mini|Ferdinand von Tiesenhausen Berend Gregor Ferdinand Graf von Tiesenhausen (russisch Фёдор (Фердинанд) Иванович Тизенгаузен; * in Reval; † in Straßendorf) war ein Flügeladjutant Zar Alexanders I., der in der Schlacht bei Austerlitz fiel.

Herkunft mini|Die Schwestern Tiesenhausen auf einem Gemälde von Alexander Brullov um 1825 Ferdinand stammte aus dem deutschbaltischen Adelsgeschlecht von Tiesenhausen. Seine Eltern waren Hans Heinrich von Tiesenhausen (* 30. Januar 1741; † 20. Mai 1815) und dessen Ehefrau Katharina Frederike von Stackelberg (* September 1753; † März 1826).

Leben Tiesenhausen schlug die militärische Laufbahn ein und kämpfte in der Schlacht bei Austerlitz, bei der sein Schwiegervater den Oberbefehl über die russischen Truppen hatte. Als er, mit einer vorher zu Boden gefallenen schweren Fahne in der Hand, bei einer Gegenattacke voranstürmte, wurde er schwer verwundet. Als Napoléon ihn nach der Schlacht in sein Fahnentuch eingehüllt liegen sah, soll er ausgerufen haben: „Quelle belle mort!“ („Welch’ schöner Tod!“). Die „Heldentat“ Tiesenhausens hat Leo Tolstoi später in seinem Roman Krieg und Frieden als Tat Andrej Bolkónskis verarbeitet.Tatiana Metternich: Die Stroganoffs. Ein ungekrönte Dynastie. Verlag Knaus, München 1984, ISBN 3-8135-0067-5, S. 309Alfons Clary-Aldringen: Geschichten eines alten Österreichers. Verlag Ullstein, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-550-07474-3, S. 35.

Der Verletzte wurde in das Gasthaus der Familie Malík in Straßendorf gebracht. Dort erlag er wenig später seinen schweren Verletzungen. Sein Leichnam wurde im Garten des Gasthauses beigesetzt. Im Frühjahr 1806 wurde die Leiche auf Anweisung seines Onkels exhumiert und von seinem Bruder in seine estnische Heimat nach Reval überführt. Tiesenhausen erhielt dort als Grabmal einen aus verschiedenfarbigem Marmor errichteten Obelisken im Tallinner Dom.Rainer Eisenschmid: Baltikum: Estland, Lettland, Litauen, Königsberger Gebiet. Verlag Baedeker, Ostfildern 2005, ISBN 3-8297-1052-6, S. 201. In Straßendorf steht am ehemaligen Grab ein Kreuz mit einer russischen und einer tschechischen Inschrift.

Familie Er war verheiratet mit Elisabeta Michailowna Golenischtschewa-Kutusowa, Fürstin von Smolensk (1783–1839), Tochter von Generalfeldmarschall Fürst Michail Illarionowitsch Kutusow, mit der er zwei Töchter bekam. Seine Tochter Dorothea (1804–1863) heiratete 1821 den österreichischen General und Staatsmann Karl Ludwig von Ficquelmont. Die ältere Tochter Catherine (1803–1868) wurde Hofdame in Sankt Petersburg.

Einzelnachweise

Literatur Genealogisches Handbuch der baltischen Ritterschaften. Teil 2, Band 1: Estland. Görlitz 1930.

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