mini|rechts|200px|Ehemaliges Logo DB Regio Bayern von 2025 DB Regio Bayern ist ein Geschäftsbereich („Region“) der DB Regio AG, einem Unternehmen der Deutschen Bahn. In diesen Bereich fällt Schienenpersonennahverkehr in Bayern, der im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) erbracht wird. 2008 lag das Beförderungsaufkommen an einem durchschnittlichen Werktag bei rund 1,1 Millionen Fahrgästen.
Unternehmensstruktur Nach Gründung der DB Regio 1996 wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends die zentral angelegte Organisationsstruktur des Geschäftsbereichs geändert und neun regionale Organisationseinheiten aufgebaut. 2001 entstand DB Regio Bayern somit aus der Zusammenfassung der bis dahin getrennt arbeitenden Bereiche Nordbayern und Südbayern sowie dreier Busgesellschaften. Unter einer gemeinsamen Regionalleitung (für Schienen- und Busverkehr) wurden zunächst fünf regionale Einheiten geschaffen: Verkehrsbetrieb Nord, Verkehrsbetrieb Süd, Verkehrsbetrieb Ost, Mittelstandsoffensive Mühldorf und die S-Bahn München GmbH sowie im Rahmen der Mittelstandsoffensive Mühldorf die Südostbayernbahn geschaffen.Meldung Neue Struktur bei DB Regio in Bayern. In: Eisenbahn-Kurier, Nr. 345, Juni 2001, , S. 7. Um auf aktuelle Entwicklungen am Fahrgastmarkt zeitnah reagieren zu können, wurde 2004 die Struktur erneut überarbeitet und die bestehenden regionalen Einheiten (mit Ausnahme der heute zu DB RegioNetze gehörenden Südostbayernbahn) neu aufgeteilt und in fünf operativ arbeitende RegioBahnen umgewandelt.
Bis zum 30. September 2010 hießen die RegioBahnen in Bayern: DB Regio Unterfranken DB Regio Mittelfranken DB Regio Oberfranken DB Regio Ostbayern DB Regio Oberbayern Regio Allgäu DB Regio Bayerisch-Schwaben S-Bahn München
Seit dem 1. Oktober 2010 heißen diese RegioBahnen, nach einer zentralen Vorgabe in fünf regionalen Verkehrsbetrieben (RVB). (RVB) Franken (aus DB Regio Mittel- und Unterfranken) (RVB) Nordostbayern (aus DB Regio Oberfranken und den nördlichen Teilen von DB Regio Ostbayern) (RVB) Allgäu-Schwaben (aus DB Regio Bayerisch-Schwaben und Allgäu) (RVB) Oberbayern (aus DB Regio Oberbayern und den südlichen Teilen von DB Regio Ostbayern) (RVB) S-Bahn München
Am 1. Januar 2017 wurde DB Regio in Bayern neu strukturiert. Die bisher einzeln geführten Verkehrsbetriebe wurden dabei aufgelöst und alle gesamt unter dem Namen DB Regio Bayern betrieben. Die S-Bahn München wird dabei komplett aus dem Bereich der Regio Bayern ausgegliedert und ist ab dem 1. Januar 2017 der DB-Konzernzentrale unterstellt. Die früheren vier Angebotsnamen der Regionen, Allgäu-Schwaben, Franken, Nordostbayern und Oberbayern werden nicht mehr verwendet, nur die Standorte Augsburg/Kempten, Nürnberg/Würzburg, Hof und München blieben unverändert bestehen.
Fahrgastentwicklung DB Regio Bayern befördert an einem durchschnittlichen Werktag rund 1,1 Millionen Fahrgäste. Davon entfallen auf die S-Bahn München rund 780.000 Fahrgäste. Seit der flächendeckenden Einführung des Bayern-Takts im Jahr 1996 stiegen die Fahrgastzahlen um rund 25 % an. Neben dem Einsatz neuer Züge und Angebotsausweitungen ist hierfür maßgeblich der flächendeckende Taktverkehr ausschlaggebend. Auf nahezu allen Hauptverkehrsstrecken gilt seit 1996 ein Stundentakt. Auf einzelnen Nebenstrecken verkehren Züge im Zweistunden-Rhythmus. Um Anschlussverbindungen an Knotenbahnhöfen zu realisieren, wurde ein integraler Taktfahrplan mit einzelnen Korrespondenzhalten an Knotenbahnhöfen realisiert. Der integrale Taktfahrplan geht in diesem Fall von stündlichen Verbindungen zur selben Taktlage aus. Zur vollen oder halben Stunde erreichen möglichst viele Züge einen bestimmten Knotenpunkt, um bestmögliche Anschlussverbindungen zu weiteren Zügen mit kurzen Umsteigezeiten zu realisieren. Korrespondenzhalte ermöglichen zudem den Umstieg zwischen Zügen mit vielen Umsteigebeziehungen am selben Bahnsteig. Das Verkehrsvolumen im bayerischen Nahverkehr wurde im Zeitraum zwischen 1996 und 2006 um rund 18 % ausgeweitet.
Verkehrsdurchführungsvertrag 2003 schloss DB Regio Bayern einen Verkehrsdurchführungsvertrag mit der BEG über eine vertragliche Laufzeit von zehn Jahren ab. Darin sind u. a. das Leistungsvolumen (rund 97,5 Mio. Zugkilometer), die Einnahmen durch Bestellerentgelte sowie die Investitionen seitens DB Regio Bayern in die Anschaffung neuer Fahrzeuge geregelt. Des Weiteren ist darin die Ausschreibung eines bestimmten Volumens an verkehrlichen Leistungen festgeschrieben. Demnach können von 2003 bis 2013 insgesamt 30 % des Gesamtverkehrsvolumens in Bayern von der BEG öffentlich ausgeschrieben und neu vergeben werden. Für die S-Bahn München und die von DB Regio Franken betriebene S-Bahn Nürnberg wurden Verkehrsdurchführungsverträge bis zum Jahr 2017 abgeschlossen. Grund hierfür sind hohe Investitionen in neue Fahrzeuge. So wurde der Fuhrpark der S-Bahn München in den letzten Jahren fast komplett auf neue Triebzüge der Baureihe 423 umgestellt. Nur noch selten kommen alte Züge der Baureihe 420 zum Einsatz. Im Rahmen der Erweiterung des Nürnberger S-Bahn Netzes werden auch dort neue Triebzüge angeschafft, die z. T. die Altbaufahrzeuge ersetzen werden.
Gewonnene Ausschreibungen DB Regio Bayern ging bisher bei acht von insgesamt 18 Ausschreibungen der BEG als Sieger hervor. Im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 konnte DB Regio Bayern sechs von elf Ausschreibungen gewinnen. Dies entspricht einer Verkehrsleistung von rund 20,51 Millionen Zugkilometer pro Jahr und einem Anteil von 60 % gemessen am Gesamtvolumen aller Ausschreibungen zwischen 2003 und 2007.
München–Passau (Donau-Isar-Express)
Auf dieser Strecke kommen die Loks der Baureihe 111 und 146, mit Doppelstockwagen, und ursprünglich seit 2010 zwölf Triebzüge der Baureihe 440 zum Einsatz, die vom Hersteller Alstom als Coradia Continental bezeichnet werden. Dabei wurde das Zugangebot auf der Strecke auf einen durchgängigen Stundentakt vom frühen Morgen bis zum Abend verdichtet.
In Zukunft sollen insbesondere die Baureihe 440 sukzessive durch neue Züge der Baureihe 462 des Herstellers Siemens ersetzt werden. Die Züge der Baureihe 440, welche im Vergleich eine geringe Kapazität aufweisen, sollen in andere Netze wechseln. Bereits seit Dezember 2023 verkehren sechs der Fahrzeuge auf der Linie RE 62 Löhne-Rheine.
Neigetechniknetz Nordostbayern Das Neigetechniknetz Nordostbayern umfasst die Strecken Nürnberg – Hof (über Bayreuth und über Marktredwitz), Nürnberg – Bamberg, Nürnberg – Coburg, Marktredwitz – Cheb, Bamberg – Hof, Bamberg – Bayreuth, Nürnberg – Regensburg, Nürnberg – Neustadt an der Waldnaab, Regensburg – Nürnberg sowie Nürnberg – Furth im Wald. Diese Strecken werden mit Fahrzeugen der Baureihe 612 befahren, welche bis 2025 modernisiert werden sollen. Die Besonderheit an diesen Fahrzeugen ist, dass sie sich in Kurven bis zu 8° neigen und somit eine höhere Geschwindigkeit fahren dürfen, was die Fahrzeit verkürzt. Im Oktober 2021 erteilte die BEG der DB Regio AG den Zuschlag für den Verkehrsvertrag von 2023 bis 2030. Die Linien wurden auch zuvor bereits von DB Regio betrieben. Nach Ende des Verkehrsvertrags sollen die Fahrzeuge der Baureihe 612 durch neue Triebzüge ersetzt werden.
D-Netz Nürnberg (Mittelfrankenbahn) Seit dem 14. Dezember 2008 kommen auf den nicht elektrifizierten Eisenbahnstrecken rund um Nürnberg (Nürnberg Nordost – Gräfenberg, Nürnberg – Simmelsdorf / Neuhaus, Fürth–Markt Erlbach, Fürth–Cadolzburg und Neustadt a. d. Aisch–Rothenburg o. d. Tauber) neue Dieseltriebwagen der Baureihe 648.3 zum Einsatz. Bei Alstom bestellte DB Regio Bayern 27 der vom Hersteller als LINT 41 bezeichneten Züge. Ursprünglich plante die BEG durch ein Flügelkonzept umsteigefreie Direktverbindungen von Nürnberg nach Markt Erlbach und Rothenburg o. d. Tauber zu schaffen. Dabei war vorgesehen die mit mehreren Zugteilen ab Nürnberg verkehrenden Züge im Bahnhof von Siegelsdorf zu flügeln und einen Zugteil Richtung Markt Erlbach, den anderen Richtung Neustadt a. d. Aisch/Rothenburg o. d. Tauber fahren zu lassen. Zugleich wurden jedoch die Planungen zum Bau des Bahnhofs Neustadt a.d. Aisch Mitte vorangetrieben. Wegen des Fahrzeitverlusts durch den zusätzlichen Halt in Verbindung mit der hohen Streckenauslastung zwischen Fürth und Neustadt (Aisch) war das ursprüngliche auf Dieselfahrzeugen basierende Flügelungskonzept nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde dazu übergegangen, die Regionalbahnen von Nürnberg bis Neustadt a. d. Aisch mit neuen elektrischen Triebzügen der Baureihe 440 zu betreiben. Diese Züge kommen seit Juni 2010 zum Einsatz. Alle im D-Netz Nürnberg verkehrenden Zugverbindungen firmieren unter dem Produktnamen Mittelfrankenbahn. Bei einer 2007 durchgeführten Marktforschung wählten Fahrgäste unter einer Auswahl von mehreren Produktnamen diese Bezeichnung mehrheitlich aus. Aufgrund der Zulassungsprobleme der neuen Fahrzeuge, analog zum Donau-Isar-Express konnte der geplante Einsatz der ET 440 erst zum kleinen Fahrplanwechsel am 13. Juni 2010 erfolgen. Bis dahin wurden die bekannten Modus-Wagen, weitgehend mit zwei Lokomotiven bespannt eingesetzt.
E-Netz Augsburg (Fugger-Express) – ehemaliges Netz der DB Regio
In der Ausschreibung des E-Netz Augsburg (Elektrisches Eisenbahnnetz im Raum Augsburg), ein Teil der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, bündelte die BEG die Strecken von München über Augsburg nach Ulm, von München über Augsburg nach Donauwörth/Treuchtlingen und die Relation Donauwörth – Aalen. Der Vertrag zur Durchführung der Verkehre auf diesen Relationen hatte eine Laufzeit von Dezember 2008 bzw. Dezember 2009 für die Strecke Donauwörth – Aalen bis zum Dezember 2019.
Beim Schienenfahrzeughersteller Alstom bestellte die DB Regio Bayern 37 neue Triebzüge der Baureihe 440. Die ab Dezember 2009 bzw. Dezember 2010 auch auf den Relationen München – Passau und Nürnberg – Neustadt a.d. Aisch sowie im E-Netz Würzburg (Mainfrankenbahn) verkehrenden Züge kamen deutschlandweit erstmals im E-Netz Augsburg zum Einsatz.
Zwischen Augsburg und München wurde vom frühen Morgen bis etwa 21:00 Uhr ein Halbstundentakt angeboten und im Abschnitt Augsburg – Gessertshausen erhöht sich das Angebot auf 4 Züge pro Stunde im Berufsverkehr. Zwischen Augsburg und Meitingen verkehren seit dem 14. Dezember 2008 drei Züge pro Stunde und Richtung im Berufsverkehr und zwischen Augsburg und Dinkelscherben besteht von Montag bis Freitag ein ganztägiger Halbstundentakt.
Der Verkehrsdurchführungsvertrag lief im Dezember 2019 aus und wurde nahtlos mit Übergangsvertrag bis Dezember 2022 weitergeführt. Ab Dezember 2022 übernahm Go Ahead (nun: Arverio) das Netz.
E-Netz Franken (Franken-Thüringen-Express)
Die Ausschreibung E-Netz Franken umfasst den stündlichen Regional-Express von Nürnberg über Bamberg, Lichtenfels und Coburg nach Sonneberg (Thüringen) und teils über die Schnellfahrstrecke bis nach Erfurt. Zum Einsatz kommen Triebzüge der Baureihe 442 (Bombardier Talent 2) und der Baureihe 462 (Siemens Desiro HC) in vier- und sechsteiliger Ausführung und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 bzw. 190 km/h.
Bis zum Fahrplanwechsel Dezember 2023 wurden außerdem Dostos mit zwei Baureihen 193 im Sandwich Betrieb zwischen Nürnberg und Sonneberg eingesetzt, welche dank ETCS auch auf der Schnellfahrstrecke verkehren durften.
Die DB Regio betreibt das Netz Franken-Südthüringen nach gewonnener Neuausschreibung auch ab Dezember 2023 bis voraussichtlich Dezember 2035 weiter. Eingesetzt werden unter anderem die vier- und sechsteilige Züge des Typs Siemens Desiro HC.
D-Netz Augsburg I (Kneipp-Lechfeld-Bahn) – ehemaliges Netz der DB Regio