Mexiko (spanisch México [], in Spanien auch Méjico, []; amtlich Vereinigte Mexikanische Staaten, spanisch Estados Unidos Mexicanos) ist eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie umfasst 31 Bundesstaaten und die Bundeshauptstadt Mexiko-Stadt. Im Norden grenzt Mexiko an die Vereinigten Staaten von Amerika, im Süden und Westen an den Pazifischen Ozean, im Südosten an Guatemala, Belize und an das Karibische Meer, im Osten an den Golf von Mexiko. Mit einer Gesamtfläche von fast zwei Millionen Quadratkilometern ist Mexiko der fünftgrößte Staat auf dem amerikanischen Doppelkontinent, global liegt der Staat an vierzehnter Stelle. Weltweit liegt Mexiko mit einer Bevölkerungszahl von über 130 Millionen Menschen auf Platz elf und ist der einwohnerreichste spanischsprachige Staat.

Geographie Lage und Ausdehnung

mini|Satellitenaufnahme von Mexiko

Der größte Teil Mexikos (88 %) ist allein dem nordamerikanischen Kontinent zugeordnet, während der südliche Teil bereits zur Landbrücke Zentralamerikas zählt (die ebenfalls dem nordamerikanischen Kontinent zugerechnet wird). Der Staat ist mit einer Fläche von 1.972.550 km² fast sechsmal so groß wie Deutschland, wobei 1.923.040 km² auf Land, 49.510 km² auf Wasser und über 5000 km² auf unbewohnte Inseln entfallen. Hinsichtlich der Fläche belegt Mexiko weltweit den 14. Platz.Demographic Yearbook—Table 3: Population by sex, rate of population increase, surface area and density. United Nations Statistics Division, 2006 (englisch).

Mexiko ist über 3000 km lang und hat eine Breite von 200 bis 2000 km. Im Nordwesten befindet sich die Halbinsel Niederkalifornien mit einer Länge von 1200 km. Im Osten ragt die Halbinsel Yucatán, die sich Mexiko mit Guatemala und Belize teilt, in den Golf von Mexiko.

Die Gesamtlänge der Staatsgrenze beträgt 4538 Kilometer, davon entfallen 3326 km auf die gemeinsame Grenze mit den USA im Norden des Staates. Weiterhin grenzt Mexiko im Südosten an Guatemala mit 962 km und an Belize (250 km). Es besitzt 12.540 km Meeresküste, davon 8200 km am Pazifik und 3200 km am Atlantik. Ab der Küste seewärts besitzt Mexiko bis 200 Seemeilen (370 km) exklusive Nutzungsrechte.

Mexiko hat vier Zeitzonen, siehe hierzu Zeitzonen in Mexiko.

Der höchste Punkt Mexikos ist mit 5636 Meter der auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Puebla und Veracruz liegende Vulkan Citlaltépetl. Der tiefste Punkt mit ca. zehn Metern unter dem Meeresspiegel ist die Laguna Salada im Municipio Mexicali im Bundesstaat Baja California.

Klima Mexiko ist ein klimatisch vielgestaltiger Staat, der sowohl über subtropisches und alpines Klima als auch über Wüstenklima verfügt. Es gehört somit in den Übergangsbereich der sommerfeuchten äußeren Tropen mit acht bis zehn humiden Monaten im Südosten des Landes über die ganzjährig ariden Subtropen im Bereich des Wendekreises bis zum Winterregenklima Kaliforniens, das im äußersten Westen (Baja California) gerade noch wirksam wird.

Geologie mini|links|Die sechs Vulkane: Iztaccíhuatl, Popocatépetl, Malintzin, Cofre de Perote, Citlaltépetl und Sierra Negra mini|Vulkan Citlaltépetl oder Pico de Orizaba, der höchste Berg Mexikos

Der größte Teil Mexikos besteht aus dem zu den amerikanischen Kordilleren gehörenden Hochland von Mexiko, das an markanten Bruchlinien im Osten und Westen herausgehoben wurde. Die Randgebirge sind sehr unterschiedlich gestaltet: Die Sierra Madre Oriental im Osten setzt sich aus parallel streichenden Faltenzügen und steil aufragenden Schichtrippen der Jura- und Kreideformation zusammen. Dagegen baut sich die Sierra Madre Occidental im Westen aus flach lagernden vulkanischen Decken des Tertiärs auf. Beide erscheinen von den hügeligen Küstentiefländern aus als hohe Gebirgsmauern.

Das Hochland erreicht an der Grenze zu den USA 1200 m Meereshöhe. An die Sierra Madre Occidental schließt sich südlich die Cordillera Neovolcánica an, die aus vulkanischen Ablagerungen aus der Zeit des Pliozän bis Quartär besteht und nicht nur durch Riesenvulkane, sondern zusätzlich durch eine Vielzahl von vulkanischen Kegeln und Kratern geprägt ist. Sie bildet den Südrand des Hochlandblocks, der in einer Bruchstufenzone rund 1000 m tief zur Senke des Río Balsas abbricht. Im Süden befindet sich die Sierra Madre del Sur westlich der Sierra Madre de Chiapas. Nordöstlich vorgelagert ist die Halbinsel Yucatán, deren größter Teil zu Mexiko gehört. Sie besteht aus einer Kalksteintafel, die seit dem Tertiär aus dem Meer herausgehoben wurde.

Die höchsten Erhebungen des Staates findet man am Transmexikanischen Vulkangürtel, auch Sierra Nevada genannt: den Citlaltépetl (5636 m), auch als Pico de Orizaba bezeichnet, den höchsten Berg in Mexiko, den derzeit aktiven Popocatépetl (5462 m), den Iztaccíhuatl (5230 m) und den Nevado de Toluca (4690 m).

Natur Mexiko beheimatet etwa 200.000 verschiedene Spezies, was zehn bis zwölf Prozent aller weltweit bekannten Arten ausmacht.SEMARNAT (Hrsg.): Biodiversidad de México, Mit 707 bekannten Arten liegt Mexiko auf dem ersten Platz bei der Artenvielfalt der Reptilien, mit 438 Arten auf dem zweiten Platz in Bezug auf die Säugetiere und mit 290 bekannten Arten auf dem vierten Platz bei den Amphibien. Die Flora umfasst 26.000 verschiedene Spezies.CONEVYT (Hrsg.): Biodiversidad en México, Darüber hinaus liegt Mexiko bei der Vielfalt an Ökosystemen weltweit an zweiter Stelle.CONABIO (Hrsg.): Sistema Nacional sobre la Biodiversidad en México, archivierte Webseite, 7. Oktober 2007. Diese hohe Biodiversität, doch vor allem die große Zahl von endemischen Arten, Gattungen und Familien macht Mexiko zu einem der Megadiversitätsländer dieser Erde. Etwa 2500 Arten sind gesetzlich geschützt.

Der größte Teil der Staatsfläche wird aufgrund der besonders hohen Gefährdungslage für die natürliche Vielfalt international zu den Biodiversitäts-Hotspots der Erde gezählt: Das sind die mediterranen Hartlaubgebiete im Norden Niederkaliforniens und die subtropischen Bergwälder Nordmexikos (beide grenzübergreifend mit den USA) sowie sämtliche tropische Ökoregionen südlich des nördlichen Wendekreises (Fortsetzung in allen Nachbarstaaten Mesoamerikas).

Es gibt 68 Nationalparks in Mexiko.

Städte mini|hochkant|Bevölkerungsdichte Mexikos 2010 (Einwohner pro km²)

Im Jahr 2023 lebten 82 Prozent der Einwohner Mexikos in Städten. Die größten Städte Mexikos, allesamt Millionenstädte, sind Mexiko-Stadt, Guadalajara, Monterrey, Ecatepec de Morelos, Puebla, Nezahualcóyotl, Juárez, Tijuana, León und Zapopan. Sie liegen überwiegend im Staatsinneren, dagegen sind die Küstengebiete eher dünn besiedelt.Paul L. Knox, Sallie A. Marston: „Humangeographie“. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-8274-1109-2, S. 127.

Zudem gibt es in Mexiko ein Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie, in dem Mexiko-Stadt deutlich dominiert. Die Metropolregion umfasst 18 Prozent der Gesamtbevölkerung Mexikos. Daneben ist es das wirtschaftliche Zentrum, das etwa ein Drittel des Dienstleistungs- und Handelssektors und zwei Drittel der Vermögenswerte auf sich vereint. Zwei Drittel des Etats für das höhere Schulwesen Mexikos und drei Viertel des Forschungsetats werden in Mexiko-Stadt investiert.Paul L. Knox, Sallie A. Marston: „Humangeographie“. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin 2001, S. 516. Liste der Städte in Mexiko Ballungsräume in Mexiko (Nationaler Beirat von Mexiko für Bevölkerungswachstum, 2010)Nationaler Beirat von Mexiko für Bevölkerungswachstum, 2009: Nummer Metropolregion Bundesstaat Einwohner Nummer Metropolregion Bundesstaat Einwohner Bilder 1 Mexiko-Stadt Mexiko-Stadt, México, Hidalgo 20.116.842Die Zona Metropolitana del Valle de México setzt sich nach der hier verwendeten Definition aus Mexiko-Stadt selbst, 59 angrenzenden Gemeinden des Bundesstaats México und einer Gemeinde des Bundesstaats Hidalgo zusammen. 12 Mérida Yucatán 973.046 rand|110pxGuadalajararand|110pxZapopanrand|110pxMonterreyrand|110pxTijuana 2 Guadalajara/Zapopan Jalisco 4.434.878 13 Mexicali Baja California 936.826 3 Monterrey Nuevo León 4.106.054 14 Aguascalientes Aguascalientes 932.369 4 Puebla Puebla, Tlaxcala 2.728.790 15 Cuernavaca Morelos 924.964 5 Toluca México 1.936.126 16 Acapulco Guerrero 863.431 6 Tijuana Baja California 1.751.430 17 Tampico Tamaulipas, Veracruz 859.419 7 León Guanajuato 1.609.504 18 Chihuahua Chihuahua 852.533 8 Juárez Chihuahua 1.332.131 19 Morelia Michoacán 829.625 9 Torreón/Gómez Palacio Coahuila, Durango 1.215.817 20 Saltillo Coahuila 823.128 10 Querétaro Querétaro 1.097.025 21 Veracruz Veracruz 811.671 11 San Luis Potosí San Luis Potosí 1.040.443 22 Villahermosa Tabasco 755.425

Bevölkerung 270x270px|mini|Bevölkerungspyramide Mexiko 2016

        Jahr         Einwohner 1805 5.700.000 1842 7.000.000 1880 9.600.000 1895 12.632.000 1900 13.607.000 1910 15.160.000 1921 14.335.000 1930 16.553.000 1940 19.654.000 1948 24.461.000 1950 26.282.000 1955 30.557.000         Jahr         Einwohner 1960 34.994.000 1965 41.284.000 1970 50.695.000 1975 60.145.000 1990 81.250.000 1996 93.182.000 2000 100.350.000 2006 108.700.000 2010 112.322.757 2017 123.675.325 2020 128.933.000 2025 131.946.900 Mexiko hatte 2025 131,9 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug +0,7 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 14,6 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,7 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,8, die der Region Lateinamerika und die Karibik betrug 1,8. Die Lebenserwartung der Einwohner Mexikos ab der Geburt lag 2022 bei 74,8 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 29 Jahren. Im Jahr 2023 waren 24,0 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 8,6 Prozent der Bevölkerung betrug.

Bevölkerungsstruktur Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 60 % Mestizen, etwa 30 % Nachkommen der europäischen Siedler (meist Spanier) und 10 % indigenen VölkernLizcano Fernández, Francisco: (Mexico: Universidad Autónoma del Estado de México, Centro de Investigación en Ciencias Sociales y Humanidades) 38: 185–232; S. 218 (nach anderen Angaben 13 % bzw. 7 %: unter anderem im zentralen Hochland Nahua – Nachkommen der Azteken – Otomí, Purépecha, Cora, Tarahumara und Huicholen; an der Nordwestküste Mayo und Yaqui; an der Golfküste Totonaken und Huaxteken; im südlichen Bergland Zapoteken, Mixteken, Mazateken, Mixe und viele kleinere Ethnien; sowie in Yucatan und in den südlichsten Staatsteilen die Maya.)

Etwa ein Prozent bilden Bevölkerungsgruppen anderer Abstammung (größtenteils aus Afrika). In Bezug auf die Bevölkerungsanzahl nimmt Mexiko den elften Platz auf der Welt ein.

Der Bevölkerungsanteil der Mexikaner, die von Sklaven aus Subsahara-Afrika abstammen, ging in den letzten 200 Jahren in der Mestizenbevölkerung auf. Im Bundesstaat Veracruz und an der Westküste sind heute noch einige „schwarze“ Mexikaner zu finden. Das einzige auf mexikanischem Boden gesprochene Kreol ist das Gullah. Es wird von den Angehörigen der schwarzen Seminolen in Nacimiento (in der Nähe von Múzquiz, Coahuila) gesprochen. In den Städten gibt es eine christliche arabischstämmige Bevölkerung (vor allem mit libanesischer Abstammung). 2015 wurde ihre Zahl auf ungefähr eine Million geschätzt. Die christliche arabischstämmige Bevölkerung in Mexiko gilt als wohlhabend und erfolgreich, so hatte der reichste Mann Mexikos, Carlos Slim Helú, libanesische Vorfahren.

Es gibt in Mexiko erhebliche und versteckte Diskriminierung gegenüber der indigenen Gemeinschaft. Innerhalb dieser ist die Kindersterblichkeit deutlich höher und die Alphabetisierungsrate und der Lebensstandard sind deutlich niedriger als für die allgemeine Bevölkerung, während die Oberschicht Mexikos vor allem aus arabisch- oder europäischstämmigen Mexikanern besteht. Der Aufstand der Zapatistas von 1994 speiste seine Unterstützung vor allem aus indianischen Gemeinden, die gegen die Vernachlässigung und Diskriminierung der Zentralregierung aufbegehrten.