mini|Höhleneingänge (Meeresküste) auf der Insel Zakynthos mini|Die Insel Marathonisi in der Bucht von Laganas, Westseite der Insel im Blick

Zakynthos, auch Zákinthos ( [] ; ),Wenn Plinius, Naturalis historia 4, 54 als weiteren Namen Hyrie anführt (Zacynthus, aliquando appellata Hyrie), so verwechselt er die ionische Insel mit dem Alternativnamen Zakynthos der Kykladeninsel Paros; vgl. ist mit einer Fläche von etwa 406 km² nach Kefalonia und Korfu die drittgrößte und südlichste der größeren Ionischen Inseln und die zehntgrößte Insel Griechenlands. Hauptort ist die gleichnamige Stadt Zakynthos.

Zusammen mit der unbewohnten Inselgruppe der Strofaden bildete Zakynthos von 1866 bis 2010 die Präfektur Zakynthos (). Mit der griechischen Verwaltungsreform 2010 wurden die Präfekturen abgeschafft und die sechs Gemeinden der Insel wurden zu einer einzigen Gemeinde Zakynthos zusammengelegt. Die Gemeinde ist deckungsgleich mit dem Regionalbezirk Zakynthos (), der sieben Abgeordnete in den Regionalrat der Region Ionische Inseln entsendet.

Die Insel Zakynthos war in ihrer Geschichte im Gegensatz zum griechischen Festland über mehr als sieben Jahrhunderte unter west- und mitteleuropäischer Herrschaft. Die Venezianer, welche die Insel mehr als vier Jahrhunderte beherrschten, bezeichneten Zakynthos bzw. Zante mit dem Beinamen „Fior di Levante“ (Blume des Ostens). Touristisch ist Zakynthos nach Korfu das bedeutendste Reiseziel der Ionischen Inseln. Besondere Bedeutung hat die Insel als Hauptnistplatz der Meeresschildkröte Caretta caretta (Unechte Karettschildkröte) im Mittelmeer. 1999 wurde zum Schutz der Nistplätze, auch vor dem zunehmenden Tourismus, vom griechischen Staat ein Meeresnationalpark eingerichtet.

Geographie, Geologie und Klima Geographie Zakynthos ist die südlichste der größeren Ionischen Inseln. Die Insel hat eine Fläche von 406,619 km² und ist maximal 40 km lang und 20 km breit. Die Längsachse der Insel verläuft von Nordwesten nach Südosten. Ihr nördlichster Punkt ist das Kap Skinari, ihr südlichster das Kap Marathia auf der gleichnamigen Halbinsel. Der westlichste Punkt der Insel ist das Kap Plemonari, der östlichste das Kap Vasilikos auf der Skopos-Halbinsel. Zakynthos liegt in etwa auf der geographischen Breite der griechischen Hauptstadt Athen.

Die Insel wird grob in zwei verschiedene Landschaftsformen unterteilt: Entsprechend der Längsachse der Insel von Nordwest nach Südost verläuft im Westen und Norden der Insel ein Gebirgsmassiv, dessen höchster Punkt der Berg Vrachionas mit einer Höhe von 756 m ist. Entsprechend fällt die Küste der Insel in ihrem gesamten westlichen Verlauf steil mit teilweise bis zu 200 m Höhe zum Ionischen Meer ab. Östlich am Gebirgsmassiv anschließend erstreckt sich nach Osten und Südosten eine größere Ebene, welche nur vereinzelt in Küstennähe Hügel aufweist. Im Süden der Insel bilden die in etwa halbmondförmige Bucht von Laganas (Kolpos Lagana) einen nach Norden hin gerichteten Einschnitt in die Landmasse der Insel. Die Bucht von Laganas wird im Westen und im Osten durch zwei Halbinseln begrenzt. Im Westen grenzt die Marathia-Halbinsel (oder Keri-Halbinsel) die Bucht von Laganas gegen das offene Ionische Meer nach Westen ab. Die Halbinsel ist hügelig und erreicht an ihrem höchsten Punkt, dem Berg Kakavakia, 416 m über dem Meeresspiegel. Der zweithöchste Gipfel, der Skopos, ist 3 m niedriger. Die Küsten der Halbinsel Marathia sind Steilküsten, ausgenommen wenige Stellen an der Bucht von Laganas. Die östliche Begrenzung der Bucht von Laganas bildet die Skopos-Halbinsel, welche die Bucht von Laganas gegen die Meeresenge des Zakynthos-Kanals abgrenzt. Der höchste Punkt der Halbinsel ist der Berg (oder Hügel) Skopos mit einer Höhe von 491 m. Der Berg Skopos befindet sich im Übergang zwischen der Skopos-Halbinsel und der Inselebene südöstlich der Inselhauptstadt Zakynthos. Nach Südosten flacht die Skopos-Halbinsel ab und läuft im Kap Gerakas aus. Entsprechend finden sich vor allem auf der Ostseite der Halbinsel flache Küstenprofile, auf der Westseite wechseln sich flache und steile Küstenprofile ab.

Zu Zakynthos gehören mehrere kleine Inseln in höchstens 2 km Entfernung zur Inselküste: Im Westen der Insel, der Bucht Porto Vromi vorgelagert, liegt die unbewohnte Insel Agios Ioannis und im Nordosten der Insel, der Ortschaft Agios Nikolaos vorgelagert, die gleichnamige unbewohnte Insel. In der im Inselsüden gelegenen Bucht von Laganas (Kolpos Lagana) finden sich drei Inseln: Die größte Insel Marathonisi liegt im Westen der Bucht östlich des Kap Marathia. Die zweitgrößte Insel Kalonisi (Pelouzo) liegt im Osten der Bucht westlich der Skopos-Halbinsel und südlich des Dafni-Strandes. Die drittgrößte Insel Agios Sostis ist knapp 100 Meter dem Hafen Agios Sostis vorgelagert und ist mit diesem über einen Fußgängersteg südwestlich der Ortschaft Laganas verbunden. Alle drei Inseln sind unbewohnt, wobei Agios Sostis als Bar und Diskothek benutzt wird. Sowohl Marathonisi als auch Agios Sostis sind in Privatbesitz.

Nördlich von Zakynthos liegt die größte ionische Insel Kefalonia. Die geringste Entfernung zwischen der nördlichen Spitze von Zakynthos (Kap Skinari) und Kefalonia beträgt 15 km. Östlich von Zakynthos liegt die nordwestliche Spitze der Peloponnes, das Kap Kyllini. Der Anteil des Ionischen Meeres zwischen der Nordwestküste der Peloponnes und der Ostküste von Zakynthos wird als Zakynthos-Kanal bezeichnet: Er ist an seiner schmalsten Stelle 9,5 km weit. Nach Westen ist die nächste Landmasse Süditalien und Sizilien. Ca. 35 km südlich von Zakynthos befindet sich die Inselgruppe der Strofades.

Athen liegt ca. 300 km östlich von Zakynthos, Thessaloniki ca. 500 km nordöstlich, Patras ca. 70 km ostnordöstlich.

Geologie Zakynthos gehört zu den am meisten durch Erdbeben gefährdeten Gebieten in Griechenland. Nach der vierstufigen Erdbebenrisiko-Klassifikation Griechenlands (basierend auf der Wahrscheinlichkeit schwerer Erdbeben, wobei I geringe und IV sehr hohe Wahrscheinlichkeit bedeutet) gehört Zakynthos zur Zone IV nach der Einteilung entsprechend der Erdbebenschutzgesetze Griechenlands von 2003 (zum Vergleich: Florina II, Athen III, Thessaloniki III, Korinth IV, Syros I, Naxos I).I. D. Banitsiotou, T. M. Tsapanos, V. N. Margaris, P. M. Hatzidimitriou: Estimation of the seismic hazard parameters for various sites in Greece using a probabilistic approach. Natural Hazards and Earth System Sciences. Volume 4. 2004, S. 399–405, S. 404. Schwere Erdbeben mit großen Sachschäden sowie Verletzten und Toten sind für Zakynthos wiederholt beschrieben. Das letzte schwere Erdbeben mit menschlichen Opfern und beträchtlichen Zerstörungen auf der Insel ereignete sich am 12. August 1953. Auch Erdbeben mit Tsunamis wurden beschrieben, so beispielsweise bei einem Erdbeben am 3. Dezember 1898.Historische Tsunamis in Griechenland. Geodynamisches Institut des Nationalobservatorium Athen; über Erdbeben (Seismizität) in Griechenland (englisch); abgerufen am 30. Juli 2008. Auch landschaftliche Veränderungen wurden in den letzten eintausend Jahren in Zakynthos durch Erdbeben verursacht: Ein Erdbeben mit Tsunami führte am 5. November 1633 zu erheblichen Überschwemmungen und zur Abtrennung der heutigen kleinen Insel Agios Sostis südwestlich von Laganas vom Kap Agios Sostis und damit dem Festland.Historische Tsunamis in Griechenland. Geodynamisches Institut des Nationalobservatorium Athen über Erdbeben (Seismizität) in Griechenland (englisch); abgerufen am 30. Juli 2008.Informationen über den Tsunami vom 5. November 1633 in Zakynthos. NOAA.gov (englisch); abgerufen am 30. Juli 2008.

Ursache für diese Erdbebenhäufigkeit ist die Lage von Zakynthos am sogenannten Hellenischen Graben (englisch hellenic trench), der westlich der Insel von Nordwest nach Südost verläuft. Der hellenische Graben entsteht durch die Kollision zwischen der Eurasischen und Afrikanischen Kontinentalplatte. Letztere bildet einen großen Teil des Bodens des Ionischen Meeres zwischen Sizilien und dem südlichen Italien im Westen und den ionischen Inseln und dem griechischen Festland im Osten. Sowohl das griechische Festland als auch die ionischen Inseln, darunter Zakynthos, liegen auf der eurasischen Kontinentalplatte. Aufgrund der Spannungen zwischen den kollidierenden Kontinentalplatten kommt es wiederholt zu Erdbeben. Eine weitere Folge der Plattenkollision ist der hellenische Graben als Vertiefung der Erdkruste, welche im Ionischen Meer westlich, südwestlich und südlich von Zakynthos Tiefen von mehr als 4.000 m erreicht und zu den tiefsten Stellen des Mittelmeeres gehört.Informationen über Erdbeben. Geodynamisches Institut des Nationalobservatorium Athen (englisch); abgerufen am 30. Juli 2008.

Klima Zakynthos liegt in der mediterranen Klimazone und hat somit Niederschläge vor allem im Winterhalbjahr. Allerdings ist die Jahresniederschlagsmenge recht hoch, wodurch eine üppige Vegetation entsteht. Diese Niederschläge entstehen im Winter, wenn sich die Luft über dem warmen Ionischen Meer mit Feuchtigkeit vollsaugt und die Wolken dann von West nach Ost an der griechischen Westküste und somit auch in Zakynthos das erste Mal auf Land treffen und sich dort abregnen.

Fauna mini|Schutzkäfig für einen Nistplatz der Meeresschildkröte Caretta caretta auf dem Strand von Laganas

Die bedrohte Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) nutzt mehrere Strände und vorgelagerte Inseln als Nistgebiete. Helmut Stapel: Zakynthos: Tipps für die griechische Trauminsel , 11. Mai 2023, Website GEO, abgerufen am 20. Mai 2025. Die als Nistgebiet benutzten Strände im Süden der Insel entlang der Bucht von Laganas haben eine Gesamtlänge von 5,5 km mit Breiten zwischen 10 und 60 m; der längste Niststrand ist 2,7 km lang.E. Kornaraki et al.: Effectiveness of different conservation measures for loggerhead sea turtle (caretta caretta) nests at Zakynthos Island, Greece. Biological Conservation 130 (2006), 324–330. Zwischen 857 und 2018 Eiablagen der Unechten Karettschildkröte werden pro Jahr gezählt. Ab Anfang Juni kommen die weiblichen Tiere an die südlichen Strände, um in der Nacht ihre Eier im Sand zu vergraben. Die Brutzeit beträgt etwa 55 Tage. Die geschlüpften Jungen machen sich sofort auf den Weg in das offene Meer. Es ist sehr wichtig, die Gelege zu schützen, da die Überlebensrate der Jungen sehr gering ist. Ein bis zwei Schildkröten schaffen es aus etwa 1000 Eiern. Wird ein Nest in einem gefährdeten Bereich gefunden (beispielsweise Strandeingang), wird es mit einem Gitter geschützt. Um diese Schildkröten zu schützen, sind motorisierte Wassersportarten an manchen Stränden nicht erlaubt. Ebenso gibt es an einigen Stränden Abgrenzungen, damit keine Sonnenschirme und dergleichen die Eier zerstören. Um die Tiere bei der Eiablage in der Nacht nicht zu stören, wird ein Teil des Strandes ab 19:00 Uhr komplett gesperrt.

Einzig der Strand von Sekania ist seit 1994 voll gesperrt und Schutzgebiet. Dort erholt sich die Schildkrötenpopulation. Good News: Rekord der Meeresschildkröten auf Zakynthos Website des WWF Österreich, 18. Oktober 2024, abgerufen am 20. Mai 2025.

Die Umweltorganisation „Earth, Sea and Sky“ hat 2012 in Gerakas ein öffentliches Schildkröten Informations- und Rettungszentrum eröffnet und bietet dort regelmäßig Freiwilligenprogramme an. Website Earth Sea & Sky - Ionian Nature Conservation, abgerufen am 20. Mai 2025.

Delfine leben in den umliegenden Küstengewässern der Insel. Zur Landfauna vgl. Kühnelt 1941.Wilhelm Kühnelt: Zoologische Ergebnisse einer von Professor Dr. Jan Versluys geleiteten Forschungsfahrt nach Zante. In: Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, 1941, 88–89, S. 109–214 ().

Geschichte mini|Mahnmal für griechische EAM-Partisanen, die in Zakynthos-Stadt 1944 von deutschen Besatzern exekutiert wurden