mini|Danny Greene (1959) Daniel „Danny“ Patrick Greene (* 14. November 1933 in Cleveland, Ohio; † 6. Oktober 1977 ebenda; Pseudonym: The Irishman) war ein irisch-amerikanischer Mobster.

Kindheit und Jugend Greene wurde am 14. November 1933 im St. Ann’s Hospital in Cleveland geboren. Sein Vater John Henry Greene sowie seine Mutter Irene Cecilia (ehemalige Fallon; die Eltern heirateten fünf Tage vor der Geburt ihres Erstgeborenen) waren irische Immigranten. Jedoch verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Irene nach der Geburt sichtbar und sie verstarb drei Tage nach der Geburt von Daniel, offiziell an den Folgen eines erweiterten Herzens. Erst nach der Beerdigung erhielt das Neugeborene (bis dahin nur als „Baby Greene“ bekannt) auch seinen Namen in Anlehnung an den Großvater väterlicherseits. Aufgrund der Tragödie um seine Frau suchte John Greene Trost im Alkohol. Daniel Greene wurde nur wenig später in ein Waisenheim gebracht (Parmadale Catholic Orphanage).

Mit sechs Jahren kehrte Greene dann zu seinem Vater zurück, der inzwischen mit einer Krankenschwester neu verheiratet war. Jedoch entstanden immer wieder Konflikte mit seiner Stiefmutter und so wurde er später im Haus seines alleinstehenden Großvaters untergebracht, welches sich im Clevelander Stadtteil Collinwood befand. Aufgrund eines Jobs in der Druckerfabrik (für die Clevelander Tageszeitung The Plain Dealer) konnte sich jedoch der Großvater nur bedingt um seinen Enkel kümmern, was dazu führte, dass dieser sich schon zeitig auf den Straßen der Nachbarschaft umhertrieb und dort bereits Bekanntschaft mit Gruppierungen machte, welche hauptsächlich aus Italienern und Slowenen bestanden, die oft irischstämmige Kinder attackierten. Bereits in seiner Jugendzeit geriet er immer wieder in den Konflikt mit Autoritäten z. B. in der Grundschule (Saint Jerome’s Catholic School) oder bei den Boy Scouts (wo er nach drei Wochen bereits wieder wegen mangelnder Disziplin „rausgeworfen“ wurde). Trotz allem fiel er aufgrund seiner sportlichen Aktivität auch positiv auf. In Saint Jerome’s glänzte er vor allem in Baseball und war ein hervorragender Basketballspieler (so ließen ihn die Nonnen trotz seiner disziplinären Probleme und seiner schlechten Schulleistungen an den Basketballspielen teilnehmen, da er enorm wertvoll für die Mannschaft war). Auch in der Collinwood High School fiel er weiter durch seine sportlichen Leistungen auf, war aber als Einzelgänger verschrien, der ständig von italienischstämmigen Schulkameraden angegriffen wurde. Diese Zeit mag seine Antipathie gegen die Italiener geprägt haben, welche sein späteres Leben kennzeichnen sollte. Aufgrund dieser Probleme entschloss sich Dannys Großvater dazu, ihn ab der 10. Klasse an die Saint Ignatius Catholic High School zu bringen. Doch auch dort blieben die disziplinären Probleme bestehen und Greene wurde von der Schule verwiesen, woraufhin er an die Collinwood High School zurückkehrte.

Greenes Aufstieg und Fall in der ILA 1951 verließ Danny Greene die High School und trat den US Marines bei. Dort diente er im Camp Lejeune in North Carolina. Auch hier hatte er disziplinäre Probleme, obwohl er Respekt unter seinen Kameraden für seine Boxfähigkeiten erlangte. 1953 wurde er ehrenvoll aus dem Marine Corps entlassen. Er kehrte nach Cleveland zurück, wo er bald darauf als Hafenarbeiter tätig war. Auch hier zeigte er wieder Anzeichen von Faulheit, so wurde er unter anderem einmal entlassen, als er während der Arbeit schlief. Trotz alle dem konnte er aufgrund seines Charismas Sympathien unter den Arbeitskollegen gewinnen. 1961 wurde er zum Interimspräsidenten des lokalen Ablegers der ILA (International Longshoremen’s Association) ernannt, welcher das Hafengebiet von Cleveland abdeckte. Noch im selben Jahr gelang es ihm auch in einer offiziellen Wahl legitimer Nachfolger seines Vorgängers Walter Weaver im Präsidentenamt zu werden. 1962 wurde er Bezirksvizepräsident für die Great-Lakes-Region.

In seiner Zeit als Gewerkschafter begann er nun die Disziplin zu entwickeln, an der es ihm in seiner Jugend gemangelt hatte. Er setzte sich für seine Mitarbeiter ein und nutzte sein Büro als Anlaufstelle für gewerkschaftsbezogene Projekte. Ebenso begann er in dieser Zeit damit sein irisches Erbe stolz in der Öffentlichkeit zu zeigen. Dabei strich er sein Büro in typischem Grün, benutzte grüne Schrift für die Statuten und fuhr einen Cadillac in dieser Farbe.

Um seine Forderungen für die Gewerkschaftsmitglieder durchzusetzen, versammelte er um sich eine Gruppierung von ehemaligen Boxern und Gangstern, die für ihn Stauereifirmen bedrohten und sie so zur Aufgabe zwangen. Sein neuer Status brachte ihn nun auch in die machtvollen Bereiche der kriminellen Unterwelt und er begann in berüchtigten Nachtlokalen zu verkehren. In einem davon, dem Theatrical Bar & Grille, machte er Bekanntschaft mit lokalen Mobstergrößen wie Alex „Shonder“ Birns und Frank Brancato, Mitglied der Cleveland-Familie.Mobsters, unions, and feds: the Mafia and the American labor movement von James B. Jacobs Seite 28

Greenes steigendes Interesse am Clevelander Nachtleben sollte jedoch auch seinen Untergang in der Gewerkschaft einleiten. Seine steigenden Ausgaben zerstörten allmählich seine Reputation in der Gewerkschaft und sorgten dafür, dass eine Untersuchung durch die lokale Zeitung „The Plain Dealer“ – insbesondere durch den jungen Reporter Sam Marshall – begann. Durch Nachforschungen der Zeitung wurde offenbar, dass Greene seine Arbeiter unbezahlte Überstunden machen ließ. Stattdessen behielt Greene einen Großteil der Lohngelder für sich. Die Berichte in der Zeitung sorgten nun für eine Untersuchung durch US-amerikanische Staatsanwälte, dem FBI, dem United States Department of Labor, dem National Labor Relations Board sowie dem US-Finanzamt. Greene wurde wegen Veruntreuung und der Fälschung von Gewerkschaftsunterlagen angeklagt.

1966 wurde er daraufhin verurteilt und erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren, welche jedoch zunächst ausgesetzt wurde, da es Greenes erstes strafrechtliches Vergehen war. Greene ging in die Berufung, welcher 1968 aufgrund eines Formfehlers stattgegeben wurde. 1970 kam es zu einem Deal; die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage wegen Veruntreuung fallen, im Gegenzug bekannte sich Greene der Dokumentenfälschung schuldig und wurde zu einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar verurteilt. Zusätzlich wurde er von jeglicher Tätigkeit bei Gewerkschaften für die kommenden Jahre ausgeschlossen. Bereits vor der Anklage trat Greene von seinem Präsidentenposten zurück.

Auseinandersetzung mit Alex Birns Frank Brancato bestimmte Greene als Nachfolger von Joseph Messina. Für die Cleveland Solid Waste Trade Guild sollte er neue Mitglieder werben. Damit wurde er zu einer Hintergrundfigur in der Abfallwirtschaft und den dort verbreiteten illegalen Aktivitäten.

Zur gleichen Zeit intensivierte Greene jedoch auch seine Kontakte zu Alex „Shonder“ Birns. Dieser führte Greene in weitere illegale Einnahmequellen (engl. Rackets) des organisierten Verbrechens ein, insbesondere in seine Erfahrungen als Kredithai und bei der Lotterie (engl. Numbers-racket).

Besonders bei der Lotterie hatte Birns die führende Stellung in Cleveland inne. Er nahm Greene als Bodyguard in seine Dienste auf. Bei einem Einsatz sollte Greene mit Hilfe einer Bombe einen Konkurrenten von Birns an eine ausstehende Schutzgeldzahlung erinnern. Aufgrund seiner Unerfahrenheit mit dem Detonator schlug jedoch der Anschlag fehl und die Bombe explodierte in Greenes Wagen. Nur knapp entkommen, trug Greene eine chronische Schwerhörigkeit davon. In der Folgezeit begann Greene seine Obsession mit der irischen Frühgeschichte zu intensivieren, wobei ihn besonders die Philosophie und Geschichte des keltischen Kriegerkults faszinierte.

Im November 1971 geriet Greene in das Visier eines ehemaligen Freundes und Kollegen von der Cleveland Solid Waste Trade Guild, Mike „Big Mike“ Frato. Dieser verließ die Gewerkschaft, nachdem er erfuhr, dass sein Freund Greene über Mafiakontakte Personen einschleuste, um mit deren gewalttätiger Hilfe Vorteile für die Gewerkschaft zu erzielen. Frato gründete eine neue Gewerkschaft (Cuyahoga County Refuse Haulers Association), welche schon bald erfolgreich der Konkurrenz Mitglieder abwerben konnte. Ein Komplize Greenes, Art Sneperger, welcher als Sprengexperte gelegentlich für Greene Bombenanschläge durchführte, wurde von Greene im September beauftragt, eine Autobombe unter Mike Fratos Wagen zu deponieren.

Doch Sneperger führte diesen Auftrag nicht durch und informierte stattdessen Frato über den geplanten Anschlag. Einige Tage darauf wurde er von der Clevelander Polizei kontaktiert, der er detaillierte Informationen über Greenes kriminelle Geschäfte gab. Hierbei soll Sneperger Greene als Informant des FBI bezeichnet haben. (Siehe unten: Greene als FBI-Informant)

Am 31. Oktober 1971 explodierte vor dem Büro der Cuyahoga County Refuse Haulers Association der Wagen von Mike Frato. Polizisten entdeckten am Tatort eine zerfetzte Leiche – es handelte sich hierbei jedoch nicht um Frato, sondern um Art Sneperger. Dieser wurde am selben Tag (laut Aussagen seiner Freundin) von Greene zur Arbeit zitiert. In polizeilichen Untersuchungen wird vermutet, dass Sneperger von Greene an diesem Abend dazu aufgefordert wurde, einen weiteren Sprengsatz unter Fratos Wagen zu installieren. Nach erledigter Arbeit entschloss sich Greene jedoch die Sprengstärke zu erhöhen und er forderte Sneperger auf, erneut zum Wagen zu gehen. In diesem Moment nutzte Greene die Fernzündung der Bombe und tötete Sneperger. Motiv dafür waren vermutlich dessen Gespräche mit der Polizei, offiziell konnte Greene jedoch nie etwas nachgewiesen werden.

Am 26. November versuchte Frato den joggenden Greene von einem Auto aus zu erschießen. Greene schoss zurück und traf Frato am Kopf. Dieser wurde von einem Freund ins Krankenhaus gebracht, verstarb aber bereits auf der Fahrt dorthin. Zwei Tage später stellte sich Greene der Polizei, wurde aber Tage darauf freigelassen, da ihm eine gerechtfertigte Notwehr zugesprochen wurde. Nur wenige Monate später entkam Greene einem weiteren Anschlag durch einen Scharfschützen. Auch hier griff Greene zu seiner Waffe und versuchte den Attentäter zu erwischen; dieser konnte allerdings unerkannt entkommen. Schon bald darauf wurde Greene bewusst, dass Alex Birns der Hintermann dieser Attacken war.

Der Konflikt zwischen den beiden Kriminellen begann 1970, als sich Greene bei seinem früheren Mentor eine hohe Geldsumme lieh, um einen Club zu eröffnen. Als Gegenleistung verlangte Birns die Anstellung eines afroamerikanischen Drogendealers, welcher seine Geschäfte im Club abwickelte. Jedoch wurde nur wenige Tage darauf Greenes Club Ziel einer Razzia, da der Afroamerikaner bereits unter polizeilicher Beobachtung stand. Birns forderte daraufhin das geliehene Geld von Greene zurück, welcher sich jedoch weigerte.

Selbst als Birns offenlegte, dass das Geld von der US-amerikanischen Mafia gekommen war (Birns hatte Kontakte zu den Gambino- und Genovese-Familien), lehnte Greene eine Rückzahlung ab. Kurz darauf setzte Birns ein Kopfgeld von 25.000 US-Dollar auf Greene aus, was in die erwähnten Attentate und Bombenanschläge mündete. Doch je mehr Angriffe Greene überlebte, desto furchtloser wurde er. Vollkommen eingenommen von der Identifizierung mit den alten keltischen Kriegern, war er von der ewigen Reise seiner unsterblichen Seele, in der der Tod nur eine Übergang ist, überzeugt.Erklärung des Begriffs Seelenwanderung bei den alten Kelten

Am 29. März 1975 wurde Alex Birns durch eine Autobombe mit großer Sprengkraft vor der Saint Malachi Church ermordet.

Der Konflikt mit der Mafia