Adolf Lantz (* 30. November 1882 in Wien; † 19. August 1949 in London) war ein österreichischer Theaterleiter, -regisseur und Drehbuchautor.
Leben und Wirken Lantz wirkte vor dem Ersten Weltkrieg als Theaterdirektor. An dem von ihm zwischen 1910 und 1914 geleiteten Deutschen Schauspielhaus Berlin traten unter anderem die Schauspieler Friedrich Kayßler und Paul Otto auf. Seine Inszenierung von Goethes Egmont war ein großer Erfolg. In späteren Jahren leitete Adolf Lantz auch das Königliche Operntheater Kroll und das Theater am Zoo (beides ebenfalls Berlin). An der Leitung des Kabaretts 'Die Rakete' war er ebenfalls beteiligt. Zu den von ihm geförderten Theaterkünstlern zählen Alfred Abel, Helene Fehdmer und Reinhold Schünzel.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges begann er für den Stummfilmpionier Max Mack zu arbeiten und verfasste für ihn unter anderem eine Adaption von Hermann Sudermanns Der Katzensteg. In den 20er Jahren war Lantz ein vielbeschäftigter Drehbuchautor, der sowohl heitere als auch ernste Stoffe beherrschte.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Lantz nach Österreich, wo er mit Sonnenstrahl 1933 sein letztes Drehbuch verkaufen konnte. Nach dem Anschluss Österreichs emigrierte er nach Paris, wo er 1938 den Schnitt für Kurt Bernhardts Carrefour besorgte. Schließlich ging er nach Großbritannien. Dort betätigte er sich vor allem als Übersetzer englischer Autoren (Philipp Gibbs, Victor Canning). Von Oktober 1948 bis April 1949 hielt er sich in den USA auf, um seinen Sohn Robert Lantz (1914–2007) zu besuchen, einen Journalisten, Gelegenheitsproduzenten sowie Schauspieler- und Literaturagent. Anschließend kehrte Adolf Lantz nach London zurück. Dort starb er vier Monate darauf.
Filmografie als Drehbuchautor 1915: Das achte Gebot 1915: Kehre zurück! Alles vergeben! 1915: Der Katzensteg 1919: Matrimonium Sacrum 1919: Der Kampf um die Ehe (2 Teile) 1919: Freie Liebe 1921: Die große und die kleine Welt 1921: Ilona 1921: Die Erbin von Tordis 1922: Tabea, stehe auf! 1923: Ein Glas Wasser 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile) 1923: Frühlingserwachen 1924: Auf gefährlichen Spuren 1924: Der geheime Agent 1924: Lumpen und Seide 1924: Mensch gegen Mensch 1925: Der Herr Generaldirektor 1925: Elegantes Pack 1925: Das Fräulein vom Amt 1925: Die Moral der Gasse 1925: Der Tänzer meiner Frau 1926: Zopf und Schwert 1926: Der goldene Schmetterling 1926: Die geschiedene Frau 1926: Staatsanwalt Jordan 1926: Der lachende Ehemann 1926: Die Königin des Weltbades 1926: Dagfin 1926: Madame wünscht keine Kinder 1926: Ledige Töchter 1927: Das Fürstenkind 1927: Der Geisterzug 1927: Der fröhliche Weinberg 1928: Abwege 1928: Schmutziges Geld 1928: Rutschbahn 1928: Haus Nummer 17 1929: Großstadtschmetterling 1929: Jugendtragödie 1930: Hai-Tang. Der Weg zur Schande (The Flame of Love) 1931: Ihre Majestät die Liebe 1931: Die Faschingsfee 1931: … und das ist die Hauptsache!? 1931: Elisabeth von Österreich 1932: Rasputin 1932: Eine Nacht im Paradies 1933: Sonnenstrahl 1935: Kochaj tylko mnie 1938: Carrefour (nur Schnitt)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 587 f. Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 300.
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