Das Killbit (auch bekannt als Kill-Bit oder Kill Bit) ist ein Eintrag in der Windows-Registrierungsdatenbank, der die Aktivierung von Software-Teilen (COM-Komponenten, insbesondere ActiveX-Elemente) mit Sicherheitslücken verhindern soll. Das Killbit unterstützt eine Methode der Softwaretechnik, die in Microsoft-Betriebssystemen (insbesondere MSHTML) eingeführt wurde.

Abgrenzung Das Killbit ist kein Bit, sondern wird durch einen 4-Oktett großen Wert mit dem Namen "Compatibility Flags" und dem Datentyp REG_DWORD in der Windows-Registrierungsdatenbank repräsentiert.

Anwendung und Wirkungsweise Eine Software kann die dahinterstehende Methode unterstützen, indem die Instanzierung bzw. Ausführung von COM-Komponenten trotz anderweitiger Anforderung verhindert wird, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Es existiert ein Eintrag in der Windows-Registrierungsdatenbank mit einem Pfad, der folgenden Aufbau hatTechnet Artikel "The Kill-Bit FAQ: Part 1 of 3"Beschreibung der Registry-Pfade, Einträge und deren Wirkungsbereich HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Internet Explorer\ActiveX Compatibility\CLSID Im Falle von 64-Bit-Betriebssystem auch HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\Microsoft\Internet Explorer\ActiveX Compatibility\CLSID Wobei CLSID für die Identifikationsnummer der Komponente steht. Unter diesem Pfad ist der Wert "Compatibility Flags" auf 0x00000400 gesetzt.

Software die das Killbit unterstützt MSHTML (HTAs ausgenommen) Microsoft Office Internet Explorer

Beispiel mini|hochkant=3|Regedit mit Killbit-Eintrag

Das ActiveX-Control mit der CLSID {73BCFD0F-0DAA-4B21-B709-2A8D9D9C692A} hat einen Eintrag „Compatibility Flags“ in der Windows-Registrierungsdatenbank mit dem Wert 0x00000400. Siehe Bild rechts. Da der Internet Explorer diese Methode unterstützt, wird dieses ActiveX-Control nicht ausgeführt, auch dann nicht, wenn das ActiveX-Control in einer adressierten HTML-Datei (nicht zu verwechseln mit HTAs) eingebettet ist.

Lösung für gesperrte Komponenten Liefert ein Entwickler eine neue, korrigierte Fassung seiner durch ein Killbit gesperrten Active-X-Komponente aus, muss er dieser eine neue CLSID geben. Damit Webseiten und Anwendungen nun diese neue Version verwenden, obwohl sie nur die alte CLSID kennen, kommt das sogenannte Phoenix-Bit zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen weiteren Registry-Eintrag an gleicher Stelle, der eine alternative CLSID für die gesperrte Komponente festlegt – die CLSID der neuen Version. In diesem Registry-Schlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Internet Explorer\Active-X Compatibility\<CLSID> sind die Einträge für das Killbit ("Compatibility Flags = 0x00000400 (1024)") und das Phoenix-Bit ("AlternateCLSID = <neue CLSID>") enthaltenTechnet Artikel "The Kill-Bit FAQ: Part 2 of 3"Beschreibung des Phoenix-Bit.

Einzelnachweise

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