mini|Lage der Gemeinde Giarmata im Kreis Timiș mini|Giarmata auf der Josephinischen Landaufnahme (1769–1772) mini|Typischer Straßenzug in Giarmata Giarmata (, ) ist eine Gemeinde im westlichen Rumänien, im Kreis Timiș in der Region Banat, zehn Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Timișoara entfernt. Der Flughafen Timișoara (IATA: TSR) liegt in unmittelbarer Nähe des Ortes.
Nachbarorte
Geschichte Giarmata wurde urkundlich erstmals in den päpstlichen Zehentregistern aus den Jahren 1334–1335 erwähnt. 1716, nach der Eroberung Temeswars durch Prinz Eugen von Savoyen, erscheint Giarmata in den Akten des Wiener Hofkammerarchivs unter dem Namen "Jarmatha".
Die Besiedlung von Giarmata durch Deutsche begann 1722 mit circa 20 Familien / 100 Personen aus der Rheingegend um Mainz. In der hochtheresianischen Ansiedlungsperiode wurde der Ort zwischen 1763 und 1765 durch den Sanktandreser Verwalter Josef Franz Knoll erweitert.uni-heidelberg.de, Swantje Volkmann: Die Architektur des 18. Jahrhunderts im Temescher Banat, Heidelberg 2001.
Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Jahrmarkt gehörte, fiel an Rumänien. 1940 erreichte die deutschstämmige Bevölkerung von Giarmata mit 5046 Personen ihre größte Stärke. Durch Deportation und mehrere Auswanderungswellen nahm seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die deutschstämmige Bevölkerung des Ortes stetig ab. 2008 lebten noch fünf deutsche Einwohner in Giarmata. mini|Die Grabinschriften des Friedhofes von Giarmata sind häufig in deutscher Sprache
Die Grabinschriften auf den beiden Friedhöfen des Ortes zeugen von der deutschen Vergangenheit des Ortes.
Persönlichkeiten Maria Ebner (1920–2007), HeimatdichterinMaria Ebner bei . Franz Frombach (1929–1999), Mundartautor Peter Grosz (1947–2024), Schriftsteller Luzian Geier (* 1948), Biologielehrer, Journalist, Heimatforscherjahrmarkt-banat.de, Luzian Geier, Biologielehrer, Journalist, Heimatforscher und Chefredakteur. Zum 60. Geburtstag. Helmuth Mojem (* 1961), Germanist und Honorarprofessor an der Universität Tübingen
Demographie VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 960 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 18806165 1385 133 4578 69 1910 6599 1482 174 4826 117 1966 6147 2375 59 3681 32 1977 6333 2749 108 3417 59 1992 5162 4923 89 80 70 2002 5407 5210 123 21 53 2011Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB). 6502 5763 64 15 660 (107 Roma) 2021Volkszählung 2021 in Rumänien, Populația rezidentă după etnie, 1. Dezember 2021 (rumänisch). 6831 5723 36 10 1062 (109 Roma)
Legende Das Zentrum vom Giarmata bildet der "Große Brunnen". Hier soll Prinz Eugen von Savoyen sein Schwert in eine Eiche gestoßen haben, der dann frisches Trinkwasser für ihn und seine Soldaten entsprungen sein soll. Die deutschstämmigen Einwohner von Giarmata geben diese Legende bis heute in teils verklärenden Gedichten und Liedern weiter, z. B. „Stolz um Prinz Eugens Brunnen, da liegt mein Dorf so schön, ringsum nur reiche Felder und sanfte Rebenhöh’n.“Franz Frombach "Ferne, alte Heimat"
Siehe auch Liste deutscher und ungarischer Bezeichnungen rumänischer Orte Liste der Ortschaften im Banat
Literatur Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber und Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 5. Städte und Dörfer. Mediengruppe Universal Grafische Betriebe München GmbH, München 2011, ISBN 978-3-922979-63-0.
Weblinks
Giarmata bei ghidulprimariilor.ro Franz Junginger: Aus der Geschichte einer banatdeutschen Gemeinde. Jahrmarkt mit Pfarrfiliale Überland, bei jahrmarkt-banat.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Timiș Kategorie:Ort im Banat (Rumänien) Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert