Carl Goetz, auch Carl Götz, eigentlich Karl Perl (* 10. April 1862 in Wien; † 17. August 1932 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler.
Leben und Wirken Der ausgebildete Violinist entschied sich für eine Bühnenlaufbahn und gab sein Debüt 1892 am Stadttheater von St. Pölten. Nach negativen Kritiken ging er 1893 in die USA und arbeitete in New York als Karikaturist für Zeitungen sowie als Buchillustrator. Nebenher trat er am deutschsprachigen Germania-Theater als Gelegenheitsdarsteller auf.
Noch vor 1900 erschien er in Colmar und in Landshut auf der Bühne. Dann trat er in München in Kabaretts auf und hatte erste Erfolge als Schauspieler in Stücken von August Strindberg, John Galsworthy und Georg Kaiser. Der kleine und mit einem Sprachfehler behaftete Goetz agierte danach in Wien, Berlin und an den Münchner Kammerspielen.
1913 begann seine Filmkarriere mit der Hauptrolle eines zu Unrecht des Mordes bezichtigten Landstreichers in Paul von Woringens Die Landstraße. Schon bald war Goetz auf unansehnliche alte Herren und Außenseiter festgelegt. Er war der Dorfnarr in Bogdan Stimoff (1916), der widerliche Ehemann in Licht und Finsternis (1917) und die Titelfigur in Tragödie eines Häßlichen (1921). In Der Mandarin (1919) und Die gelbe Gefahr (1922) verkörperte er jeweils einen Asiaten. Er war der Hofnarr in der Münchner Großproduktion Der Favorit der Königin (1922). In anderen Filmen stellte er Gutsbesitzer, Professoren und Schlossherren dar. In Die Mühle von Sanssouci (1926) war er als der Philosoph Voltaire zu sehen. Eine seiner besten Rollen im Film gab ihm G. W. Pabst mit dem Schigolch, dem Ziehvater der Lulu (Louise Brooks), in Die Büchse der Pandora (1928).
Goetz wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof (11-2-4) in einem ehrenhalber gewidmeten Grab beigesetzt.
Filmografie 1913: Die Landstraße 1914: Die Finsternis und ihr Eigentum 1916: Bogdan Stimoff 1917: Licht und Finsternis 1917: Das schwindende Herz 1918: Der Mandarin 1919: Homo immanis 1919: Die Tote ruft 1920: Gefesselt 1920: Narr und Tod 1920: Der Graf von Cagliostro 1920: Glanz und Elend der Kurtisanen 1921: Drakula halála 1921: Mozarts Leben, Lieben und Leiden 1921: Die Narrenkappe der Liebe 1921: Tragödie eines Häßlichen 1921: Das Haus des Dr. Gaudeamus 1921: Parema – Das Wesen aus der Sternenwelt 1922: Schattenkinder des Glücks 1922: Der Favorit der Königin 1922: Die gelbe Gefahr 1923: Die Austreibung 1923: Bohème 1923: Die Kurtisane von Venedig 1924: Jiskor 1924: Die letzte Stunde (Hotel Potemkin) 1925: Der Bankkrach Unter den Linden 1926: Die Mühle von Sanssouci 1927: Die Pratermizzi 1927: Infanterist Wamperls dreijähriges Pech 1928: Sensations-Prozess 1928: Das Mädchen der Straße 1928: Geschlecht in Fesseln 1928: Prinzessin Olala 1929: Die Büchse der Pandora 1929: Ehe in Not 1929: Fräulein Else 1929: Giftgas 1929: Mein Herz ist eine Jazzband 1929: Trust der Diebe 1930: Das Flötenkonzert von Sans-souci 1930: Die singende Stadt 1930: Der unsterbliche Lump 1930: Zwei Krawatten 1931: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand 1931: Danton 1931: Das Lied vom Leben 1931: Die große Liebe 1931: Die Pranke 1931: Schatten der Unterwelt 1931: Yorck 1932: Die grausame Freundin 1932: Lumpenkavaliere
Literatur
Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Dritter Band F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 295 f.
Weblinks
Biografie mit Foto auf cyranos.ch
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