mini|hochkant|Karl Lagerfeld, 2007 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.8|Unterschrift Karl Lagerfeld
Karl Otto Lagerfeld (* 10. September 1933 in Hamburg;Geburtsanzeige in: Hamburger Nachrichten vom 12. September 1933. Online † 19. Februar 2019 in Neuilly-sur-Seine bei Paris) war ein deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner.
Er begann seine Laufbahn in der französischen Modewelt Mitte der 1950er Jahre in Paris, wo er bei Balmain, Patou, Chloé und anderen Modefirmen beschäftigt war. Seit 1965,Karl Lagerfeld and Fendi youtube.com, 21. Februar 2019 anderen Quellen zufolge seit 1964, Bei: kultur-online.de, 7. September 2015 war er als Damenmode-Designer bei Fendi in Rom unter Vertrag.
Mode unter seinem eigenen Namen kreierte Lagerfeld für Damen und Herren mit Unterbrechungen seit 1974.Karl Lagerfeld hat Geburtstag: Wie gut kennen Sie seine Sprüche? Bei: Spiegel online, 10. September 2015.Karl Lagerfeld – Klotzen statt Kleckern. Bei: brigitte.de, 10. September 2008.Modedesigner-Lexikon: Karl Lagerfeld. Bei: fuersie.de, abgerufen am 19. August 2016. Seit 1983 war er Kreativdirektor und Chefdesigner beim französischen Modehaus Chanel, dessen Revival in den 1980er Jahren und anschließender Aufstieg zu einem internationalen Milliardenkonzern zu großen Teilen Lagerfeld zugeschrieben wird.
Darüber hinaus war er bekannt für zahlreiche Kooperationsprojekte in den Bereichen Mode, Werbung, Design, Fotografie und Kunst. Lagerfeld wurde aufgrund seines über 60 Jahre währenden Schaffens und seines stilbildenden Einflusses auf die internationale Modewelt von der Presse bisweilen als „Kaiser Karl“Kaiser Karl und sein Hofstaat. Bei: faz.net, 24. November 2011.Der Ausverkauf des Kaiser Karl. Bei: welt.de, 6. September 2008.Kaiser Karl: Behind the Mask. Bei: vanityfair.com, Februar 1992 oder als „Modezar“ Bei: focus.de, 15. Februar 2014Karl Lagerfeld – Modezar und Kunstfigur. Bei: swr.de, 27. März 2015Modezar Karl Lagerfeld lockt Stars nach Salzburg. Bei: krone.at, 26. November 2014 bezeichnet. Zu seinen persönlichen Markenzeichen gehörten ein weiß gepuderter Zopf, ein hochstehender Vatermörder sowie dunkle Sonnenbrillen; bis Anfang der 2000er Jahre trat er auch mit einem Handfächer in der Öffentlichkeit auf.Karl Lagerfeld – „Ich bin doch kein Inder“. Bei: Süddeutsche Zeitung, 9. Dezember 2008
Leben Eltern und Verwandte Karl Otto Lagerfeld wuchs als Sohn des Hamburger Kondensmilch-Fabrikanten (Glücksklee-Milch GmbH) Otto Lagerfeld (1881–1967)Paul Sahner: Karl. mvg verlag, München 2009, S. 15. (PDF, 0,1 MB) und dessen Frau Elisabeth Bahlmann (1897–1978)Tilman Allert: Gruß aus der Küche: Soziologie der kleinen Dinge. via Google Books, 2017 in wohlhabenden Verhältnissen auf. Geheiratet haben seine Eltern 1930. Einer seiner Großväter war Karl Bahlmann. Lagerfeld hatte eine 1931 geborene Schwester,"Mir wurde als Kind gesagt, ich wäre dumm." t-online.de, 7. September 2009. die ab 1957 in den USA lebte und Ende 2015 starb,Karl Lagerfeld – Seine Schwester ist tot – und das schon seit 2 Jahren! bunte.de, 31. August 2017.Lagerfelds vergessene Schwester: «Ich denke schon oft an ihn». ksta.de, 10. Juli 2013 sowie eine Halbschwester aus der ersten Ehe seines Vaters.Dat weer Kalli. faz.net, 4. September 2008.
Geburtsjahr Karl Lagerfeld wurde laut Geburtsanzeige seiner Eltern in den Hamburger Nachrichten am 10. September 1933 geboren. Als Geburtsjahr gab Lagerfeld öffentlich lange Zeit 1938 an, später 1935.Karl Lagerfeld révèle son âge pour la première fois., abgerufen am 25. Juli 2014. Die Bild am Sonntag veröffentlichte 2008 Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburg sowie Kommentare seiner Lehrerin und eines Klassenkameraden,Der Modedesigner und seine Geburtstags-Mogelei: Der große Karl macht sich ein klein wenig jünger. Bild.de, 10. September 2008. die als sein Geburtsjahr 1933 angaben. ORF, 6. September 2008 Am 10. September 2008 ließ Lagerfeld sich gleichwohl zum „70. Geburtstag“ gratulieren. Entsprechendes war bereits im Jahr 2003 zu seinem „65.“ geschehen. Einige Medien übernahmen die Angaben des Modeschöpfers ungeprüft, andere nicht, sodass sich biografische Angaben zur Person Lagerfelds oft widersprechen.
Am 7. Juli 2013 meldete die Welt am Sonntag, das wahre Geburtsdatum von Lagerfeld sei der 10. September 1933. Die Information stützt sich auf ein Buch der Hobby-Historiker Maike und Ronald Holst aus dem Hamburger Stadtteil Blankenese. Sie fanden bei Recherchen zu ihrem Buch Blankeneser Frauen eine Karte mit einer Geburtsanzeige, in der „Otto Lagerfeld und Frau Elisabeth, geb. Bahlmann“ die Geburt ihres Sohnes bekanntgeben. An der Karte ist mit einem blauen Seidenschleifchen ein kleines Kärtchen befestigt. Auf diesem steht: „Karl Otto“ und darunter „Sonntag, 10. September 1933“.Der große Karl wird doch schon 80. Welt am Sonntag, 7. Juli 2013. Der Stern bezog sich am 30. November 2017 auf das Taufregister der Gemeinde Hamburg-Winterhude, das ebenfalls besagt, dass Lagerfeld am 10. September 1933 geboren wurde.In: Stern 49 vom 30. November 2017, S. 84. Das Standesamt der Gemeinde Neuilly-sur-Seine (Frankreich) bewahrt die Sterbeurkunde« Femme Actuelle » und « TMZ » https://www.tmz.com/2019/03/16/karl-lagerfeld-death-certificate-french-legion-honor-designer/ (Nr. 2019/171) Lagerfelds mit Geburtsdatum „10. September 1933 in Hamburg (Deutschland)“.
Kindheit und Jugend mini|links|Gut Bissenmoor, 1908 Lagerfelds Patenonkel war Conrad Ramstedt.Westfälische Nachrichten: Weltberühmter Chirurg. Patenonkel von Karl Lagerfeld. 1. Februar 2017. Das Ehepaar Otto und Elisabeth Lagerfeld erwarb 1934 das fast 500 Hektar große Gut Bissenmoor bei Bad Bramstedt.Kaiser Karl: Behind the Mask. Vanity Fair, Februar 1992, S. 4. Die Familie siedelte dorthin um, kehrte jedoch 1939 nach Hamburg zurück. Als 1944 während des Zweiten Weltkriegs weite Teile Hamburgs durch Bombardierungen verwüstet wurden, ließen sich die Eheleute Lagerfeld mit ihren Kindern erneut in Bad Bramstedt nieder. Karl Lagerfeld besuchte dort mehrere Jahre die Jürgen-Fuhlendorf-Schule, bevor die Familie ihren Wohnsitz 1949 abermals nach Hamburg verlegte. Seinen Schulbesuch setzte Lagerfeld für zwei Jahre an der Bismarckschule fort.
Ende August 1952 zog Lagerfeld, der bereits gut Französisch sprach, nach Paris.„Ich kann machen, was ich will, wann ich will“ welt.de, 19. Februar 2019Karl Lagerfeld: „Alles kam mir verwahrlost vor“ focus.de, 22. Januar 2013 Sein Vater hatte ein Büro in der StadtKarl Lagerfeld and Baz Luhrmann: in conversation from Vogue Australia’s December 2003 issue vogue.com.au, 20. Februar 2019 und dessen Mitarbeiter kümmerten sich um den jungen Lagerfeld. Untergebracht war er in einem Wohnheim für Minderjährige in der Rue Sorbonne.Als Karl Lagerfeld ein letztes Mal nach Hause kam stern.de, 17. Dezember 2017 Der ursprüngliche Plan war es, nach einiger Zeit nach Deutschland zurückzukehren und das Abitur abzulegen. Lagerfeld besuchte zunächst das Lycée Montaigne im Quartier Latin und schließlich eine private Zeichenschule.Karl Lagerfeld Dies in Paris wwd.com, 19. Februar 2019 Langsam kam Lagerfeld in Paris an. Unter anderem lernte er den deutschen Journalisten Peter Bermbach kennen, der seit Mitte der 50er-Jahre oft in der Stadt war und seit 1960 dort lebte. Die beiden verstanden sich sofort und wurden Freunde.
1954 erreichte er beim Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats in Paris für den Entwurf eines Mantels den ersten Platz und absolvierte anschließend eine Lehre als Schneider bei Pierre Balmain. Nach dreieinhalb Jahren verließ er das Haus Balmain, um Anfang 1958 zu Jean Patou zu wechseln. Schließlich arbeitete er als freier Mode-Illustrator.
1967 bis 1987 1967 stellte ihn die damalige Chloé-Geschäftsführerin Rosemarie Le Gallais (1937 als Rosemarie Lehmacher in Lüdenscheid geboren und in Plettenberg (Sauerland) aufgewachsen; † 9. Dezember 2021) ein. Sie arbeitete bis 1987 eng mit Lagerfeld zusammen; er nannte sie „meine rechte und linke Hand“. Alfons Kaiser: Sie war Lagerfelds „rechte und linke Hand“. (faz.net vom 2. Januar 2022)
Späterer Wohnort und Vorlieben Lagerfeld lebte und arbeitete überwiegend in Paris. Lange Jahre bewohnte er hier einen Flügel im Hôtel Pozzo di Borgo, einem historischen Stadtpalais in der Rue de l’Université 51 im 7. Arrondissement. Im Jahr 2007 bezog Lagerfeld nach umfangreicher Renovierung ein Appartement am Quai Voltaire 17, gegenüber dem Museum Louvre sowie dem Jardin des Tuileries. Der Wohnraum umfasste rund 260 m², welche der Architekt Jacques de Cormont gestaltet hatte. Lagerfeld unterhielt zu Lebzeiten zudem Wohnungen und Häuser in Monte Carlo, Biarritz, Rom, Vermont und New York City. Er erwarb 1991 die Villa Jako in Hamburg-Blankenese, die er 1998 wieder verkaufte.Zehn Millionen Euro für Lagerfelds Elbblick. manager-magazin.de, 26. Januar 2010Karl Lagerfeld gibt Alstervillen Glanz. Die Welt, abgerufen am 4. April 2011.stern.de: Problem-Immobilie: Darum will keiner die Hamburger Villa von Karl Lagerfeld
Das Schloss in der Bretagne, Château de Penhoët, das Lagerfeld seiner Mutter, die dort auch beigesetzt wurde,Der große Karl wird doch schon 80. welt.de, 7. Juli 2013. nach dem Tod des Vaters 1967 gekauft hatte, verkaufte er im Jahr 2000.Le cas DSK s'aggrave. lexpress.fr, 26. Oktober 2000Profile in Style: Karl Lagerfeld. nytimes.com, 4. Dezember 2008.Ingeborg Harms: Der Sonnenkönig, den Deutschland nie hatte, FAZ, 10. September 2008. Seit dem Tod seines Lebenspartners Jacques de Bascher 1989 lebte Lagerfeld nach eigenen Angaben am liebsten allein.DasErste.de: , 27. Juni 2005 max.de, abgerufen am 8. September 2010.Karl Lagerfeld wider die Enthüllung. Die Welt, 11. April 2007.Karl Lagerfeld, Boy Prince of Fashion. nymag.com (engl.), 6. Februar 2006. Seit 2008 wurde er von Baptiste Giabiconi begleitet, dessen Modelkarriere er förderte.
Lagerfeld galt als sehr disziplinierter Workaholic mit einer guten Allgemeinbildung.Paul Sahner: Karl Lagerfeld und die Angst vor dem Dahinsiechen. Die Welt, 17. August 2009, Interview. Seine Privatbibliothek soll ca. 300.000 Bücher umfasst haben. 1999 eröffnete Lagerfeld in Paris den Buchladen 7L (benannt nach dessen Adresse 7, rue de Lille). Im Jahr 2000 rief er zusammen mit dem Göttinger Verleger Gerhard Steidl, mit dem er seit 1993 unter anderem für Chanel zusammengearbeitet hatte, den Imprint-Verlag Edition 7L ins Leben. 2010 gründete Lagerfeld zusammen mit Steidl den Imprint-Verlag L.S.D. (Lagerfeld.Steidl.Druckerei.Verlag) für überwiegend deutschsprachige Bücher und wurde Programmchef dieses Verlages. Börsenblatt, abgerufen am 25. Juli 2014.https://steidl.de/Verlag-0508192541.html
mini|„Wir danken dir, Karl. In ewiger Liebe, dein Team“ Karl-Lagerfeld-Shop, Düsseldorf, Königsallee (20. Februar 2019)
Tod Laut ursprünglichen Berichten französischer Medien litt Lagerfeld an Bauchspeicheldrüsenkrebs.Dagmar Haas-Pilwat: Au revoir Monsieur Karl. In: Rheinische Post, 20. Februar 2019, S. R-HEU1. Nach Aussage einer deutschen Zeitschrift starb er an Prostatakrebs, was von seinem langjährigen Assistenten bestätigt wurde.Designer litt an Prostatakrebs – Assistent von Karl Lagerfeld nennt in Interview erstmals wahre Todesursache. www.focus.de: , 29. Dezember 2019. Zuletzt abgerufen am 29. Dezember 2019.Vor einem Jahr gestorben: Todesursache von Karl Lagerfeld geklärt: Woran starb "King Karl"?, www.abendzeitung-muenchen.de, 18. Februar 2020 Er wurde am 18. Februar 2019 ins Amerikanische Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine eingeliefert und starb dort am Tag darauf im Alter von 85 Jahren.Scarlett Conlon, Angelique Chrisafis: Karl Lagerfeld, Chanel fashion designer, dies aged 85. In: Guardian.com, abgerufen am 19. Februar 2019.