mini|Geschirrspülmaschine im Haushalt

Eine Geschirrspülmaschine (schweiz. auch Abwaschmaschine, als Kurzform auch Spülmaschine oder ugs. GeschirrspülerDuden online genannt) ist ein meist in Küchen eingesetztes Gerät zur maschinellen Reinigung von Koch- und Essgeschirr, Essbesteck und Küchenutensilien.

mini|Geschirrspülmaschine (Korb entnommen), zu sehen sind Sprüharme, Sieb und Einfüllöffnung für das Regeneriersalz

Geschichte mini|Geschirrspülmaschine von 1917

1850 wurde an Joel Houghton das erste Patent erteilt für eine handbetriebene Spülmaschine aus Holz, die jedoch schlecht funktionierte. Am 21. November 1865 erhielt Levi Alexander ebenfalls ein Patent; auch dieses Gerät funktionierte nicht problemlos.21. November 1865: Patentierung der Geschirrspülmaschine In: ARD Audiothek vom 21. November 2025

1886 wurde von der Amerikanerin Josephine Cochrane (1839–1913) ein Patent für einen mit Wasserdruck arbeitenden Geschirrspüler eingereicht. Sie gilt als Erfinderin des Geschirrspülers.Die Spülmaschine der Josephine Cochran, auf programm.ard.de Die erste Geschirrspülmaschine wurde auf der Weltausstellung 1893 in Chicago präsentiert. Cochrane gründete ein Unternehmen, die Cochran's Crescent Washing Machine Company, das die KitchenAid-Linie auf den Markt brachte; Kunden waren zunächst Restaurants und Hotels. 1926 wurde das von Cochrane gegründete Unternehmen von Hobart aufgekauft.

Miele baute 1929 die ersten elektrischen Geschirrspülmaschinen Europas.miele.de (Pressemitteilung vom 17. Mai 2019) 1978 brachte Miele die weltweit erste Geschirrspülmaschine mit Mikrocomputer und Sensorelektronik auf den Markt. Diese reduzierten den Verbrauch von Wasser und Strom erheblich und erleichterten die Bedienung.

Erstmals wurde im April 2014 ein Geschirrspüler mit Wärmepumpen- und Latentwärmespeichertechnologie für den Gebrauch im privaten Haushalt auf den Markt gebracht.

Verbreitung

Für Privathaushalte setzten sich Geschirrspülmaschinen ab den späten 1960er Jahren in Westdeutschland zunehmend durch. In der ehemaligen DDR waren Geschirrspülmaschinen bis zuletzt (Fall der Mauer / Wiedervereinigung) ein Luxusgut. 73 % der privaten Haushalte in Deutschland besaßen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2021 eine Spülmaschine.DESTATIS, Ausstattung privater Haushalte mit elektrischen Haushalts- und sonstigen Geräten – Deutschland, abgerufen im Januar 2022

Funktionsweise mini|Glasmodell eines Geschirrspülers in Betrieb mini|Reiniger-Tablette („Tab“), ca. 10 × 20 × 30 mm

Rotierende Düsen spritzen oder sprühen die stark alkalische Spüllauge gegen die Geschirrteile. Dabei sind der hohe pH-Wert der Lauge, die fettlösenden Tenside (und eventuell im Spülmittel enthaltene stärke- und eiweißspaltende Enzyme) ebenso wichtig zum Lösen der Essensreste wie Temperatur, Einwirkdauer, Druck und Volumenstrom der Wasserstrahlen.

Geschirrspülmaschinen verfügen über mehrere Spülprogramme, die sich in der Dauer und im Temperaturbereich voneinander unterscheiden. Spülprogramme gliedern sich in einen Vorspülgang (Kaltwasser ohne Reiniger) zur Entfernung leicht ablösbarer Essensreste, einen Hauptspülgang (Temperatur etwa 30 bis 70 °C mit Reiniger) und einen Klarspülgang (Temperatur etwa 65 bis 85 °C). In den ersten beiden Spülgängen wird das Spülgut gereinigt, während der Klarspülgang zur Entfernung des verunreinigten Spülwassers dient. Weiterhin wird damit bei der anschließenden Trocknung die Bildung von Kalkflecken verhindert.

Bei der Benutzung einer Spülmaschine werden außer Wasser und Strom auch Maschinengeschirrspülmittel, Klarspüler und Regeneriersalz verbraucht, welche in dafür vorgesehene Behälter (mit verschließbarem Deckel) im Innenraum der Maschine gefüllt werden. Spülmittel gibt es in Pulver- und Gelform (v. a. USA) oder als Tabletten (Tabs). Bei der Verwendung sogenannter „Multi-Tabs“ ist kein zusätzlicher Klarspüler und (je nach Wasserhärte) auch kein Salz notwendig, da Klarspüler und Enthärter bereits in den Tabs enthalten sind.

Zu Anfang des Spülgangs öffnet sich der Reinigerbehälter und das Maschinengeschirrspülmittel verteilt sich im Innenraum. Tabletten benötigen einige Zeit, bis sie sich auflösen. Klarspüler verhindert die Fleckenbildung beim Trocknen durch das Aufheben der Oberflächenspannung des Wassers. Regeneriersalz wird bei hartem Wasser zur Regenerierung des Ionentauschers der Maschine benötigt, der das Wasser enthärtet, wodurch die Bildung von Kalkseife und Kesselsteinablagerungen in Rohrleitungen und an Heizelementen verhindert werden.

Verlauf Nach dem Starten wird Wasser aus der Wasserleitung eingelassen. Mithilfe eines Flügelrads, Schwimmern oder Drucksensoren wird die einlaufende Wassermenge gemessen und begrenzt. Das Frischwasser gelangt über die Enthärtungseinheit zum Pumpensumpf, der sich am Boden der Spülmaschine befindet. Von dort wird das Wasser hochgepumpt und mittels bewegter Sprüharme, die durch den Rückstoß des ausspritzenden Wassers angetrieben werden, über dem zu spülenden Gut versprüht.

Das Geschirr wird in der Regel zunächst mit kaltem Wasser vorgespült. Abgespülte, wasserunlösliche Stoffe werden mithilfe von Sieben, die den Pumpensumpf bedecken, herausgefiltert. Das gefilterte Wasser wird im Kreislauf zurück zu den Sprüharmen gepumpt. Neben dem Sieb befindet sich ein Behälter zur Zwischenlagerung des abgefilterten Schmutzes, der nach dem Hauptspülgang abgesaugt wird.

Beim Hauptspülgang wird dem Spülwasser Reinigungsmittel zugesetzt; eine alkalische Lösung entsteht, die auf die eingestellte Temperatur erhitzt wird.

Beim Spülgang wird Spülmittel aus einer Kammer entnommen. Die Wassertemperatur im Klarspülgang ist höher als die im Hauptreinigungsgang verwendete (und auf dem Bedientableau angegebene) Temperatur, um die Schaumbildung des Klarspülers zu reduzieren. Der Klarspüler reduziert die Oberflächenspannung des Wassers, wodurch selbiges leichter vom Spülgut abläuft.

Nach dem letzten Spülgang wird der Inhalt getrocknet. Dazu gibt es unterschiedliche Trocknungssysteme:Geschirrspüler. Aufheizung des Klarspülwassers auf bis zu 75 °C; die resultierende Eigenwärme des gereinigten Guts fördert die Verdunstung. Bei Geräten mit Gebläsetrocknung wird die feuchte Luft aus dem Gerät herausgeführt. Zeolith-Trocknung:Zeolith-Trocknung Desorption: In den ersten Minuten des Programmstarts wird Luft aus dem Geräteinneren mittels Zeolithlüfter in den Zeolith-Behälter gefördert. Die im Zeolith-Behälter eingebaute Heizung ist dabei aktiv und hilft, das Zeolithgranulat zu trocknen. Adsorption: Feuchtluft wird aus dem Gerät mittels Gebläse in den Zeolith-Behälter geleitet. Das Zeolith nimmt die Luftfeuchtigkeit auf, dabei wird Energie in Form von Wärme freigesetzt, die wieder ins Geräteinnere zurückgeführt wird. Trocknung mit geschlossener Kondensations-Trocknung: Ein Gebläse führt die feuchtwarme Luft durch einen kaltwassergefüllten Wärmeübertrager in der Seiten- oder Rückwand des Gerätes, wo die Feuchte kondensiert. die Feuchte der Luft kondensiert ohne Gebläse an der kalten Wandung, hinter der der Kaltwasserbehälter liegt. Die bei älteren Geräten innenliegenden Heizschlangen erwärmen während der Trocknungsphase die Luft. Bei Kurzprogrammen (siehe dort) erfolgt in der Regel kein Trocknen.

Neben den weitverbreiteten Haushaltsspülmaschinen, die je nach Programm Laufzeiten von bis zu fünf Stunden haben, werden in Großküchen mit deutlich mehr, häufiger und rascher zu spülendem Geschirr, wie beispielsweise in Hotels, Restaurants, Altenheimen, Krankenhäusern und beim Catering, Industriespülmaschinen eingesetzt, deren Laufzeiten üblicherweise zwischen einer und fünf Minuten liegen. Diese kurze Programmdauer reicht aus, da hier das Geschirr meist unmittelbar nach Gebrauch gespült wird und somit keine eingetrockneten Verschmutzungen zu entfernen sind. Bei Spülmaschinen mit Durchlauf-Förderband erfolgen Vorspülen, Hauptspülgang und Trocknung in unterschiedlichen Sektoren.

Die zur Reinigung verwendeten Chemikalien werden über den im Ablaufschlauch verbleibenden Flüssigkeitsrest in den nächsten Spülgang oder -zyklus verschleppt und bleiben in Spuren am Geschirr haften (sogenannter Carry-over-Effekt).Roland Rieger: (PDF-Datei), bei hs-fulda.de

Vergleich mit manuellem Spülen Laut einer Untersuchung im Jahre 2020Spülmaschine oder spülen per Hand? Mitteilung des Bayerischen Rundfunks vom 3. September 2020, abgerufen am 2. Januar 2022. wurden beim Abwaschen von Hand für 140 Besteck- und Geschirrteile (160 Besteck- und Geschirrteile sind ca. eine Füllung einer Maschine und entsprechen 12 bis 14 Maßgedecken gemäß EN 50242) durchschnittlich etwa 46 Liter Wasser benötigt. Eine Geschirrspülmaschine benötige hingegen dafür nur etwa 15 Liter Wasser und trotz heißerem Wasser weniger Energie. Nicht bewertet wurde dabei die Art, wie die Wassererwärmung erfolgt und dass Reiniger für Geschirrspülmaschinen aggressivere und teurere Chemikalien sind als Handspülmittel. Beim Spülen geringerer Mengen vergrößert sich sowohl beim Handspülen als auch bei Geschirrspülmaschinen in der Regel der spezifische Verbrauch an Wasser, Energie und Reiniger pro Maßgedeck.

Spülen mit der Maschine brauchte im Durchschnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie als Handspülen, heißt es in einer von vier Haushaltsgeräte- und Spülmittelherstellern finanzierten Studie.Verbraucher nutzen ihre Spülmaschinen zu ineffizient Pressemitteilung der Universität Bonn über eine dort erstellte Studie (Verfasser: Stamminger, Richter et al.) über den Umgang mit Spülmaschinen, Universität Bonn vom 24. Februar 2011, abgerufen am 24. April 2012.

Hingegen kam der deutsche Bund der Energieverbraucher zur Auffassung, energiebewusstes Spülen von Hand würde bis zu 70 Prozent weniger Energie, Spülmittel und Gesamtkosten und etwa gleich viel Wasser verbrauchen; aber für die Mehrzahl der Haushalte sei die Spülmaschine vermutlich im Wasser- und Energieverbrauch sparsamer als das Spülen von Hand.Bund der Energieverbraucher: Sparprogramme der Spülmaschine nutzen.

Manches Geschirr ist nicht spülmaschinenfest, d. h., es verträgt die üblicherweise verwendeten aggressiven Reiniger und hohen Temperaturen nicht; daher muss es von Hand gespült werden (siehe dazu unten).

Programme Bis Mitte der 1990er Jahre waren bei Spülmaschinen elektromechanische Programmschaltwerke üblich, ähnlich denen in Waschmaschinen. Diese bestanden aus einem Drehknopf, der je nach Stellung unterschiedliche Kontakte zu den Komponenten der Maschine (Heizung, Pumpe etc.) öffnete oder schloss, und nach Programmstart automatisch weiterschaltete.

Um ein Programm zu starten, drehte man den Programmknopf auf die entsprechende Markierung (wodurch er auf dem ersten Schritt dieses Programmes stand) und schaltete dann die Maschine ein. War ein Programmschritt abgearbeitet, wurde der Knopf über einen Schrittschaltwerk weiter gedreht. Unterschiedliche Programme waren daher nur sehr eingeschränkt möglich, insofern sich die Programmschritte aller Programme auf dem Schaltwerk anordnen ließen. Häufig hatten solche Maschinen die folgenden drei Programme:

Normalprogramm mit Vorspülen (stärker verschmutztes Geschirr) Normalprogramm ohne Vorspülen (normal verschmutztes Geschirr) Vorspülen

Bei einigen Modellen war bereits eine Auswahl der Temperatur möglich.

Ab Ende der 1990er Jahre wurden die mechanischen Programmschaltwerke durch mikroprozessorgesteuerte Komponenten ersetzt, was mehr unterschiedliche Spülprogramme ermöglicht. Häufig in dieser Zeit waren z. B. ein intensives Programm mit hoher Temperatur (z. B. 65 °C), ein „Normalprogramm“ mit meist 55 °C, ein Kurzprogramm mit geringerer Temperatur und ein Programm „Vorspülen“. Bei Spülmaschinen mit elektronischer Steuerung muss zuerst der Hauptschalter eingeschaltet und dann das Programm gewählt werden. Der eigentliche Programmstart erfolgt dann durch Drücken einer Starttaste oder durch Schließen der Gerätetür.