Der Todhübel ist ein Bodendenkmal auf einem Bergsporn am östlichen Rand des Lößnitzgrunds im Stadtteil Wahnsdorf der sächsischen Stadt Radebeul, nicht weit entfernt vom Berggasthaus „Zum Pfeiffer“. mini|Blick zum Todhübel nebst Steinbruch rechts vom Dorfgrund nach Wahnsdorf, vom gegenüberliegenden Lößnitzgrundhang aus (1899). Mittig das Landhaus Lößnitzgrundstraße 81, rechts das Elektrizitätswerk Niederlößnitz
Bei Quietzsch/Jacob wurde die Anlage als Wehranlage „Todhügel“ geführt. Zusätzlich zur Beschreibung „Turmhügelburg in Spornlage mit Vorgelände und Abschnittsgraben“ erfolgte die Angabe, dass der Schutz am 22. April 1941 erfolgte und am 20. Mai 1960 erneuert wurde.
Beschreibung mini|hochkant|links|Blick vom Todhübel auf den Bahnhof Lößnitzgrund und die Meierei mini|Blick vom Todhübel (Wirtschaftshoffläche) in den Halsgraben Richtung Dorfgrund mini|Im Halsgraben des Todhübels, links Wirtschaftshoffläche, rechts Wehrturmfläche mini|hochkant|Steinbruch „Hoher Stein“ mit Wolfsbild, angefertigt 2007 zum Powwow der Karl-May-Festtage Südlich des Dorfgrunds, der vom Lößnitzgrund auf die Hochebene nach Wahnsdorf führt, erhebt sich bis auf der zum Lößnitzgrund (dort unter ) steil abfallende Todhübel, auf dem sich oben eine nicht mehr vorhandene, befestigte Gutsanlage (Herrensitz) in Form einer Turmhügelburg aus dem 13. Jahrhundert befunden hat.
Der Lage nach entsprach die Anlage einer Spornburg mit von Südosten offenem Zugang. Von Wahnsdorf kommend wird der Todhübel durch einen ersten Graben mit Wall abgetrennt, hinter dem sich nach Erkenntnissen der archäologischen Forschung ein Wirtschaftshof (Vorburg) befand. Näher zum Lößnitzgrund folgt ein steilerer, tiefer Halsgraben, der eine kleinere Hochfläche (Bühl) von etwa 15 m Durchmesser abtrennt, die vermutlich durch eine Palisade geschützt war. Auf dieser stand vermutlich ein fachwerkartiger Wohn-Wehrturm, von dem auch keine Bebauungsreste mehr vorhanden sind.Informationen des Landesamts für Archäologie zum Tag des offenen Denkmals 2008, Motto Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung
An dem Wall der Vorburg „kann [aus Schutzgründen] eine steinerne Blendmauer angenommen werden“, die, „würde sie einst gefunden, das älteste steinerne Bauwerk im heutigen Stadtgebiet“ wäre, „gleichzeitig entstanden“ mit dem „älteste[n] […] im Turmfundament der Friedenskirche steckende[n] Mauerwerk“.
Nördlich, westnordwestlich und südlich des Todhübels befinden sich drei ehemalige Steinbrüche aus späterer Zeit. In dem südlich gelegenen Steinbruch „Hoher Stein“ findet ein Teil der jährlichen Veranstaltungen der Karl-May-Festtage statt.
Eine historische Zuordnung dieser Anlage ist derzeit nicht möglich.
Geologie Der mittelkörnige Syenit besteht hauptsächlich aus Kalifeldspat (Orthoklas und Mikrolin), Plagioklas und Hornblende. Die Hornblende- und Feldspatkristalle sind als Parallelgefüge angeordnet. Hinzu kommen dunkle feinkörnige Ausscheidungen von unregelmäßiger Größe, die aus Hornblende und Biotit bestehen.Lössnitz und Moritzburger Teichlandschaft. Werte unserer Heimat, Band 22, 1973, S. 168.
Pflanzengesellschaften Der dortige Wald wurde in Werte unserer Heimat beschrieben als hauptsächlich aus Buchen, Traubeneichen, Stieleichen sowie Ebereschen bestehend. In buschigen Bereichen finden sich Aufrechte Waldrebe, Straußblütige Wucherblume, Sparriger Alant, Echtes Salomonssiegel und Gemeiner Wirbeldost. Auf offenen Halbtrockenrasenflächen wachsen submediterrane Arten, das Alpen-Vermeinkraut sowie kontinentale Sandsteppenarten wie Gelbe Skabiose, Berg-Lauch und Steppen-Lieschgras.
Schutzgebiet Der Todhübel liegt im Bereich des 115 Hektar großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Lößnitzgrund und Lößnitzhänge (Natura-2000-Gebiet, EU-Meldenr.: DE4847304, Landesinterne Nr.: 159), zur Teilfläche 2 („Lößnitzgrund–Ost“). Diese Teilfläche 2 liegt „nahezu vollständig“ im Landschaftsschutzgebiet Lößnitz., abgerufen am 8. Juni 2012.Übersichtskarte zur FFH-Verordnung mit der Einzeichnung des Gebiets, abgerufen am 11. Juni 2012.
Literatur
Harald Quietzsch, Heinz Jacob: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Dresden (= Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden. Band 2). Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 1982, S. 30, 55–56.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Radebeul Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Urbaner Freiraum in Radebeul Kategorie:Bodendenkmal im Landkreis Meißen