Anmerkungen
Die Bahnstrecke Langenthal–St. Urban–Melchnau – auch heute noch als Langenthal-Melchnau-Bahn bezeichnet – ist eine 1917 eröffnete Meterspurbahn im Kanton Bern in der Schweiz.
Sie geht namentlich auf die ehemalige Privatbahngesellschaft Langenthal-Melchnau-Bahn (LMB) zurück, welche die von Langenthal Gaswerk über St. Urban nach Melchnau verlaufende ehemals 11,0 km lange Strecke betrieb.
Die LMB fusionierte 1958 mit der Langenthal-Jura-Bahn (LJB) zu den Oberaargau-Jura-Bahnen (OJB). Nach einer Namensänderung 1990 in Regionalverkehr Oberaargau (RVO) fusionierte sie 1999 mit der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI), der Solothurn-Niederbipp-Bahn (SNB) und den Oberaargauischen Automobilkursen (OAK) zur Aare Seeland mobil (ASm), welche die von Langenthal Gaswerk seit 1982 nur noch 6,0 km lange Strecke bis St. Urban Ziegelei (Abruf am 4. März 2014) betreibt. Geschichte Die Eisenbahngesellschaft Langenthal-Melchnau-Bahn wurde am 21. April 1913 im Gasthof Löwen in Melchnau, mit Sitz in Langenthal gegründet.Paul Schneeberger: Die Nebenbahn: Eine Spurensuche im Oberaargau In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. Januar 2017 Per 31. Dezember 1917 betrug das Aktienkapital 987'000 Franken, aufgeteilt in 1974 Aktien mit einem Nominalwert von 500 Franken. Sie eröffnete am 6. Oktober 1917www.pospichal.net, Kapitel Langenthal-Melchnau-Bahn (Abruf am 10. September 2012) (Abruf am 10. September 2012) die von Anfang an elektrisch betriebene Strecke, von Langenthal über Roggwil und St. Urban nach Melchnau. Sie war Eigentümerin der Bahnstrecke von Langenthal Gaswerk, wo sie von der sich ursprünglich im Eigentum der Langenthal-Jura-Bahn befindenden Bahnstrecke Langenthal–Niederbipp abzweigte.
Die Geschäftsführung lag von Beginn weg bei der Langenthal-Jura-Bahn. Sie war für die Betriebsführung zuständig und führte in ihrer Werkstätte in Langenthal neben dem Unterhalt des eigenen Fahrzeugparkes auch den Unterhalt des Fahrzeugparkes der Langenthal-Melchnau-Bahn durch. Rollschemelverkehr Um normalspurige Güterwagen auf der Meterspurstrecke zu befördern, wurde 1909 die erste Rollschemelanlage der Schweiz in Langenthal in Betrieb genommen.
Auf der LMB sind seit ihrer Eröffnung ebenfalls Zustellungen bis nach Melchnau möglich. Strecke
Stilllegung des Abschnitts St. Urban–Melchnau und Teilreaktivierung mini|Haltestelle St Urban Ziegelei mit Be 4/4 1104 im Jahr 1999 Das Stationsgebäude von Melchnau mitsamt der Remise sowie das Haltestellengebäude von Untersteckholz wurden mittlerweile an Privatpersonen verkauft. Der einzige grössere Güterkunde auf dem Teilstück St. Urban–Melchnau war die Landi-Filiale in Melchnau, bevor die Strecke 2012 endgültig stillgelegt wurde.www.uvek.admin.ch, Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Artikel Bundesrat hebt Konzession für Eisenbahnstrecke nach Melchnau auf. Abgerufen am 10. September 2012.
Am 28. Mai 1989 wurde der kurze Abschnitt von St. Urban nach St. Urban Ziegelei für den Personenverkehr reaktiviert.
Geplante Museumsbahn Ab 1999 revidierte der Verein Freunde Schweizer Schmalspurbahnen (FSS) in der Remise von Melchnau den ursprünglich durch die Langenthal-Melchnau-Bahn beschafften Motorwagen Ce 2/2 14 mit dem Ziel, diesen auf einer künftigen Museumsbahn St. Urban–Melchnau zu betreiben. Wegen des schleppenden Vorankommens der Revisionsarbeiten infolge der fehlenden finanziellen wie auch personellen Mittel des Vereins kündigte Aare-Seeland mobil dem Verein jedoch den Mietvertrag der Remise in Melchnau. Durch die Stilllegung ist auch das Projekt einer Museumsbahn hinfällig. Teilumstellung auf Autobusbetrieb mini|Endstation Melchnau im Jahr 1981 Aufgrund der spärlichen Besiedelung entlang der LMB-Strecke, die in erster Linie Unternehmen entlang der Strecke erschloss, und der langen Fahrzeit nach Melchnau, aufgrund des weit nach Osten ausholenden Bogens den die Strecke beschreibt, wurde am 22. Mai 1982 der Personenverkehr auf dem Abschnitt St. Urban–Melchnau eingestellt. Für den Güterverkehr blieb der Streckenabschnitt unverändert in Betrieb. Die Erschliessung von Melchnau übernahmen Busse, mit denen aufgrund der direkten Linienführung nach Langenthal die Fahrzeit deutlich reduziert werden konnte. Eine neue Autobuslinie von Roggwil über St. Urban erschloss nun Melchnau über Untersteckholz, anderseits erschloss eine ebenfalls neue Autobuslinie Langenthal mit Melchnau direkt über Obersteckholz, also ohne zeitraubenden Umweg über Roggwil und St. Urban.Paul Schneeberger: Die Nebenbahn: Eine Spurensuche im Oberaargau In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. Januar 2017.
Die Autobuslinie von Roggwil über St. Urban und Untersteckholz nach Melchnau wurde jedoch nur kurze Zeit betrieben. Damit wurde in der Folge Untersteckholz vom öffentlichen Personenverkehr abgeschnitten.
Rückbau
Von 2015 bis 2016 wurde der Abschnitt St. Urban-Melchnau zurückgebaut. Der Rückbau wurde durch den Verkauf des Trassees und Abbruchmaterial finanziert. Grösster Käufer in Melchnau war die Gemeinde Melchnau, welche das erworbene Land als Realersatz für das zukünftige Hochwasserschutzprojekt tauschen wird. Stilllegung der Haltestelle Mumenthal und Inbetriebnahme der Haltestelle Langenthal Industrie Nord Aufgrund des Neubaus der Migros an der Wiesenstrasse in Langenthal wurde der Verkaufsladen in ein Provisorium in der Industrie Nord verlegt (heutiges Ottos-Gebäude). Im Zusammenhang damit wurde am 20. Juli 2006 eine provisorische Haltestelle eingerichtet. Am 2. Oktober 2015 wurde die definitive Haltestelle in Betrieb genommen. Die Haltestelle Mumenthal wurde am 15. Dezember 2013 aufgehoben. Diese darf nicht mit der Haltestelle Hard-Mumenthal verwechselt werden, die sich an der Strecke Langenthal–Aarwangen-Oensingen befindet. Geplante Verlegung der Strecke zum Kloster St. Urban Bis frühestens 2030 soll die auf Berner Kantonsgebiet liegende Endstation St. Urban Ziegelei vor das auf Luzerner Boden gelegenem Kloster St. Urban mit der Luzerner Psychiatrie verlegt werden. Mit neuen Bushaltestellen soll so ein regionaler Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs entstehen.
Fahrzeuge
Der auf die Betriebseröffnung beschaffte Fahrzeugpark war im Hinblick auf die an die Langenthal-Jura-Bahn delegierte Betriebsführung auf deren Fahrzeugpark abgestimmt. Die Fahrzeuge entsprachen denselben Normalien und konnten freizügig auf dem gesamten Streckennetz eingesetzt werden.
Die Erstausstattung des Fahrzeugparkes bestand aus den folgenden Fahrzeugen:
Motorwagen und Lokomotiven
CFe 4/4 6 (SIG/BBC) 1917 Ce 2/2 14 Melchnauerli (SIG/MFO) 1917 Ge 4/4 56 (SIG/BBC) 1917, 2019 abgegeben an die Košická detská historická železnica (Kindereisenbahn Košice, Slowakei)
Personenwagen C2 16 bis 19 (SWS) 1917
Güterwagen K2 36 und 37 (SIG) 1917 L2 46 (SIG) 1917 OR 66 bis 68 1917 Aktuelle Fahrzeuge
Literatur
Weblinks
Aare Seeland mobil Projektsite St. Urban 2030
Einzelnachweise
Kategorie:Aare Seeland mobil Kategorie:Bahngesellschaft (Schweiz) Kategorie:Spurweite 1000 mm Kategorie:Unternehmen (Langenthal) Roggwil Kategorie:Pfaffnau Kategorie:Melchnau Kategorie:Unternehmensgründung 1913 Kategorie:Aufgelöst 1958