Jean-Marc André Gounon (* 1. Januar 1963 in Aubenas) ist ein ehemaliger französischer Automobilrennfahrer und der Vater von Jules Gounon. Er bestritt neun Formel-1-Rennen, erzielte jedoch keine Meisterschaftspunkte.

Karriere Anfänge im Motorsport Erstmals trat Gounon 1989 in Erscheinung, als er die französische Formel-3-Meisterschaft gewann. Von 1990 bis 1992 fuhr er in der Formel 3000, wo er eine beständige Leistung zeigte und einige Siege einfuhr.

Formel 1 1993 1993 gelang Gounon der Einstieg in die Formel 1. Zunächst war ein Start für das Team March Engineering vorgesehen. March litt, seitdem der frühere Teameigner Akira Akagi im September 1991 verhaftet worden war, finanzielle Not und hatte die Saison 1992 nur mit sehr viel Mühe hinter sich bringen können. Für 1993 hatte die Teamleitung den Einsatz zweier Autos für Gounon sowie für Jan Lammers vorgesehen. Das Team, die Autos und auch die Fahrer waren zum Auftaktrennen in Südafrika erschienen; allerdings hatte die Teamleitung nicht genügend Geld, um die Autos beim südafrikanischen Zoll auszulösen. Zudem fehlten Motoren, da Ilmor, der avisierte Motorenlieferant, zunächst auf der Begleichung fälliger Rechnungen aus dem Jahr 1992 bestand. Das Team March Engineering trat daher weder zum Großen Preis von Südafrika noch zu einem anderen Rennen der Saison 1993 an und wurde später liquidiert.

Später gelang Gounon sein Formel-1-Debüt beim Großen Preis von Japan. Für die letzten beiden Rennen der Saison kaufte er sich beim italienischen Team Minardi ein und ersetzte Christian Fittipaldi, woraufhin es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Minardi und Fittipaldi kam, da der Brasilianer für die gesamte Saison 1993 im Voraus gezahlt hatte. Gounon fiel in beiden Rennen aus.

1994 Für die Saison 1994 gelang es ihm zunächst nicht, ein Cockpit zu erhalten. Zu seinem Heimrennen, dem Großen Preis von Frankreich, ersetzte er jedoch beim britischen Rennstall Simtek den Italiener Andrea Montermini, der wegen eines Beinbruchs nicht mehr an den folgenden Rennen teilnehmen konnte. Gounon fuhr die Großen Preise von Frankreich, England, Deutschland, Ungarn, Belgien, Italien und Portugal für Simtek. In jedem dieser Rennen konnte er seinen Simtek S941 qualifizieren. Trotzdem wurde er noch während der Saison nach sieben Rennen durch Domenico Schiattarella ersetzt, der neue Sponsorengelder mit ins Team brachte. Somit war Gounons Formel-1-Karriere nach neun Rennen beendet.

FIA GT-Meisterschaft Danach wechselte er in die FIA-GT-Meisterschaft und fuhr 1997 für das Gulf Team Davidoff dreimal einen Podiumsplatz heraus. Im selben Jahr trat er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an und siegte in der GT1-Klasse. Gounon blieb in der Saison 1998 in der FIA-GT und teilte sich einen Mercedes-Benz CLK GTR mit Marcel Tiemann. Beim ersten Rennen in Oschersleben fuhr er aufs Podium und konnte in den weiteren Rennen mehrere Platzierungen unter den ersten zehn verzeichnen. 1999 sollte er für das AMG-Mercedes-Werksteam in Le Mans starten. Mark Webber, mit dem er sich das Fahrzeug teilte, überschlug sich im Training am Ende der Mulsanne-Geraden, wobei das Fahrzeug zerstört und vom Team zurückgezogen wurde.

Sport-Prototypen Neben dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans fuhr er für das französische DAMS-Team in der FIA-Sportwagen-Meisterschaft. Gounon bestritt in einem Prototyp sechs der neun Meisterschaftsläufe, gewann mit Éric Bernard vier Rennen, unter anderen das 2:30-Stunden-Rennen von Donington, und fiel in den beiden anderen Läufen mit technischen Defekten aus. Zusammen mit DAMS trat er außerdem 1999 bei einigen Läufen der American Le Mans Series an. Sein bestes Ergebnis erzielte Gounon gemeinsam mit Christophe Tinseau beim Grand Prix of Las Vegas. Dort beendete er das Rennen hinter beiden Prototypen des Schnitzer-Werksteams, zu denen er in der darauffolgenden Saison wechselte. Zusammen mit Bill Auberlen pilotierte Gounon nun einen BMW V12 LMR. Die Fahrerpaarung konnte jedoch nicht an die Leistung des Schwesterautos anknüpfen und beendete jedes Rennen hinter Jörg Müller und JJ Lehto. Von 2004 bis 2007 fuhr Gounon für Courage Compétition in der neu gegründeten Le Mans Series. Seine besten Ergebnisse waren zwei LMP2-Klassensiege in der Saison 2004.

Statistik Statistik in der Formel-1-Weltmeisterschaft Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1993 Minardi Team Minardi M193 Ford HB 3.5 V8 2 − − − − − − 32. 1994 MTV Simtek Ford Simtek S941 Ford HB 3.5 V8 7 − − − − − − 29. Gesamt 9 − − − − − −

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 1993 DNF DNF 1994 9 16 DNF DNF 11 DNF 15

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1995 Société Venturi SA Venturi 600SLM Paul Belmondo Arnaud Trévisiol nicht klassiert 1996 Ennea SRL Igol Ferrari F40 GTE Paul Belmondo Éric Bernard Ausfall Elektronik 1997 Gulf Team Davidoff McLaren F1 GTR Anders Olofsson Pierre-Henri Raphanel Rang 2 und Klassensieg 1998 AMG Mercedes Mercedes-Benz CLK LM Christophe Bouchut Ricardo Zonta Ausfall Motorschaden 2000 Thomas Bscher Promotion BMW V12 LM Thomas Bscher Geoff Lees Ausfall Unfall 2001 Johansson Motorsport Audi R8 Stefan Johansson Tom Coronel Ausfall Elektronik 2003 Courage Compétition Courage C60 Jonathan Cochet Rang 7 2004 Courage Compétition Courage C65 Sam Hancock Alexander Frei Ausfall Feuer 2005 Audi Playstation ORECA Audi R8 Franck Montagny Stéphane Ortelli Rang 4 2006 Courage Compétition Courage LC70 Haruki Kurosawa Shinji Nakano Ausfall 2007 Courage LC70 Stefan Johansson Ausfall Motorschaden 2008 Epsilon Euskadi Epsilon Euskadi ee1 Stefan Johansson Shinji Nakano Ausfall Kraftübertragung

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 2000 BMW Motorsport BMW V12 LMR Bill Auberlen Steve Soper Rang 4

Weblinks

Jean-Marc Gounon bei Racing Sports Cars

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