Roberta Vinci (* 18. Februar 1983 in Tarent) ist eine ehemalige italienische Tennisspielerin.

Karriere mini|Roberta Vinci Im Alter von sechs Jahren begann Roberta Vinci mit dem Tennissport. 1997 spielte sie in ihrem Heimatland ihre ersten ITF-Turniere. 1998 hatte sie in Palermo ihr Debüt auf der WTA Tour und gewann im Doppel die ersten beiden ITF-Titel.

2004 erreichte sie mit ihrer damaligen Doppelpartnerin Sandrine Testud das Halbfinale der French Open. 2005 zog sie als Qualifikantin mit einem Sieg über Anastassija Myskina ins Halbfinale von Eastbourne ein.

Ein bedeutender Erfolg war Italiens erstmaliger Gewinn des Fed Cup im Jahr 2006. Dem Team, dem auch Mara Santangelo, Flavia Pennetta und Francesca Schiavone angehörten, gelang ein 3:2-Sieg über Belgien (Justine Henin musste in der fünften und entscheidenden Partie wegen Verletzung aufgeben). 2009 und 2010 (4:0 und 3:1 jeweils gegen die USA) konnte Vinci diesen Erfolg mit der italienischen Mannschaft wiederholen. Bemerkenswert dabei: Sie hat bei Fed-Cup-Einsätzen erst im Februar 2015 ihr erstes Doppel verloren (Bilanz: 18:1).

2011 gelang ihr mit drei WTA-Turniersiegen innerhalb weniger Monate (Barcelona, ’s-Hertogenbosch, Budapest) zum ersten Mal der Sprung unter die 25 Besten der Welt. Beim Rogers Cup in Toronto setzte sie ihre Erfolgsserie fort. In Runde zwei eliminierte sie die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki mit 6:4 und 7:5, nachdem es im zweiten Satz noch so ausgesehen hatte, als könne die topgesetzte Dänin nach zwei Breaks mit einer 5:1-Führung das Blatt noch wenden. Damit stand Vinci erstmals in den Top 20 der WTA-Weltrangliste.

2012 erreichte sie mit ihrer Doppelpartnerin Sara Errani zunächst das Finale der Australian Open, das sie gegen Swetlana Kusnezowa und Wera Swonarjowa mit 7:5, 4:6 und 3:6 verloren. Ihre Titel Nummer neun und zehn konnten die beiden dann bei den Sandplatzturnieren von Madrid und beim Heimturnier von Rom feiern. Am 8. Juni 2012 gewannen sie in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel im Doppel mit einem Finalsieg über die Paarung Marija Kirilenko/Nadja Petrowa. Eine Woche später gewannen Errani und Vinci in ’s-Hertogenbosch bereits ihren siebten Titel im Jahr 2012.

Bei den US Open sorgte Vinci im Einzel für eine Überraschung, als sie dort mit einem glatten Zweisatzsieg (6:1, 6:4) über die Nummer 2 der Welt, Agnieszka Radwańska, erstmals ins Viertelfinale einzog. Im Doppel gewann sie das Finale zusammen mit ihrer Landsfrau Errani gegen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká mit 6:4 und 6:2. In der Saison gewannen die beiden bei den Australian Open ihren dritten gemeinsamen Grand-Slam-Titel und sie feierten außerdem Siege in Paris und Doha. Aufgrund ihrer guten Resultate erreichte Vinci auch neue Karriere-Bestmarken im WTA-Ranking. Im Doppel setzte sie sich an die Weltranglistenspitze, im Einzel kletterte sie im Juni 2013 auf Rang 11. Diesen Platz verbesserte sie am 22. Februar 2016 mit Rang 10.

2013 gewann sie mit einem Finalsieg über Russland mit dem italienischen Fed-Cup-Team zudem zum vierten Mal den Mannschaftswettbewerb. Sie verzichtete auf das Doppel und ihr zweites Einzel, da die Begegnung bereits entschieden war.

2014 konnte sie den Sieg an der Seite von Errani bei den Australian Open wiederholen. Auch in Wimbledon gewannen sie zusammen das Finale der Doppelkonkurrenz (6:1, 6:3) und damit ihren fünften Grand-Slam-Titel. Damit erzielten beide einen so genannten Karriere-Grand-Slam; das heißt, sie haben jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens ein Mal gewonnen.

Inzwischen kommt Vinci auf zehn Einzel- und 25 Doppeltitel, davon 22 Siege an der Seite von Errani. Seit der 2:3-Fed-Cup-Niederlage gegen Frankreich im Februar 2015 (Vinci/Errani verloren dabei ihre Doppelpartie gegen Caroline Garcia und Kristina Mladenovic deutlich mit 1:6,2:6) treten sie nicht mehr als Duo an.

Im September 2015 gelang Vinci dann allerdings ihr größter sportlicher Erfolg. Sie schaltete im Halbfinale der US Open die Titelverteidigerin und haushohe Favoritin Serena Williams (man sprach von einer Wettquote von 300:1) aus und stand damit erstmals in ihrer Karriere auch im Einzel im Endspiel eines Grand-Slam-Turniers, und zudem in einem historischen, dem ersten rein italienischen Finale. In diesem musste sie sich jedoch ihrer langjährigen Weggefährtin Flavia Pennetta mit 6:74, 2:6 geschlagen geben.

Beim erstmals ausgetragenen Turnier von St. Petersburg qualifizierte sie sich 2016 erstmals für ein Finale der Kategorie Premier, in dem sie die Schweizerin Belinda Bencic in zwei Sätzen besiegte. Knapp vor ihrem 33. Geburtstag gelang ihr damit der zehnte und bislang wichtigste Turniersieg im Einzel. Zudem konnte sie die Grenze von zehn Millionen US-Dollar Preisgeld knacken, was ihren Landsfrauen Schiavone, Pennetta und Errani vor ihr bereits gelungen war. Am 22. Februar 2016 stand sie zum ersten Mal auf Platz 10 der Weltrangliste.

Am 14. Mai 2018 beendete sie ihre Tennislaufbahn, zuvor war sie in der ersten Runde gegen Aleksandra Krunić beim WTA-Turnier in Rom ausgeschieden. Bereits in der Saisonpause, im November 2017, hatte sie dieses Vorhaben bekannt gegeben.

Turniersiege Einzel Nr.DatumTurnierKategorieBelagFinalgegnerinErgebnis 1. 25. Februar 2007 WTA Tier IV Sand 6:75, 6:4, 0:3 Aufgabe 2. 19. April 2009 WTA International Sand 6:0, 6:4 3. 24. Oktober 2010 WTA International Hartplatz (Halle) 6:3, 6:4 4. 30. April 2011 WTA International Sand 4:6, 6:2, 6:2 5. 18. Juni 2011 WTA International Rasen 6:77, 6:3, 7:5 6. 10. Juli 2011 WTA International Sand 6:4, 1:6, 6:4 7. 26. August 2012 WTA International Hartplatz 7:5, 6:3 8. 14. April 2013 WTA International Sand 7:62, 6:1 9. 14. Juli 2013 WTA International Sand 6:3, 3:6, 6:3 10. 14. Februar 2016 WTA Premier Hartplatz (Halle) 6:4, 6:3

Doppel Nr.DatumTurnierKategorieBelagPartnerinFinalgegnerinnenErgebnis 1. 18. Februar 2001 Doha WTA Tier III Hartplatz Sandrine Testud Kristie Boogert Miriam Oremans 7:5, 7:64 2. 25. September 2005 Portorož WTA Tier IV Hartplatz Anabel Garrigues Jelena Kostanić Katarina Srebotnik 6:4, 5:7, 6:2 3. 13. Januar 2006 Canberra WTA Tier IV Hartplatz Marta Domachowska Claire Curran Līga Dekmeijere 7:65, 6:3 4. 11. April 2010 Marbella WTA International Sand 6:4, 6:2 5. 18. April 2010 Barcelona WTA International Sand 6:1, 3:6, [10:2] 6. 15. Januar 2011 WTA International Hartplatz 6:3, 7:5 7. 13. Februar 2011 WTA International Hartplatz 3:6, 6:3, [10:5] 8. 16. Juli 2011 WTA International Sand 7:5, 6:1 9. 26. Februar 2012 WTA International Hartplatz 6:2, 7:66 10. 4. März 2012 WTA International Sand 6:2, 6:1 11. 15. April 2012 WTA International Sand 6:0, 6:2 12. 12. Mai 2012 WTA Premier Mandatory Sand 6:1, 3:6, [10:4] 13. 20. Mai 2012 WTA Premier 5 Sand 6:2, 7:5 14. 8. Juni 2012 Grand Slam Sand 4:6, 6:4, 6:2 15. 23. Juni 2012 WTA International Rasen 6:4, 3:6, [11:9] 16. 9. September 2012 Grand Slam Hartplatz 6:4, 6:2 17. 25. Januar 2013 Grand Slam Hartplatz 6:2, 3:6, 6:2 18. 3. Februar 2013 WTA Premier Hartplatz (Halle) 6:1, 6:1 19. 17. Februar 2013 WTA Premier 5 Hartplatz 2:6, 6:3 [11:9] 20. 24. Januar 2014 Grand Slam Hartplatz 6:4, 3:6, 7:5 21. 27. April 2014 WTA Premier Sand 6:2, 6:3 22. 10. Mai 2014 WTA Premier Mandatory Sand 6:4, 6:3 23. 5. Juli 2014 Grand Slam Rasen 6:1, 6:3 24. 10. August 2014 WTA Premier 5 Hartplatz 7:64, 6:3 25. 9. Januar 2015 WTA International Hartplatz 6:2, 6:1

Abschneiden bei bedeutenden Turnieren Einzel

Doppel

Mixed

Auszeichnungen

Referendum Gazzetta 2014 – „Weltmannschaft des Jahres“ (gemeinsam mit Sara Errani) Gazzetta Sports Award 2015: „Leistung des Jahres“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Billie-Jean-King-Cup-Spielerin (Italien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Italien) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2004 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2016 Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Ritter) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau