sir“ – wie in „second“ wie in „seat“ – wie in „sit“ wie in „short“ – wie in „shot“ wie in „shoot“ – wie in „sugar“

Eine weitere Besonderheit der englischen Sprache ist die Tatsache, dass die Länge eines Vokals vom Folgekonsonanten abhängig ist. Vor Lenes bzw. am Wortende sind sowohl Kurz- als auch Langvokale grundsätzlich etwas länger als vor Fortes. Auch in offenen Silben sind Langvokale länger als vor Fortes.

Monophthonge + Monophthonge der Received PronunciationVorneZentralisiert vorneZentralZentralisiert hintenHintenungerundetgerundetungerundetgerundetungerundetgerundetungerundetgerundetungerundetgerundet Geschlossen / Fast geschlossen Mittel Halboffen Fast offen Offen

Als Symbol für das Phonem wird die Aussprache in der Received Pronunciation (RP) genommen. /ɑː/: z. B. cart, father, palm. In GAm (General American) [ɑ], in GAu (General Australian) [ä:]. Man unterscheidet Mundarten, in denen bestimmte Wörter als /ɑ:/ oder /æˑ/ ausgesprochen werden. Zu den ersteren gehört die RP, zu den letzteren GAm. Beispiele: dance [dɑ:ns] oder [dæˑns], laugh [lɑ:f] oder [læˑf], ask [ɑ:sk] oder [æˑsk]. /æˑ/: z. B. cat, betontes and. Dieser Laut wird üblicherweise als Kurzvokal [æ] beschrieben. Tatsächlich ist er aber länger als alle anderen Kurzvokale (jedoch immer noch kürzer als ein Langvokal). Die korrekte Beschreibung lautet also [æˑ] (halblang). Dieses Phonem tritt nicht silbenfinal auf. /ɐ/: z. B. cut, son. Dieser Laut war in der RP vor dem Zweiten Weltkrieg ein [ʌ], aber es hat sich seitdem nach vorne zu [ɐ] verschoben. Die einzigen englischen Mundarten, die ein echtes [ʌ] haben, sind Newfoundland English und Philadelphia English, sowie wenige Mundarten Südenglands und schwarzer Amerikaner. Im GAm wird der entsprechende Laut als [ɜ] ausgesprochen, im GAu als [ä]. Dennoch wird das Zeichen ʌ im Allgemeinen für das Phonem benutzt. Dies könnte an der Tradition liegen oder daran, dass einige Dialekte den Laut [ʌ] noch bewahrt haben. Dieses Phonem tritt nicht silbenfinal auf. /ɛ̝/: z. B. kettle, bury, many. Dieser Laut liegt in der RP zwischen [ɛ] und [e]. Der Einfachheit halber wird dieses Phonem meist als [ɛ] oder [e] notiert. Es tritt nicht silbenfinal auf. /ə/: z. B. category, about. Sammelbezeichnung für alle reduzierten Vokale /iː/: z. B. key, eel. Wird oft zu [ɪi] diphthongisiert. /ɪ/: z. B. kit, if. /ɜː/: z. B. curt, girl, nerd. Dieser Laut wird häufig auch als [əː] beschrieben. /ɔ̝ː/: z. B. caught, awe. Dieser Laut liegt in der RP zwischen [ɔ:] und [o:]. Der Einfachheit halber wird dieses Phonem meist als [ɔ:] oder [o:] notiert. Im GAm wird er als [ɔ] ausgesprochen, im GAu als [o:]. In der RP werden auch die Diphthonge /ɔə/ und neuerdings /ʊə/ als /ɔ̝ː/ ausgesprochen. /ɒ/: z. B. cot, yacht. Dieser Laut ist im GAm [ɑ] oder [ɔ], im GAu [ɔ]. Er kann nicht silbenfinal auftreten.