Gralla (katalanisch) ist ein konisches Doppelrohrblattinstrument, das in der Volksmusik in Spanien gespielt wird. Die gralla ist seit dem 19. Jahrhundert genauer bekannt und ähnelt der mittelalterlichen Schalmei.

Bauform Das Holzblasinstrument ist zwischen 34 Zentimeter (ohne Klappen) und 39 Zentimeter lang (mit zwei bis acht Klappen)Francesc Rius: The gralla and ist origin. S. 17 und wurde früher meist aus Buchsbaumholz gefertigt.Violet Alford: Odd Music-Makers and Their Instruments. In: The Musical Quarterly, Vol. 22, No. 1, Januar 1936, S. 98–106, hier besonders S. 103 Die gralla hat sechs Grifflöcher und ein Daumenloch. Sie ist eine Variante der dulzaina, die in der Region Valencia dolçaina und in Alicante xirimita heißt.

Spielweise Das Daumenloch wird zum Oktavieren benutzt. Das siebente, unterste Loch wird nicht gegriffen und dient nur der besseren Resonanz der tieferen Töne. Durch sogenannte Gabelgriffe und halb geschlossene Tonlöcher kann eine chromatische Tonleiter zwischen g und d' gespielt werden. Das feste und große Doppelrohrblatt erfordert eine kräftige Atemstütze und erzeugt einen recht lauten, tragenden Ton Folkfriends – besondere Musikinstrumente, der auch im Freien weithin hörbar ist.

Die gralla wird unter anderem bei den Castells gespielt, das sind traditionelle Menschenpyramiden, die unter großem Publikumsinteresse aufgebaut werden. Die von den grallas und Trommeln gespielte Melodie Toc De Castels markiert dabei einen besonderen Abschnitt im Aufbau. Der zeitgenössische Komponist Joan Bagés Stücke komponiert seit etwa 2008 Stücke für gralla mit Elektronik.DIÀLEGS, OBRA ANTIPODA (gralla i electrònica). Youtube-Video

Literatur

Francesc Rius: The gralla and its origin. S. 1–31

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kultur (Katalonien) Kategorie:Doppelrohrblattinstrument