Die Wii [] ist eine von dem japanischen Unternehmen Nintendo veröffentlichte stationäre Spielkonsole. Sie stellt den Nachfolger des Nintendo GameCube dar und wurde erstmals in Nordamerika am 19. November 2006, dann in Japan am 2. Dezember 2006 und am 8. Dezember 2006 schließlich auch in Europa veröffentlicht. Während ihrer Vermarktung stand sie in direkter Konkurrenz zu Sonys PlayStation 3 und Microsofts Xbox 360.
Ihr wesentliches Merkmal ist der Controller, die Wii Remote, der einer herkömmlichen Fernbedienung ähnelt, allerdings über eingebaute Bewegungssensoren und Vibrationsmotoren verfügt. Diese registrieren die Lage und die Bewegungen des Controllers im Raum und setzen sie in entsprechende Bewegungen von Spielfiguren oder -elementen auf dem Bildschirm um.Hartmut Gieselmann: Wii funktioniert Nintendos Hardware?, Heise online, 11. Mai 2006 [Letzter Abruf: 13. Mai 2006]. Mussten die Nutzer bei herkömmlichen Spielsystemen Knöpfe des Controllers oder Analogsticks betätigen, so können sie die Spiele nun steuern, indem sie den Controller selbst bewegen. Das Spielsystem aus Hardware und Software misst die dreidimensionalen Bewegungen des Nutzers.
Die Konsole wurde über 101 Millionen Mal verkauft und ist damit eine der meistverkauften Spielkonsolen überhaupt. Der bewegungssensitive Controller der Wii sorgte aufgrund des großen Verkaufserfolgs der Konsole für einen deutlichen Verkaufsschub von bewegungsgesteuerten Spielen. Nintendos Konsole veranlasste Wettbewerber zur Veröffentlichung eigener bewegungssensitiver Hardware-Erweiterungen, Sonys PlayStation Move und Microsofts Kinect.gamesindustry.biz: Artikel zu Bewegungssteuerung in Videospielen vom 15. Februar 2012 (englisch, aufgerufen am 20. Dezember 2012). Sie etablierte Bewegungssteuerung als eine attraktive Option in der Videospielindustrie und beeinflusste die fortschreitende Entwicklung in diesem Bereich.g4tv.com: Artikel zu Bewegungssteuerung in Videospielen vom 26. Oktober 2011 (englisch, aufgerufen am 21. Dezember 2012). Außerdem ist sie für ihre charakteristische Musik der einzelnen Kanäle bekannt.
Hauptmerkmale Konsole Erste Version Die Maße der Konsole betragen 157 mm × 215,4 mm × 44 mm. Sie ist damit deutlich kleiner als die Konkurrenten von Sony und Microsoft. Sie kann, wie die PlayStation 2, die PlayStation 3 und die Xbox 360, sowohl senkrecht als auch waagerecht aufgestellt betrieben werden.
Das Gehäuse ist fast komplett aus einem weißen oder schwarzen, glänzenden Kunststoff gefertigt. Der Verpackung liegt ein hellgrauer Kunststoffständer bei, durch den die Wii bei senkrechter Aufstellung vorne eine leichte Neigung nach oben erhält. Im Frühjahr 2007 kündigte Shigeru Miyamoto weitere Farbvarianten der Konsole an, sobald die Produktionskapazitäten die Nachfrage befriedigen können. Gezeigt wurden die Konsole und Wiimote in Limettengrün, Silber, Schwarz und Rot. Seit August 2009 wird in Japan eine schwarze Wii verkauft,„Nintendo Selling Black Wii in Japan This Summer“ Kotaku, 4. Juni 2009. alle anderen Farbvarianten sind bisher jedoch nicht erhältlich. Seit dem 20. November 2009 wurde auch in Deutschland eine schwarze, limitierte Wii angeboten.
Zweite Version Im Oktober 2011 erschien die zweite Hardware-Revision, welche im Gegensatz zur ersten Ausführung nicht mehr kompatibel mit GameCube-Spielen und -Zubehör ist und sich nur noch horizontal aufstellen lässt. Anlässlich der Olympischen Spiele 2012 in London gab es ab dem 18. November 2011 eine hellblaue Sonderedition im Bundle mit dem Spiel „Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen London 2012“.Lisa Bruness: Blaue Nintendo Wii: Sonder-Edition für Olympia 2012 (vom 11. Oktober 2011, abgerufen am 29. Dezember 2011).
Dritte Version (Wii mini) mini|hochkant|Wii mini Am 7. Dezember 2012 erschien – zunächst exklusiv in Kanada – eine dritte Revision der Wii-Konsole. Als Wii mini bezeichnet, wird das Gerät in der Farbkombination Schwarz/Rot mit einer Sensorleiste, einem A/V-Kabel, einer Wii-Fernbedienung inklusive MotionPlus und einem Nunchuck ausgeliefert. Der Verkaufspreis eines solchen Paketes lag anfangs bei etwa 100 Euro bzw. US-Dollar. Im Vergleich zur ersten Ausführung fehlen bei diesem Modell ebenfalls die GameCube-Abwärtskompatibilität, außerdem kann die Konsole nicht mit dem Internet verbunden werden und es wurde die Kompatibilität zu S-Video- (NTSC), RGB- (PAL) und Komponentenvideokabeln sowie zu SD-Karten gestrichen. Zudem ist diese Revision in ihrer Größe reduziert. Am 15. März 2013 erschien die Wii mini in Deutschland, eine Woche später, am 22. März 2013, auch in Großbritannien.
Eingabegerät „Wii-Fernbedienung“ („Wii Remote“) mini|„Wii Remote“ mit Nunchuk-Erweiterung mini|Die Wii-Sensorleiste (Leuchtdioden sind hervorgehoben, üblicherweise nicht erkennbar.) mini|Infrarotaufnahme der Wii-Sensorleiste. Die Infrarotleuchtdioden an den Enden sind deutlich sichtbar.
Das Steuergerät wurde am 16. September 2005 auf einer japanischen Games Show vorgestellt und erinnert an eine Fernbedienung, weshalb es besonders im englischsprachigen Raum als Wiimote [] (engl. remote (control) = Fernbedienung) bezeichnet wird. Mithilfe zweier Referenzpunkte in der Sensorleiste, welche unten vor oder oben auf dem Fernseher platziert wird, und einer Infrarotkamera an der Vorderseite der Wiimote, welche bis zu 4 Infrarotquellen erfasst, kann die Position und Lage des Controllers relativ zum Bildschirm bestimmt werden. Dadurch ist es möglich, Spielobjekte auf dem Bildschirm direkt anzuvisieren.
Zusätzlich enthält der Controller einen Beschleunigungssensor, mit dem Bewegungen und Drehungen des Controllers erkannt und direkt für die Spielsteuerung genutzt werden können. Außerdem sind verschiedene Knöpfe und ein Steuerkreuz vorhanden.
Die Kommunikation mit der Konsole erfolgt kabellos via Bluetooth. Der maximale Abstand beträgt 10 Meter. Falls die Wiimote zum Zielen auf den Bildschirm genutzt wird (Menünavigation oder beim Spielen), verringert sich die Distanz auf maximal 3 Meter (Herstellerangabe), damit die Bewegungen per Infrarot erfasst werden können. Der Abstand zur Sensorleiste muss bei Verwendung der Infrarot-Verbindung mindestens 1 Meter und höchstens 3 Meter betragen.
Für zusätzliche, mechanische Rückmeldung an den Spieler kann der Controller Vibrationseffekte erzeugen. Weiterhin verfügt die Wiimote über einen eingebauten Lautsprecher. Ein interner Speicher ermöglicht das Speichern von Benutzerprofilen. Zusätzlich können selbst erstellte Spielavatare (sogenannte Mii) gespeichert werden, um beispielsweise den Tennisspieler von zu Hause zu Freunden mitzunehmen und mit ihm dort spielen zu können.
Unkonventionelle Verwendung der Wiimote Da die Wii-Fernbedienung über Bluetooth mit dem Empfänger kommuniziert, kann das Signal von jedem bluetoothfähigen Empfangsteil (z. B. PC) verarbeitet werden. Johnny Chung Lee von der Carnegie Mellon University kam auf die Idee, die Wiimote als Empfängerkamera für Infrarotsignale zu verwenden. Mit seiner Methode lässt sich durch einen Infrarotstift und eine Wiimote jeder beliebige Computer fernsteuern. Das Infrarotsignal übernimmt die Funktion der Maus.Eine kostengünstige und pfiffige Idee für ein interaktives Whiteboard.
Eingabegerät „Wii Balance Board“ mini|150px|links|Mit dem Balance Board kompatible Spiele werden mit diesem Symbol gekennzeichnet. mini|Wii Balance Board Mit den Spielen Wii Fit und Wii Fit Plus wird ein weiterer Controller ausgeliefert, das sogenannte „Balance Board“. Es handelt sich dabei um eine Balance-Körper-Waage, die aus vier betretbaren Sensorflächen besteht. Position und Verlagerungen des Körpergewichts werden per Bluetooth an die Konsole gesendet, um das Spiel zu beeinflussen. Das Spiel Wii Fit lässt sich hauptsächlich mit dem Balance Board steuern. Das maximale Körpergewicht darf 150 kg nicht überschreiten. Bei Verwendung des Wii Balance Board können sich nur noch maximal drei weitere Spieler mit einer Wii-Fernbedienung anmelden, da das „Balance Board“ den 4. Spielerplatz belegt. Das heißt unter anderem, wenn eine vierte Wii-Fernbedienung angeschlossen ist, dass diese Fernbedienung automatisch ausgeschaltet wird, sobald ein Wii Balance Board eingeschaltet wird. Zudem benötigt ein Wii Balance Board vier 1,5V-LR06-AA-Batterien.
Onlinefähigkeiten mini|Logo von WiiConnect24 mini|Die Ränder des Wii-Disc-Schlitzes leuchten beim Empfangen einer Nachricht blau auf. Die Wii-Konsole wurde für den permanenten Anschluss an das Internet konzipiert (Konsole, die nie schläft).
War diese, als WiiConnect24 vermarktete, Funktion aktiviert, hielt die Konsole eine ständige Verbindung zu den Servern des Herstellers. Auch im Ruhezustand blieb diese Verbindung bestehen. So konnten bis zum 28. Juni 2013 Nachrichten empfangen und Aktualisierungen der Wii-Software seitens Nintendo vorgenommen werden.
Mehrspielerpartien wurden über die Nintendo Wi-Fi Connection vermittelt. Sie wurde für Nintendo-DS-Titel genutzt (zum Beispiel Mario Kart DS). Der erste Wii-Titel, der die WiFi-Connection nutzte, war Pokémon Battle Revolution. Das erste europäische Spiel mit WiFi-Connection war Mario Strikers Charged Football.
Das WiiSpeak (seit Dezember 2008; eingestellt im Mai 2014) ermöglichte die Sprachkommunikation zwischen zwei bis zu vier Konsolen.
Voraussetzung für die Nutzung der Online-Funktionen war ein hinreichend schneller Internetzugang. Die Konsole ist mit WLAN ausgestattet. Alternativ konnte ein LAN-Adapter wie der Nintendo Wii LAN Adapter verwendet werden, der allerdings keine Verbindung über PPPoE unterstützte.
Im Februar 2014 gab Nintendo bekannt, viele wichtige Online-Funktionen der Nintendo Wii und des Nintendo DS am 20. Mai 2014 abzuschalten. Betroffen davon sind Online-Mehrspielermodus, Matchmaking sowie Bestenlisten der Wii- und DS-Titel. Auch Wii- und DS-Titel, die auf den seinerzeit aktuellen und abwärtskompatiblen Systemen Nintendo Wii U und Nintendo 3DS gespielt werden, sind betroffen.inside-digital.de – Nintendo schaltet Online-Funktionen von Wii und DS ab. Abgerufen am 4. März 2014.
Konsolencode Jede Wii-Konsole besitzt eine individuelle Kennung, den Konsolencode. Er kann über das Betriebssystem der Konsole eingesehen werden.
Aktuell findet der Konsolencode Verwendung in der Adressierung der Konsole: Man kann diesen Code an Freunde weitergeben oder veröffentlichen. Über die Wii-Pinnwand können andere Konsolen registriert und dann Nachrichten empfangen und gesendet werden. Der Wii-Konsole ist eine E-Mail-Adresse nach dem Schema [email protected] zugeordnet (wobei die Zahl durch den jeweiligen Konsolencode ersetzt wird), so dass nach einer Freischaltnachricht über die Wii-Pinnwand mit anderen Teilnehmern kommuniziert werden kann.
Benutzeroberfläche mit Kanälen Das Hauptmenü (Wii-Menü) organisiert die Dienste der Wii-Konsole in Form von „Kanälen“ (englisch channels).
Die Ähnlichkeit zu herkömmlichen TV-Kanälen war beabsichtigt, um bei neuen Zielgruppen jenseits der üblichen Videospieler die Hemmschwelle bezüglich der Nutzung der Konsole herabzusetzen, indem diesen Nutzern eine vertraute Umgebung angeboten wird. Zu diesem Konzept gehört auch, dass das Haupteingabegerät, die Wii-Fernbedienung (englisch: Wiimote), bewusst ähnlich einer vertrauten TV-Fernbedienung gestaltet ist. Mit den Knöpfen − und + der Wii-Fernbedienung kann man bequem zwischen den Kanälen umschalten.
Im Hauptmenü werden die Kanäle in Form von Seiten mit jeweils drei Zeilen à vier großen Icons angezeigt. Die Wii-Konsole wird mit dem Disc-Kanal, dem Mii-Kanal, dem Foto-Kanal, dem Wii-Shop-Kanal (benötigt Internet-Verbindung), dem Wetterkanal (benötigt Internet-Verbindung) und dem Nachrichtenkanal (benötigt Internet-Verbindung) ausgeliefert.