Das Landestheater Schwaben ist ein im oberschwäbischen Memmingen beheimatetes Ensemble. Der Hauptspielort des Ensembles ist das Stadttheater Memmingen. Intendantin des Ensembles ist seit 2024 Regisseurin Sarah Kohrs. Als Landesbühne wird das Landestheater Schwaben von einem Zweckverband getragen, der aus einem Zusammenschluss von 21 Städten, Gemeinden und Bezirken besteht. Somit spielt das Ensemble nicht nur am Hauptsitz in Memmingen, sondern erfüllt seinen Kulturauftrag auch darüber hinaus. Mit seinen Gastspielen ist das Landestheater Schwaben nicht nur in Bayern, sondern beispielsweise auch in Baden-Württemberg, Hessen, aber auch in Österreich und in der Schweiz unterwegs.
Geschichte Ursprung mini|Der Hauptsitz des LTS am Memminger Theaterplatz Nach den Aufzeichnungen der Stadtchronik wurde bereits im Mittelalter in der freien Reichsstadt Theater gespielt. Vorläuferin des heutigen Landestheaters Schwaben war die nach 1900 entstandene Kraft’sche Companie, die einige Stücke in Memmingen probte.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt fester Bühnenstandort der Bayerischen Landesbühne München. Ab 1937 wurde die Bühne selbstständig und nannte sich Bayerische Landesbühne Sitz Memmingen. Das Memminger Ensemble war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der ersten Theater in Westdeutschland, das 1945 den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte.
Heute Heute werden insgesamt siebzehn Neuproduktionen pro Spielzeit angeboten, davon werden sieben im Großen Haus gespielt und fünf im Studio. Zudem werden Vorstellungen auf der Bühne im Foyer gezeigt und an anderen Orten innerhalb des Theaters. Das Landestheater Schwaben kooperiert auch mit anderen Einrichtungen und spielt dort vor Ort, wie zum Beispiel das Stück NippleJesus in der MEWO Kunsthalle. Das Programm reicht von den Klassikern bis hin zur Gegenwartsliteratur. Auch Uraufführungen und Deutschsprachige Erstaufführungen finden am Landestheater statt. Das Theater ist auch bekannt für seine Musiktheaterproduktionen, die das reine Schauspielensemble gekonnt auf die Bühne bringt.
Im Rahmen der jährlich stattfindenden Bayerischen Theatertage wurde das Landestheater mehrmals preisgekrönt. Das Theater wurde mit einem Gesamtpreis für die konzeptionelle Idee und künstlerische Umsetzung der Produktionen Hekuba, Vermummte und der Memminger Gespräche ausgezeichnet. Zudem finden die Bayerischen Theatertage auch immer wieder am Landestheater in Memmingen statt, zuletzt 2006. Nachdem die für 2020 bzw. 2021 in Memmingen geplanten Bayerischen Theatertage aufgrund der Covid-Pandemie entfallen mussten, sind sie zum nächsten Mal 2028 am Landestheater Schwaben geplant.
Nachdem als Nachfolge von Intendantin Kathrin Mädler im Bewerbungsverfahren eine nicht genannte Persönlichkeit ausgewählt wurde, die jedoch kurzfristig aus persönlichen Gründen absagte, ergab sich ab der Spielzeit 2022/23 eine zweijährige Interimsgesamtleitung in Form einer Doppelspitze. Christine Hofer, vormals Leiterin der Kinder- und Jugendsparte am Landestheater Eisenach, und der Regisseur Alexander May übernahmen die künstlerische Leitung ab Sommer 2022 gemeinsam. Notwendig wurde die Neubesetzung, weil die amtierende Intendantin Mädler zeitgleich an das Theater Oberhausen wechselt.Bewerbung zurückgezogen. Nun Doppelspitze für Landestheater Schwaben, nachtkritik.de vom 17. Juni 2021, abgerufen am 18. Juni 2021 Seit der Spielzeit 2024/25 übernimmt Sarah Kohrs die künstlerische Leitung des Landestheaters Schwaben. Die Regisseurin hatte aus insgesamt 24 Einzel- und Teambewerbungen sowohl die Findungskommission als auch den Trägerzweckverband überzeugt.
Uraufführungen am LTS 1995: Die Judenbank von Reinhold Massag Metal-Opern von David DeFeis: 1999: Klytaimnestra oder der Fluch der Atriden 2001: Hel oder Die Rebellen 2005: Lilith 2005: Mohr of Memmingen von Leopold Hiemer 2007: Grüne Organe 2008: Katharina und Till (10. Januar 2009) 2010: Rauhnacht nach dem Kriminalroman von Volker Klüpfel und Michael Kobr (8. Oktober 2010) 2014: Er ist wieder da 2016: Zwischen den Dingen sind wir sicher 2018: Nebel im August nach dem Roman von Robert Domes (16. März 2018)Klaus-Peter Mayr: Weshalb musste Ernst Lossa sterben? In: Allgäuer Zeitung, 19. März 2018. 2022: Natur (28. Januar 2022) 2022: Die beste Kuh der Welt (22. Januar 2022) 2022: Als die Bohne Achterbahn fuhr von Hannah Zufall (31. Januar 2022) 2023: Ende in Lachen von Nora Schüssler (27. Januar 2023) 2023: Alles muss sich ändern – jetzt! (9. Juni 2023) 2024: Rufmord nach dem Drehbuch von Claudia Kaufmann und Britta Stöckle (12. Oktober 2024) 2024: Young Rebel Girls von Angelika Thönes (13. Oktober 2024)
Intendanten seit 1945 Erich Schmidt, 1945–1949 Wilhelm List-Diehl, 1949–1953 Erich Schmidt, 1953–1960 Bernd Hellmann, 1960–1972 Alf Reigl, 1972–1975 Hans Thoenies, 1975–1979 Peter H. Stöhr, 1979–1990 Norbert Hilchenbach, 1990–1997 Walter Weyers, 1997–2016 Kathrin Mädler, 2016–2022 Christine Hofer & Alexander May, 2022–2024 ab 2024 Sarah Kohrs
Bekannte Ensemblemitglieder Schauspieler Helmut Schmid Peter Pius Irl
Dramaturgen Claudia Roth (Assistentin) Sybille Schmidt (stellvertretende Assistentin)
Spielstätten Das Große Haus befindet sich im historischen Gebäude des Stadttheaters Memmingen und verfügt über ca. 400 Sitzplätze. Seit dem Theateranbau, der 2010 fertiggestellt wurde, verfügt das Haus auch über eine Studiobühne. Diese kann variabel mit bis zu 99 Plätzen bestuhlt werden. Im Theaterfoyer gibt es zudem eine Bühne mit rund 60 Plätzen.
Regelmäßig bespielt das Landestheater im Rahmen seiner Abstechertätigkeit neben modernen Theatern, Stadthallen und Kulturzentren auch historische Theater (u. a. in Kaufbeuren und Kempten).
Literatur
Weblinks
Offizielle Website Das Mutlabor. Landestheater Schwaben in Memmingen bringt Frauen in die erste Reihe und hat Erfolg, Porträt des Landestheater Schwaben, nachtkritik.de vom 27. November 2019.
Einzelnachweise
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