Bischdorf, Biskupice, ist ein Ort im Powiat Oleski der Woiwodschaft Opole in Polen. Als Schulzenamt gehört es der zweisprachigen Landgemeinde Radlau / Radłów an.
Geografie Das Straßendorf Bischdorf liegt im Nordosten der Woiwodschaft Opole, etwa acht Kilometer nordöstlich von Olesno (Rosenberg O.S.) und rund 45 Kilometer nordwestlich von Częstochowa (Tschenstochau) in der historischen Region Oberschlesien.
Geschichte mini|Gefallenendenkmal mini|Inneres der Schrotholzkirche Eine Kirche ist in Bischdorf seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. auf: Powiatoleski.pl, Stand 10. September 2008. Das Kirchdorf gehörte im 17. Jahrhundert zur Parochie Sternalitz, danach war es Filiale von Kostellitz. 1757 wurde eine eigene Pfarrei Bischdorf gegründet. Diese wurde jedoch wegen Streitigkeiten zwischen dem Pfarrer und der Bevölkerung bald darauf mit dem Interdikt belegt, so dass sie bis 1896 ohne Ortspfarrer war.Diözese Opolska auf: Diecezja.Opole.pl., Stand 10. September 2008.
Bischdorf gehörte zum Herzogtum Oppeln das bis 1532 von den Schlesischen Piasten regiert wurde. Nach dem Tod des Herzogs Johann II. 1532 gelangte es als Erbfürstentum an die Krone Böhmen, die seit 1526 die Habsburger innehatten. Nach dem Schlesischen Krieg 1742 fiel Bischdorf zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.
Das Gut BischdorfVgl. Friedrich Wilhelm Pachaly: Die Erblandeshuldigung Schlesiens den 15ten October 1786 geleistet Friedrich Wilhelm dem Zweyten, König von Preussen. Siehe: Beylagen. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1787, S. 62. gehörte damals der dannVgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1908. Jahrgang 2, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 533 f. nachfolgend, 1800, geadelten Familie von Jordan. 1787 gründete der damalige Grundherr Christian Gottlieb (von) Jordan ein evangelisches Kirchspiel Bischdorf, das ab 1816 den Landkreis Rosenberg O.S. umfasste. Ab 1874 bildete Bischdorf den Amtsbezirk Bischdorf.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Amtsbezirk Bischdorf. Stand 24. September 2008. Die Errichtung eines Pfarrhauses, einer evangelischen Schule und schließlich 1872 einer Konfirmandenschule machten den Ort, in dem 1872 rund 120 Evangelische wohnten, selbst zu einem kleinen Zentrum des Protestantismus im katholischen Oberschlesien. Damals gehörte das Dorf dem preußischen König, der auch das Patronat über die Kirche innehatte.Lasowice.eu: Protestanten in Biskupice. Stand 10. September 2008.
Die Volkszählung 1910 ergab für Bischdorf 872 Einwohner, davon 173 deutscher und 686 polnischer Muttersprache, 788 katholischer und 77 evangelischer Konfession. Weitere 13 Einwohner gaben Deutsch sowie eine andere Sprache als Muttersprache an. Im Gutsbezirk Bischdorf waren bei 178 Einwohnern 55 deutscher Muttersprache und überwiegend evangelisch, 121 polnischer Muttersprache und größtenteils katholisch.Regierungsbezirk Oppeln, In: Gemeindelexikon für die Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen bearbeitet vom Königlich Preußischen Statistischen Landesamte. Heft VI, Selbstverlag des Königlichen Statistischen Landesamtes, Berlin 1912, S. 78 ff. PDF.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1921 in Oberschlesien eine Volksabstimmung über die weitere staatliche Zugehörigkeit abgehalten, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleitet wurde. In Bischdorf wurden 260 Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 246 stimmten für die Angliederung an Polen; Bischdorf verblieb in der Weimarer Republik.Die Volksabstimmung in Oberschlesien 1921. Stand 11. Oktober 2009.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bischdorf Teil Polens. Die meisten evangelischen und einige katholische deutsche Bewohner wurden, soweit sie nicht vorher geflohen waren, vertrieben. Trotzdem konnte sich in der Gegend eine deutschstämmige Minderheit halten. Dem polnischen Minderheitengesetz von 2005 entsprechend wurde die Landgemeinde Radlau, der Bischdorf angehört, 2006 amtlich zweisprachig und führte 2007 zweisprachige Ortsbezeichnungen ein.
Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen von Bischdorf nach dem jeweiligen Gebietsstand (einschl. Gutsbezirk):Quellen der Einwohnerzahlen:
1844: – 1855, 1861: – 1910: – 1885, 1925, 1933, 1939: Jahr Einwohner 1844 520 1855 575 1861 595 1885 672 Jahr Einwohner 1910 1050 1925 1010 1933 1041 1939 1856 Jahr Einwohner 2011 527Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Hyazinth
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Hyazinth (kościół św. Jacka) war bis 1946 ein evangelisches Gotteshaus. Mit dem barocken Steinbau wurde am 3. November 1784 begonnen – die Einweihung erfolgte am 3. November 1787. Zur barocken Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert gehören Altar, Kanzel und Figuren des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk und des hl. Nikolaus von Myra. Die Schrotholzkirche St. Hedwig (Kościół św. Jadwigi Śląskiej) war die alte Pfarrkirche Bischdorfs und ist auf dem örtlichen Friedhof gelegen. Sie wurde 1718 vom Krakauer Zimmermann Jan MixaBiskupice: St. Hedwig auf: Dziedzictwo.ekai.pl., abger. am 10. September 2008 anstelle eines Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert errichtet. An den Frontturm, der von einem barocken Turmhelm bekrönt wird, schließt sich das Langhaus mit drei Fensterachsen an, auf dessen schindelgedecktem Dach ein barocker Dachreiter ruht. Den niedrigeren, dreiseitig geschlossenen Chor gliedern zwei Fensterachsen. Der barocke Hochaltar wurde 1734 geschaffen. Die Kirche ist eine Station des Kulturwegs der hölzernen Sakralarchitektur (Szlak Drewnianego Budownictwa Sakralnego). Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde auch die barocke Bebauung des örtlichen Guts errichtet und ist von einem Park mit Lindenallee umgeben.
Söhne und Töchter des Ortes Martin Ludwig von Jordan (1762–1833), Pfarrer am Ort Helene Voigt (1857–1924), Schriftstellerin Elard von Löwenstern (1886–1945), General
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