mini|hochkant|Das „Forum Kopenhagen“, Veranstaltungsort des Europäischen Filmpreises 2008 mini|hochkant|Matteo Garrone, Regisseur des Siegerfilmes Gomorrha mini|hochkant|Die britische Schauspielerin Judi Dench erhielt bei der Fernsehgala die Auszeichnung für das Lebenswerk. mini|hochkant|Bester Darsteller: Toni Servillo (Gomorrha und Il Divo) mini|hochkant|Konnte den Preis aufgrund eines Theater-Engagements in New York nicht selbst in Empfang nehmen: Kristin Scott Thomas, Beste Darstellerin für So viele Jahre liebe ich dich mini|hochkant|War erfolglos in den Kategorien Regie und Drehbuch vertreten: Ari Folman (Waltz with Bashir) mini|hochkant|Gomorrha-Autor Roberto Saviano wurde mit dem Drehbuch-Preis ausgezeichnet, blieb aber der Verleihung aus Sicherheitsgründen fern. bei tagesschau.de, 6. Dezember 2008; abgerufen am 7. Dezember 2008
Der 21. Europäische Filmpreis wurde am 6. Dezember 2008 verliehen. Die in über 40 Ländern im Fernsehen ausgestrahlte Gala fand in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und damit auch das erste Mal in Skandinavien statt. In Zusammenarbeit mit dem Copenhagen International Film Festival wurde der Europäische Filmpreis 2008 im Forum Kopenhagen in Frederiksberg abgehalten. 1.400 Gäste wurden erwartet., 1. Dezember 2008 (deutsch) abgerufen am 6. Dezember 2008 Neben bekannten Persönlichkeiten aus der europäischen Filmindustrie hatten auch das dänische Kronprinzenpaar Frederik und Mary und die EU-Kommissarin Viviane Reding ihr Erscheinen angekündigt.Offizielle Pressemitteilung, 7. Februar 2008 (englisch) abgerufen am 14. September 2008Offizielle Pressemitteilung, 2. Oktober 2008 (englisch) abgerufen am 6. Oktober 2008 Als Moderator konnte der in Dänemark populäre Journalist und Moderator Mikael Bertelsen gewonnen werden. Als Nachfolger der finnischen Band Leningrad Cowboys führte musikalisch das Jazzorchester Danmarks Radios Big Band durch den Abend. Als Laudatoren wurden neben Reding und EFA-Präsident Wim Wenders unter anderem europäische Schauspieler wie Marianne Faithfull, Hannah Herzsprung, Julia Jentsch, Anamaria Marinca, der nominierte Mads Mikkelsen oder Santiago Segura angekündigt worden., 1. Dezember 2008 (deutsch) abgerufen am 2. Dezember 2008
In Deutschland wurde die Preisverleihung zeitversetzt am 8. Dezember vom deutsch-französischen Fernsehsender ARTE ausgestrahlt, (englisch; aufgerufen am 6. Oktober 2008) in Österreich vom ORF am 9. Dezember. bei tv.orf.at; abgerufen am 6. Dezember 2008
Favorisierte Filme
Die Nominierungen wurden von der Europäischen Filmakademie (EFA) am 8. November 2008 auf dem Europäischen Filmfestival von Sevilla bekannt gegeben. Filme mit politischen und sozialkritischen Themen dominierten die Auswahl.Europäischer Filmpreis: Italien ist Favorit. In: Der Tagesspiegel, 11. November 2008, Ausg. 20082, S. 21 Als Favorit setzte sich bei der Verleihung die italienische Filmproduktion Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra von Matteo Garrone durch. Die Verfilmung von Roberto Savianos gleichnamigem Bestseller, der sich dem neapolitanischen Verbrechersyndikat Camorra widmet, konnte alle fünf Nominierungen in Siege umsetzen. Gomorrha entthronte damit Michael Hanekes 2005 viermal ausgezeichneten Film Caché, der zuvor als am häufigsten ausgezeichneter Film gegolten hatte. Unter den Prämierten waren auch Regisseur Garrone, Hauptdarsteller Toni Servillo, das Drehbuch und die Kameraarbeit. Garrones Film, gleichzeitig Italiens Kandidat für die kommende Oscarverleihung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film, setzte sich damit gegen seinen Landsmann Paolo Sorrentino durch, der mit der Politsatire Il Divo das Leben des siebenmaligen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti (ebenfalls gespielt von Toni Servillo) verfilmte, dem ebenfalls Verbindungen zur Mafia nachgesagt werden. Die beiden italienischen Filmproduktionen hatten das Favoritenfeld mit je fünf Nominierungen angeführt.
Ebenfalls als bester europäischer Film nominiert waren Juan Antonio Bayonas Horrorfilm Das Waisenhaus, Mike Leighs Komödie Happy-Go-Lucky und Laurent Cantets Goldene-Palme-Sieger Die Klasse (Frankreichs Kandidat auf den Auslands-Oscar), die unprämiert blieben. Ari Folmans dokumentarischer Animationsfilm Waltz with Bashir der ebenfalls in der Kategorie berücksichtigt worden war, sicherte sich den Preis für die beste Filmmusik. Dieser ging an den in Großbritannien lebenden deutschen Filmkomponisten Max Richter.
Neben Richter waren deutsche Filmschaffende nur in Nebenkategorien vertreten. Andreas Dresen erhielt für sein Liebesdrama Wolke 9 eine Nominierung als bester Regisseur, hatte aber gegenüber Matteo Garrone das Nachsehen. Der Deutsch-Ire Michael Fassbender (Hunger), Jürgen Vogel (Die Welle) und der Deutsche-Filmpreis-Gewinner Elmar Wepper (Kirschblüten – Hanami) konkurrierten gemeinsam mit dem Briten James McAvoy (Abbitte) und den Dänen Thure Lindhardt und Mads Mikkelsen (Tage des Zorns) um den Darstellerpreis, der an Toni Servillo für seine Rollen in Gomorrah und Il Divo ging. In der Kategorie Beste Darstellerin musste Ursula Werner (Wolke 9) der Britin Kristin Scott Thomas (So viele Jahre liebe ich dich) den Vortritt lassen, die sich auch gegen Hiam Abbass (Lemon Tree), die Albanerin Arta Dobroshi (Lornas Schweigen) die Britin Sally Hawkins (Happy-Go-Lucky) und die Spanierin Belén Rueda (Das Waisenhaus) durchsetzen konnte. Der österreichische Beitrag Revanche von Götz Spielmann, Österreichs Beitrag für die kommende Oscar-Verleihung, und die beiden schweizerischen Beiträge Home von Ursula Meier und Tage und Wolken (Gioni e Nuvole) von Silvio Soldini waren erst gar nicht berücksichtigt worden.
Über die Gewinner der einzelnen Kategorien stimmten bis zur Verleihung die 1800 Mitglieder der Europäischen Filmakademie ab. Bereits im Vorfeld als Sieger fest standen die Schauspielerin Judi Dench und die Filmemacher Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Kragh-Jacobsen.Offizielle Pressemitteilung, 10. September 2008 (englisch) abgerufen am 14. September 2008 Die Oscar-Preisträgerin und Golden-Globe-Gewinnerin Judi Dench erhielt den Preis für das Lebenswerk. Die Britin war 2001 und 2005 für Iris und Der Duft von Lavendel zweimal vergeblich für den Publikumspreis nominiert worden. Die Dänen Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Søren Kragh-Jacobsen hatten sich 1995 als Begründer der Dogma-Bewegung einen Namen gemacht und erhielten die Auszeichnung in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino. Die Filmbewegung habe einen starken Einfluss auf die Filmszene ausgeübt und Regisseuren in aller Welt gezeigt, dass man auch mit wenig Geld erfolgreich Filme machen kann, so die Europäische Filmakademie in ihrer Urteilsbegründung. Von Trier war bereits 1997, 2001 und 2003 von der EFA mit Filmpreisen und einer Regie-Auszeichnung für Breaking the Waves, Dancer in the Dark und Dogville bedacht worden. Vinterberg hatte für den ersten Dogma-Film Das Fest 1998 den Preis in der Kategorie Beste europäische Neuentdeckung erhalten.
Im Rahmen der Preisverleihung wurde zum zweiten Mal der Prix Eurimages, mit der europäische Koproduzenten geehrt werden, vergeben, dieses Mal an die Dänin Vibeke Windeløv und die Deutsche Bettina Brokemper. Beide hatten sich in der Vergangenheit unter anderem für die Produktion von Lars von Triers preisgekrönten Filmen Dogville und Manderlay verantwortlich gezeigt.Offizielle Pressemitteilung, 8. Oktober 2008 (englisch) abgerufen am 10. Oktober 2008 Der im Rahmen der Verleihung vergebene Europäische FIPRESCI-Preis ging an Abdellatif Kechiches César-Gewinner Couscous mit Fisch, der es nicht in die Nominierten-Ränge geschafft hatte., 25. November 2008 (deutsch) abgerufen am 6. Dezember 2008
Gewinner und Nominierte Bester europäischer Film Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (Gomorra) – Regie: Matteo Garrone Il Divo – Regie: Paolo Sorrentino Die Klasse (Entre les murs) – Regie: Laurent Cantet Happy-Go-Lucky – Regie: Mike Leigh Das Waisenhaus (El orfanato) – Regie: Juan Antonio Bayona Waltz with Bashir (ואלס עם באשיר) – Regie: Ari Folman
Beste Regie Matteo Garrone – Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (Gomorra) Laurent Cantet – Die Klasse (Entre les murs) Andreas Dresen – Wolke 9 Ari Folman – Waltz with Bashir (ואלס עם באשיר) Steve McQueen – Hunger Paolo Sorrentino – Il Divo
Bester Darsteller Toni Servillo – Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (Gomorra) und Il Divo Michael Fassbender – Hunger Thure Lindhardt und Mads Mikkelsen – Tage des Zorns (Flammen & Citronen) James McAvoy – Abbitte (Atonement) Jürgen Vogel – Die Welle Elmar Wepper – Kirschblüten – Hanami
Beste Darstellerin Kristin Scott Thomas – So viele Jahre liebe ich dich (Il y a longtemps que je t’aime) Hiam Abbass – Lemon Tree Arta Dobroshi – Lornas Schweigen (Le Silence de Lorna) Sally Hawkins – Happy-Go-Lucky Belén Rueda – Das Waisenhaus (El orfanato) Ursula Werner – Wolke 9
Bestes Drehbuch Maurizio Braucci, Ugo Chiti, Gianni di Gregorio, Matteo Garrone, Massimo Gaudioso und Roberto Saviano – Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (Gomorra) Suha Arraf und Eran Riklis – Lemon Tree Ari Folman – Waltz with Bashir (ואלס עם באשיר) Paolo Sorrentino – Il Divo
Beste Kamera („Carlo-Di-Palma-Preis“) Marco Onorato – Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra (Gomorra) Luca Bigazzi – Il Divo Óscar Faura – Das Waisenhaus (El orfanato) Sergei Trofimow und Rogier Stoffers – Der Mongole (Монгол)
Beste Filmmusik Max Richter – Waltz with Bashir (ואלס עם באשיר) Tuur Florizoone – Neulich in Belgien (Aanrijding in Moscou) Dario Marianelli – Abbitte (Atonement) Fernando Velázquez – Das Waisenhaus (El orfanato)
Prix D’Exellence Magdalena Biedrzycka – Kostüme in Das Massaker von Katyn (Katyń) Marton Agh – Szenenbild in Delta Laurence Briaud – Schnitt in Ein Weihnachtsmärchen (Un conte de Noël) Petter Fladeby – Ton in O’ Horten
Offizielle Auswahlliste – Spielfilme 20 von 21 nominierten Filmproduktionen wurden aus einer Auswahlliste („Longlist“) für den Europäischen Filmpreis ausgewählt. 44 Filmproduktionen aus 27 Ländern konkurrierten um Nominierungen. Alle Spielfilme waren zwischen dem 1. Juli 2007 und April/Mai 2008 öffentlich auf Festivals oder in Kinos gezeigt worden. 20 von diesen gelangten durch die Wahl der EFA-Mitglieder in den jeweiligen europäischen Ländern direkt auf die Liste. Die restlichen 24 Filme wurden unter anderem von europäischen Filminstitutionen, Festivals und Fachzeitschriften vorgeschlagen und durch ein Auswahlkomitee ermittelt, das aus Mitgliedern des EFA-Vorstandes und einer Expertengruppe bestand.
Die für die regulären Kategorien nominierten Filme sind farblich hervorgehoben. Nicht vertreten in der Auflistung ist Philippe Claudels Drama So viele Jahre liebe ich dich für das die Britin Kristin Scott Thomas eine Darsteller-Nominierung erhielt. Produzenten von europäischen Spielfilmproduktionen, die nicht auf der Liste der empfohlenen Filme vertreten sind, haben nach den geltenden Regularien das Recht, den Mitgliedern der European Film Academy auf eigene Kosten DVDs ihrer Filme als Kandidaten für eine Nominierung zuzusenden.Auswahlverfahren bei europeanfilmacademy.org; abgerufen am 16. November 2008 Dies geschah im Fall von So viele Jahre liebe ich dich.