mini|Materialmuster auf der Denkmalmesse in Leipzig mini|Detail einer Mustersäule aus Postaer Sandstein mit geschliffener (links) und gekrönelter Oberfläche mini|Postaer Sandstein der Frauenkirche (Dresden): dunkle originale Steine aus dem 18. Jh. und helle Steine vom Wiederaufbau 1994 bis 2005 Der Postaer Sandstein, auch Wehlener Sandstein genannt, ist eine Sorte der Elbsandsteine.

Er kommt nur auf dem rechten Elbufer im Tal Alte Poste / Herrenleite, bei Lohmen, Stadt Wehlen, Zeichen und Posta vor. Die Mächtigkeit des Vorkommens beträgt 30 bis 50 Meter. Das Vorkommen wird auch Überquader genannt, es hat die geringste räumliche Ausdehnung der sächsischen Sandsteinvorkommen.Dienemann/Burre: Die nutzbaren Gesteine Deutschlands, S. 306 Gebrochen wird im Jahre 2008 in der Umgebung der Orte Lohmen und Stadt Wehlen.

Entstehung und Gesteinsbeschaffenheit Der Postaer Sandstein entstand in der Kreide, im unteren Turon. Dieser Naturstein kann weißlich sein oder er wird durch Limonitanteile gelblich, gelblichgrau und hellgelblich bis braun gefärbt. Er ist kieselig gebunden. Die Korngröße liegt zwischen 0,25 und 0,5 Millimeter und die Zwischenräume sind weitgehend frei von pelitischen Anteilen (Unterschied zum Sandstein Typ Cotta). Er wird als mittelkörnig bezeichnet. Typisches optisches Merkmal sind die fahnenartigen Bänderungen der Eisenmineralien (Limonitkomplex).

Seine Schichtung kommt erst nach einem Einbau im Freien und entsprechender Verwitterung in Erscheinung, denn auf frischen Bruchflächen im Steinbruch erscheint der Werkstein als ungeschichtet.Dienemann, Burre: Die nutzbaren Gesteine Deutschlands. S. 306 Bei einem Einbau im Außenbereich dunkelt dieser Sandstein, wie viele gelbe Sandsteine bis zur Schwarzfärbung nach. Dies ist kein Schaden, denn die technischen Werte verändern sich dadurch nicht. Es hängt damit zusammen, dass die im Stein enthaltenen Eisenminerale angelöst werden und deren Reaktionsprodukte an die Steinoberfläche wandern. Mikrobielle Begleitprozesse sind dabei nicht ausgeschlossen. Dies führt unter den gängigen Umweltbedingungen zu schwarzer Patina.Heiner Siedel, Jan-Michael Lange, Ferdinand Heinz: Bau- und Dekorationsgesteine in Dresden. (Senckenberg NHSD) Dresden 2009, S. 23,

MaterialeigenschaftenPostaer Sandstein –Bh–. Angaben der Firma Sächsische Sandsteinwerke GmbH, abgerufen am 14. Juli 2020. Rohdichte, Mittelwert 2120 kg/m3 (nach DIN EN 1936) Druckfestigkeit ca. 62 MPa (senkrecht zur Schichtung) Wasseraufnahme ca. 5,9 % Offene Porosität ca. 20,6 % Sandstein ist frostsicher, jedoch nicht Tausalz-beständigFrostsicherheit bei Naturstein. Information der Firma jonastone GmbH & Co. KG:Frostsicherheit bei Naturstein, abgerufen am 14. Juli 2020..

Abbau und Verwendung mini|Abbau in der Alten Poste um 1900 Abgebaut wird der Postaer Sandstein im Jahre 2008 in 4 Steinbrüchen (einer im Wesenitztal bei Lohmen) und er wird für massive Fenster- und Türumrahmungen, Fassadenplatten, Steinbildhauerarbeiten und profilierte Steinmetzarbeiten verwendet. Er wird vor allem bei Restaurierungs- und zum Teil bei Neubaumaßnahmen eingesetzt. Eine Auswahl der Verwendung des Postaer Sandsteins: Berlin: Erdgeschoss der Technischen Universität Berlin in Charlottenburg Dresden: Fassadenbereiche am Altmarkt (Neubebauung nach dem Zweiten Weltkrieg) Augustusbrücke Bismarckturm Dresden-Räcknitz Dresdner Bankgebäude Annenkirche Schloss Eckberg Dresdner Hauptbahnhof Coselpalais Frauenkirche Dresden Dresdner Zwinger, Braunsches Atelier Schloss Albrechtsberg Hamburg: Villa Offen Magdeburg: Alte Wache Potsdam Potsdamer Stadtschloss Senftenberg: Kriegerdenkmal für Gefallene des Ersten Weltkriegs

Siehe auch Liste der Sandsteine Cottaer Sandstein Reinhardtsdorfer Sandstein

Literatur Wilhelm Dienemann, Otto Burre: Die nutzbaren Gesteine Deutschlands und ihre Lagerstätten mit Ausnahme der Kohlen, Erze und Salze. Enke-Verlag, Stuttgart 1929, S. 304ff Siegfried Grunert: Der Elbsandstein: Vorkommen, Verwendung, Eigenschaften. In: Geologica Saxonica Journal of Central European Geology, Jg. 52/53 (2007), S. 143–204 (Digitalisat, zobodat.at; PDF; 609 kB)

Weblinks

Technische Daten Postaer Sandstein Informationen zum Elbsandstein

Einzelnachweise

Kategorie:Klastisches Sedimentgestein Kategorie:Sandsteinsorte Kategorie:Geographie (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) Kategorie:Elbsandstein Kategorie:Naturwerkstein der Kreide Kategorie:Gesteinseinheit der Kreide Kategorie:Sedimentärer Naturwerkstein