alternativtext=|mini|Billerbecker Ortsteile mini|Billerbeck, Ludgerus-Dom und Johannis-Kirche, 2012 mini|Haus Hameren, Kapelle, 2012 Billerbeck (plattdeutsch Billerbiek) ist eine Stadt im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Billerbeck ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie Billerbeck liegt westlich von Münster an der nördlichen Grenze des Kreises Coesfeld und grenzt an Rosendahl, Laer, Altenberge, Havixbeck, Nottuln und Coesfeld.

Stadtgliederung Stadt Billerbeck, Kirchspiel Billerbeck (Gemeinde bis 1969) Beerlage (Gemeinde bis 1969)

Geschichte Der heilige Liudger starb am 26. März 809 bei Billerbeck. Um 1234 wurde die Johannis-Kirche gebaut. Durch Bischof Otto III. von Rietberg erhielt Billerbeck am 18. Februar 1302 Stadtrechte. Die Täufer setzten die Stadt 1548 in Brand. 1589 wurde sie von 500 holländischen Reitern aus Lochem überfallen. Von 1802 bis 1815 gehörte Billerbeck zum Kaiserreich Frankreich und fiel 1815 an Preußen. Die Dampfmolkerei Billerbeck wurde 1884 gegründet. 1891 wurden das Rathaus und in den Jahren 1892 bis 1898 die Propsteikirche St. Ludgerus gebaut. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges zogen am 30. März 1945 amerikanische Truppen ein. Die Freilichtbühne wurde 1950 gegründet.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1969 wurden die Bauerschaften Alstätte, Bockelsdorf, Bombeck, Dörholt, Gantweg, Gerleve, Hamern, Lutum, Osthellen, Osthellermark und Westhellen (alle ehemalige Gemeinde Kirchspiel Billerbeck), Aulendorf, Esking, Langenhorst und Temming (alle ehemalige Gemeinde Beerlage) eingegliedert.

Politik Stadtrat Die 26 Sitze des Stadtrates sind seit der Kommunalwahl vom 13. September 2025 wie folgt auf die einzelnen Parteien und Wählergruppen verteilt: CDU 14 Sitze Grüne 5 Sitze SPD 5 Sitze FDP 1 Sitz Familienpartei: 1 Sitz

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975 In der ListeVerzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2025 werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr CDU SPD Grüne FDP Familie Zentrum 1975 58,5 15,4 8,7 17,4 1979 47,5 22,5 4,3 25,8 1984 45,3 20,8 7,42 7,42 19,0 1989 37,7 27,7 8,0 8,4 18,2 1994 46,2 37,1 8,7 8,0 1999 52,4 37,5 5,7 4,4 2004 53,3 37,3 9,5 2009 46,9 27,2 13,6 9,7 2,6 2014 43,6 27,2 19,7 5,4 4,1 2020 47,0 17,8 24,8 5,8 4,6 2025 52,4 18,7 18,5 4,5 5,9

Fußnoten

Parteien Es existieren Stadt- bzw. Ortsverbände von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der Familienpartei.

Stadtoberhäupter +Stadtoberhäupter 1812–1946, auf billerbeck.de Zeitraum Titel Name1812–1816MaireArnold Coermann1816–1853BürgermeisterCaspar Coermann1835–1872Bürgermeister (später Amtmann)Carl Massonneau1872–1906EhrenamtmannAugust Freiherr von Twickel1907–1939Ehrenamtmann (seit 1927 Ehrenbürgermeister)Ludger Freiherr von Twickel1939–1945AmtsbürgermeisterErnst Böcker1945–1946AmtsdirektorHeinrich Fasse

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gemeinderäte durch die britische Militärregierung ernannt. Am 15. September 1946 fanden die ersten freien Kommunalwahlen nach dem Krieg statt.

+frei gewählte Amtsbürgermeister 1946–1969 Zeitraum Name Beruf1946–1948Ludger LeiersZahnarzt1948–1950Bernhard HuesmannOrganist1950–1961Bernhard GehltomholtLandwirt1961–1969Heinrich MühlenkampLandwirt

Liste der Gemeindevorsteher/Bürgermeister in den drei ehem. amtsangehörigen Gemeinden

+Billerbeck-Kirchspiel Zeitraum Name Beruf1900–1930Anton Weitkamp-NeuhausGutsbesitzer1930–1939Wilhelm SergesGutsbesitzer1939–1945Ludger PohlmannLandwirt1946–1948Franz WichmannBauer1948–1952Bernhard ReinertBauer1952–1964Franz WichmannBauer1964–1969Heinrich BrinkmannBauer

+Billerbeck-Beerlage Zeitraum Name Beruf1894–1908Bernhard Große EnkingGutsbesitzer1908–1919Max GrevingGutsbesitzer1919–1933Heinrich Gerleve-AulingGutsbesitzer1933–1935Gerhard IdelmannLehrer1935–1945Josef BeckbauerBauer1946–1957Ludger BäumerLandwirt1957–1969Anton HoltkampZimmermeister und Gastwirt

+Stadt Billerbeck Zeitraum Name Beruf1873–1907Theodor KerkhoffRentner1907–1908Josef ThomasLeinenfabrikant1908–1919Adolf RaveApothekenbesitzer1924–1933Josef AverbeckSägewerksbesitzer1934–1945Karl KnüppelBuchhändler1946–1948Hubert ReilingOrganist1948–1949Anton AverhoffBauunternehmer1949–1951Joh. HoltkampLehrer i. R.1951–1956Ludger WesselingKaufmann1956–1961Josef MessingJustizsekretär1961–1973Werner BrockampKürschnermeister1973–1979Bernhard WestphalRealschuldirektor1979–1999Hermann KemperBäckermeister

+Hauptgemeindebeamte, gewählt von der Amts- bzw. Stadtvertretung Zeitraum Titel Name1947–1959AmtsdirektorHeinrich Elkmann1959–1966AmtsdirektorHeinrich Weißenberg1966–1978Amtsdirektor (seit 1969 Stadtdirektor)Georg Lanfer1978–1987StadtdirektorJoachim Pott1987–1999StadtdirektorHarald Koch

1999 wurde das Amt des Bürgermeisters mit dem des Stadtdirektors zusammengelegt.

+Bürgermeister ab 1999 Zeitraum Name1999–2004Harald Koch2004–2025Marion Dirksab 2025Marco Lennertz

Aktueller Bürgermeister Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl im Jahr 2025 Marco Lennertz (CDU).

Wappen, Banner und Flagge Der Stadt ist mit Urkunde der Bezirksregierung Münster vom 11. November 1970 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge und eines Banners verliehen worden.

Wappen Blasonierung: „In Blau drei schrägrechte silberne Wellenbalken.“

Das Stadtwappen ist auf die Inhaber des bischöflichen Amthofes Billerbeck zurückzuführen, die gleichzeitig Stadtrichter waren. Es zeigt als „redendes Wappen“ drei nach links laufende Silberbäche auf blauem Schilde und hat Ähnlichkeit mit dem Wappen der ebenfalls aus einem bischöflichen Amthof hervorgegangenen Stadt Beckum. Vielleicht nimmt es Bezug auf die drei in der Stadt befindlichen Bäche Berkel, Haulingbach und Lilienbeck. Kurioserweise gibt es am Rathaus der Stadt vom Ende des 19. Jahrhunderts ein Sandsteinwappen über einem der Fenster, in dem die Flüsse nicht von links oben nach rechts unten, sondern von rechts oben nach links unten fließen. Dieselbe Fließrichtung hat auch ein hinterleuchtetes Wappen mit dem Antlitz des heiligen Liudger in der Billerbecker Stadtsparkasse (jetzt Filiale der Sparkasse Westmünsterland).

Banner und Flagge Beschreibung des Banners: „Das Banner ist in drei Bahnen im Verhältnis 1 : 3 : 1 von Blau zu Weiß zu Blau längsgestreift und zeigt in der oberen Hälfte der mittleren Bahn das Stadtwappen im Schild.“

Beschreibung der Flagge: „Die Flagge (Hissflagge) ist in drei Bahnen im Verhältnis 1 : 3 : 1 von Blau zu Weiß zu Blau quergestreift und zeigt in der Mitte der mittleren Bahn das Stadtwappen im Schild.“

Partnerstädte Billerbeck unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Gemeinden: , Vereinigte Staaten (1983) , Lettland (2017), auf streiflichter.com , Frankreich (2017) , Ukraine (2023)

Ehemalige Partnerstadt , Niederlande (von 1966 bis 1994), auf streiflichter.com

Kultur und Sehenswürdigkeiten

mini|Rathaus Billerbeck mini|Kolvenburg in Billerbeck mit Johanniskirche und Ludgerus-Dom mini|Die alte Berkelfurt an der historischen Badeanstalt Bauwerke Propsteikirche St. Ludgerus (Ludgerus-Dom) Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer (Johanniskirche) Rathaus, Markt 1. Der neugotische, mit Sandsteinquadern verblendete Bau wurde 1891 von Hilger Hertel errichtet und 1948/49 erweitert. Richthof Archidiakonat (zuständig für Billerbeck Darfeld und Holthausen), Johanniskirchplatz 11. Ältester Teil des L-förmigen Bauwerkes bildet ein um 1500 entstandenes Steinwerk.Christoph Dautermann: Kirchhöfe und Kirchofspeicher in Nordwestdeutschland. In: Beiträge zum städtischen Bauen und Wohnen in Nordwestdeutschland. Münster 1988, Seite 297, Abb. 37 Es wurde später in den 1679 erstellten Neubau einbezogen. Die Innenstadt von Billerbeck weist bis heute eine größere Zahl historischer Wohnbauten auf. Die ältesten befinden sich in der Münsterstraße und am Johanniskirchplatz. Bedeutendster Profanbau ist das so genannte Haus Beckebans, Münsterstraße 6, das um 1570 errichtet und ab 1972 umfassend restauriert wurde.Zur Geschichte und Baugeschichte dieses Hauses vgl. Andreas Eiynck: Häuser, Speicher, Gaden. Städtische Bauweisen und Wohnformen in Steinfurt und im nordwestlichen Münsterland. Bonn 1991, Seite 153–157 Es zeichnet sich durch einen Dreistaffelgiebel aus, der von Muschelaufsätzen bekrönt wird. Zu dem Anwesen gehörten die unmittelbar nebenan befindlichen Häuser Nr. 4 und Nr. 8, die ebenfalls noch aus dieser Zeit stammen dürften. Ersteres präsentiert sich als eingeschossiges Traufenhaus mit Treppengiebel, während die Front von Nr. 8 im 19. Jahrhundert erneuert wurde. Im Inneren von Münsterstraße 16 (wohl spätes 16. Jh.) befindet sich ein Kamin von 1693, der mit Roll- und Beschlagwerk verziert ist.Eiynck, Häuser, Speicher, Gaden, Seite 157–158 Von Münsterstraße 25 blieb lediglich das Hinterhaus aus dem 16. Jahrhundert erhalten.Näheres zu diesem Bau siehe: Einzelberichte zur Denkmalpflege für die Jahre 1980-1984. In: Westfalen, Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde, 67. Band (1989), Seite 419–420 Das zugehörige Vorderhaus ist nicht mehr vorhanden. Eine geschlossene Kirchplatzbebauung mit einfachen Fachwerkbauten (Speicherhäuschen) befindet sich im Umkreis der St.-Johannis-Kirche. Die ältesten Häuser sind im Kern noch spätmittelalterlich, wurden aber mehrfach umgebaut. So wird Johanniskirchplatz 2 dendrochronologisch auf das Jahr 1513 datiert, das Speicherhaus mit der Hausnummer 6–7 stammt im Kern von 1492 und wurde 1616 erweitert. Abtei Gerleve Haus Hameren (Inh.: Baron Degenhard von Twickel zu Hameren) Haus Runde Ludgerus-Brunnen Marienkapelle Aulendorf Evangelisches Kirchenzentrum „Vom Guten Hirten“ (seit 1974, davor „Notkirche“)Diasporakapelle vom Guten Hirten Billerbeck, auf .otto-bartning.de Kulturzentrum Alte Landwirtschaftsschule Ludgerus-Stift mit der Stiftskapelle

Theater Im Jahre 1950 wurde von den Billerbecker Bürgern Alex Hesselmann und Bernhard Engbers die Freilichtbühne Billerbeck gegründet. Der Lehrer Stephan Rüter, der auch die Freilichtbühne Coesfeld betreute, war hier aktiv. Alljährlich werden im Sommer auf der großen Naturbühne ein Kinder- und ein Erwachsenenstück gespielt, hinzu kommen zahlreiche Gastproduktionen. Im Winter finden jährlich ein Kinderstück sowie ein Studiostück für Erwachsene statt.

Freibad Das denkmalgeschützte Freibad wurde am 3. Juli 1960 eröffnet. Es ist beheizt und hat eine Beckengröße von 50 × 18 m, ein Springerbecken und ein beschattetes Kinderbecken. Das Freibad ist ausgestattet mit Startblöcken, einem Ein-Meter-Sprungbrett, einem Dreimeterturm und einer Rutsche. Außerhalb des Wassers gibt es eine große Liegewiese mit einigen kostenlosen Liegen, Fußball- und Beachvolleyball-Plätzen.

Alte Badeanstalt Vom 20. Juli 1924 bis 1960 gab es in der Nähe der Berkelquelle bereits eine Badeanstalt in Billerbeck. Diese wurde zugunsten des neuen Freibades in einen Angelteich umgewandelt. Die Führung des Bades hatte der 1923 gegründete Schwimmverein.Billerbeck Vorhänge gegen zehn Pfennige verliehen, auf azonline.de

Skateboardanlage Die Skateboardanlage, ein ehemaliges Regenrückhaltebecken am Helker Berg, liegt im Sport- und Freizeitzentrum der Stadt.

Museen Die Kolvenburg besteht aus Bauteilen des 15. und 16. Jahrhunderts. Das Herrenhaus mit seinem auffallenden Krüppelwalmdach wird als typischer Wohnsitz des niederen Adels im Münsterland ausgewiesen. Heute befindet sich hier das Kulturzentrum des Kreises Coesfeld mit wechselnden Ausstellungen.

Parks Berkel-Auen mit Berkelquellteichen, historischer Badeanstalt und Wassertretbecken Freizeit- und Sportzentrum Helker Berg Ferienpark Baumberge (rustikale Ferienhäuser-Siedlung, teils auf Nottulner Gebiet)

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Bahnhof Billerbeck mini|Bahnhof, historische Lagerhalle und historischer Lokschuppen