Die Elde ist der längste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern,Angaben. Statistisches Bundesamt. liegt im Süden und Südwesten dieses Landes und verbindet das Gebiet um die Müritz mit der Elbe. Sie durchfließt in ihrem Oberlauf mehrere große Seen der Mecklenburgischen Seenplatte. Der letzte dieser Seen ist der Plauer See, ab dem der Fluss staugeregelt ist. 180 Kilometer der insgesamt 208 Kilometer langen Elde vom Südrand der Müritz bis zur Elbe bei Dömitz sind schiffbar. Sie bilden die als Bundeswasserstraße ausgewiesene Müritz-Elde-Wasserstraße. Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Flusslauf

Quelle mini|links|Beginn bei Darze. Die Elde tritt aus einem Rohr aus, das hinter der Baumreihe beginnt.

Die Quelle der Elde befindet sich beim Altenhofer Ortsteil Darze, sechs Kilometer südöstlich des Plauer Sees und 20 Kilometer westlich der Müritz. Die ersten etwa 600 Meter des Quellbachs fließen in einem unter einem Feld verlegten Rohr, aus dem er knapp 400 Meter westlich von Darze auf einer Geländehöhe von etwa austritt.

In einigen Dokumenten werden andere Quellorte genannt. So verweisen die Karten des Amtes für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen beim Landesamt für innere Verwaltung Mecklenburg-Vorpommern auf einen beim Finckener Ortsteil Knüppeldamm entspringenden Graben.Dies stützte sich nach eigener Aussage auf die Erfassung örtlicher Topographen in den 1950er und 1960er Jahren. Wie nach Korrespondenz mit dem Landesamt zu erfahren war, wird man sich bei der Laufendhaltung der Karten jedoch der Lesart des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern anschließen, das seinerseits den Eldelauf in Absprache mit dem örtlichen Wasser- und Bodenverband Müritz festlegte. Die Eldequelle wird man jedoch nicht mehr explizit als solche ausweisen. (Bilder zur Grabenquelle bei Knüppeldamm) Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) nannte 1997 in den Beschreibungen zweier Biotope in der näheren Umgebung weitere Quellorte (nordöstlich von KnüppeldammBiotopbeschreibung Feldgehölz mit Eldequelle nordöstl. Knüppeldamm. (PDF; 21 kB) umweltkarten.mv-regierung.de, LUNG; abgerufen am 18. April 2010 und in den Darzer Tannen nördlich der Bundesstraße 198Biotopbeschreibung Quellried nördl. B198 in Darzer Tannen. (PDF; 18 kB) umweltkarten.mv-regierung.de, LUNG; abgerufen am 18. April 2010), entschied sich aber für die Darzer Quelle.von LUNG veröffentlichte alte Landkarte mit Eintrag Elde zwischen Darze und Fincken. umweltkarten.mv-regierung.de (Suchbegriff: "Altenhof").

Auch in alten schriftlichen Texten wird die Quelle der Elde in der Nähe von Darze lokalisiert („bei der Darzer Mühle“)Eintrag Elde in Meyers Konversationslexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, 4. Auflage, 1885–1892

Nur wenige Kilometer südwestlich von der Eldequelle entspringen die nach Südosten fließende Dosse und die nach Südwesten fließende Stepenitz.

Oberlauf und das Gebiet der großen Seen mini|links|Obere Elde nahe Zepkow Die Elde fließt zunächst nach Südosten. Von der Quelle bis zum Müritzsee verläuft sie durch ein flaches, ehemals sumpfiges Gebiet. Sie ist meistens begradigt und von zahlreichen Entwässerungs- und Quellgräben begleitet. Ihr Oberlauf ist ein großer, gegen den Uhrzeigersinn geformter, etwa Dreiviertel eines Kreises umfassender und bis Plau reichender Bogen. Während die Eldequelle nur sechs Kilometer Luftlinie von der Südspitze des Plauer Sees entspringt, erreicht sie den See erst nach etwa 80 Flusskilometern. Alle von der Elde durchflossenen Seen sind Teile dieses Bogens und gehören zur Mecklenburgischen Seenplatte.

Die ersten dieser Seen sind der Darzer See,So benannt in: Friedrich August von Rudloff: Neuere Geschichte von Mecklenburg. 2. Band. 1822, S. 168; . der Finckener See, der Massower See, nach Unterquerung der Bundesautobahn 19 der Mönchsee und der Melzer See.

Bei Priborn erreicht die Elde den Müritzsee und den sich anschließenden Müritzarm, anschließend die Kleine Müritz und schließlich von Süden her die Müritz, den größten See der Mecklenburgischen Seenplatte. Der Abfluss aus der Müritz liegt an deren nördlichen Zipfel (Binnenmüritz bei der Stadt Waren). Auf dem jetzt westlichen Weg durchquert die Elde den Kölpinsee, den Fleesensee, den von der Stadt Malchow rechts gesäumten Malchower See, den Petersdorfer See und nach dem Lenzer Kanal den Plauer See. In den langen Seestrecken vom Müritzarm bis zum Plauer See ist die Elde als Fluss kaum wahrnehmbar. Zwischen Müritz und Kölpinsee wird sie auch als Reeckkanal oder Ree(c)ke und zwischen Fleesensee, Malchower See und Petersdorfer See als Recken bezeichnet. Diese Namen sind slawischen Ursprungs (vergleiche , , ).

Vom Plauer See zur Elbe Ab Plau am See ist die Elde in fast ganzer Länge ein staugeregelter Fluss, wobei aber noch lange Altstrecken parallel existieren. Über Lübz und Parchim ist die Flussrichtung überwiegend westlich. Rund 14 Kilometer nach Parchim ist die Elde über den Störkanal und die Stör mit dem Schweriner See verbunden. An diesem Abzweig wendet sich der Fluss nach Süden und verläuft über Neustadt-Glewe, Grabow und weiter in Richtung Südwesten nach Eldena.

Vor Eldena zweigt der Elde-Seitenkanal ab, der das meiste Wasser der Elde auf kurzem Weg über Neu Kaliß zur Elbe bei Dömitz führt. Der ursprüngliche Flusslauf wendet sich hingegen über Gorlosen nach Süden und vereinigt sich bei Seedorf mit der Löcknitz. Bis etwa Ende des 19. Jahrhunderts wurde der gemeinsame Flusslauf meist als Elde oder Alte Elde bezeichnet,Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. Frege, 1837; books.google.dediverse Landkarten, Beispiel, Beispiel 2 später dagegen wurde er wie heute als Teil der Löcknitz angesehen.diverse Landkarten, Beispiel Nach der Vereinigung von Alter Elde und Löcknitz verläuft der Fluss in westliche Richtung. Die ursprüngliche Mündung in die Elbe lag wenige Kilometer östlich von Dömitz bei Klein Schmölen. Seit den 1970er Jahren wird die Löcknitz nördlich an Dömitz vorbeigeführt, unterquert mittels eines Dükers den Elde-Seitenkanal und mündet erst bei Wehningen in die Elbe.

Flussnamen Die erste schriftliche Erwähnung fand 786 als in Eldam statt. Der Name Elde stammt aus einer alten indoeuropäischen Wurzel mit der Bedeutung 'fließen', 'strömen'.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, ISBN 3-937233-30-X. Alternative Deutungen leiten den Namen von der germanischen Wurzel *alđa- für 'genährt, groß, alt’ ab.

Die teilweise sehr langen, erhalten gebliebenen Altarme neben den staugeregelten Abschnitten, wie auch das Stück von Eldena bis zur Mündung in die Löcknitz, werden Alte Elde genannt. Zwischen den großen Seen heißt der Fluss außer Elde gelegentlich auch Reecke (siehe oben).

mini|ohne|hochkant=3|Verlauf der Elde

Die staugeregelten Abschnitte und der Kanal von Eldena nach Dömitz wurden früher als Neue Elde bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde langsam verdrängt. Anfang der 1960er Jahre, als in Landkarten und anderen Veröffentlichungen noch Neue Elde eingetragen war,Elde. In: Meyers Neues Lexikon. Bibliographisches Institut, Leipzig 1965Atlas für Motortouristik, Berlin 1964 hieß der gesamte schiffbare Teil vom Südrand der Müritz bis zur Elbe bei Dömitz auch Elde-Müritz-Wasserstraße. Dieser Name ging aus der 1936 vom Reichsverkehrsministerium benutzten Bezeichnung Müritz-Elde-Wasserstraße,Reichsverkehrsblatt, A, 1936, S. 31 hervor. Heute ist ebenfalls die Variante Müritz-Elde-Wasserstraße die offizielle Bezeichnung.

Für den Abschnitt zwischen Eldena und Dömitz findet sich in Karten außer Neue Elde auch die Kurzbezeichnung Eldekanal.diverse Landkarten Die heutige amtliche Bezeichnung ist Elde-Seitenkanal als Teil der Müritz-Elde-Wasserstraße.

Schiffbarer Teil mini|hochkant|Abzweig der Müritz-Havel-Wasserstraße an Kilometer 171,9 hochkant|mini|Elde unter Bobziner Schleuse

Müritz-Elde-Wasserstraße Die Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) ist eine Verbindung für Binnenschiffe zwischen Elbe und Mecklenburgischer Seenplatte und über den von der Elde abzweigenden Störkanal auch zum Schweriner See. Sie ist eine Bundeswasserstraße der Wasserstraßenklasse I, für die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe zuständig ist.

Die üblicherweise bergwärts fortlaufende Kilometrierung beginnt mit Kilometer 0,0 in Dömitz (bei Elbe-km 504,1). Bei Kilometer 56 zweigt der Störkanal ab. Das Ende der Müritz-Elde-Wasserstraße ist bei Kilometer 180 bei der Ortschaft Buchholz (12 km südlich von Röbel) am Müritzsee festgelegt., Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes Der nicht schiffbare Teil der Elde mündet bereits vorher bei Priborn in den Müritzsee, wo sich etwa gegenüber auf der östlichen Seite bei Kilometer 171,9 der Anschluss der Müritz-Elde-Wasserstraße an die Müritz-Havel-Wasserstraße befindet.

Die Tauchtiefe beträgt zwischen Dömitz und Plauer See 1,20 Meter, auf der übrigen Strecke durch die Mecklenburger Seenplatte, in der sich keine Schleusen mehr befinden, 1,40 Meter.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Wasserstraße ist heute aufgrund ihrer geringen Abmessungen eher gering, sie wird vorwiegend von Sportbooten und Ausflugsschiffen befahren. Im Jahr 2009 wurden in Dömitz 3481 und in Plau am See 7962 Wasserfahrzeuge geschleust. Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Die zur Müritz-Elde-Wasserstraße gehörende Stör-Wasserstraße (StW: Störkanal, Stör und Schweriner See) ist 44,7 km lang.

Schleusen Der Höhenunterschied von 49 Metern zwischen Elbe und Plauer See wird mit 17 Schleusen überwunden. Die Schleuse mit der größten Fallhöhe (6,9 Meter) befindet sich in Bobzin bei Lübz. Die kürzeste Schleuse ist 41,50 Meter lang, und die schmalste Schleuse ist 5,20 Meter breit. Die geringsten festen Durchfahrtshöhen betragen von Dömitz bis Eldedreieck (MEW-km 0 bis 56,2) 4,22 m (Fußgängerbrücke Grabow bei MEW-km 29,8), von Eldedreieck bis Plau (MEW-km 56,2 bis 120,05) 4,34 m (diverse Brücken) und Seenstrecke (MEW-km 120 bis 180) 4,19 m (Straßenbrücke Vipperow bei MEW-km 172,12).

Außer den Schleusen Plau, Lübz und Dömitz sind 14 Schleusen zu Selbstbedienungsschleusen umgebaut worden. Deren Überwachungszentrale hat ihren Sitz in Parchim.

Schleuse Kilometer Bedienung Stauziel Internationale Kommission zum Schutz der Elbe. (m ü. NN) Schleusen- Tore Wasser- Turbinen Plau 120,05 Vor Ort bedient max. 62,36 min. 61,61 Stemmtore Barkow 114,04 Selbstbedienungsschleuse 60,68 Oberhaupt: Klapptor Unterhaupt: Stemmtore 1 Francis Bobzin 103,78 Selbstbedienungsschleuse 57,47 Oberhaupt: Klapptor Unterhaupt: Stemmtore 1 Francis Lübz 98,94 Vor Ort bedient 50,56 Oberhaupt: Klapptor Unterhaupt: Stemmtore Neuburg 83,33 Selbstbedienungsschleuse 47,62 Oberhaupt: Klapptor Unterhaupt: Stemmtore Schleuse Parchim 72,09 Selbstbedienungsschleuse 43,82 Oberhaupt: Hubtor Unterhaupt: Stemmtore Garwitz 60,75 Selbstbedienungsschleuse 40,74 Stemmtore ← Störkanal 56,00 Lewitz 50,56 Selbstbedienungsschleuse 36,80 Stemmtore 1 Kaplan Neustadt-Glewe 46,16 Selbstbedienungsschleuse 33,11 Stemmtore 2 Kaplan Hechtsforth 34,78 Selbstbedienungsschleuse 30,92 Oberhaupt: Klapptor Unterhaupt: Stemmtore 2 Francis Grabow 30,82 Selbstbedienungsschleuse 27,69 Stemmtore stillgelegt 2 Francis (*) Güritz 22,74 Selbstbedienungsschleuse 25,76 Oberhaupt: Hubtor Unterhaupt: Stemmtore Eldena 17,97 Selbstbedienungsschleuse 22,48 Stemmtore Malliß 9,46 Selbstbedienungsschleuse 20,75 Stemmtore Findenwirunshier 5,81 Fernbedienungsschleuse 18,76 Stemmtore 2 Francis Neu Kaliß 4,94 Selbstbedienungsschleuse 16,49 Stemmtore 2 Francis Dömitz 0,95 Vor Ort bedient 14,75 Stemmtore Elbe 0,00 mittl. Pegel 12,54

(*) Das stillgelegte Kraftwerk in Grabow befindet sich in der Bolbrüggeschen Mühle an der Alten Elde in der Innenstadt, etwa einen Kilometer von der Schleuse entfernt.

Alte Elde