Ellershausen ist ein Stadtteil von Frankenau im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Das Dorf liegt im Kellerwald am Rand des Nationalparks Kellerwald-Edersee südwestlich der Kernstadt Frankenau.
Geschichte Historische Namensformen In den vergangenen über 1000 Jahren, in denen der Ort bereits besteht, hat der Ortsname einige Wandlungen erfahren. Die in den Urkunden vorkommenden Namen, vor allem in früheren Zeiten, sind nicht immer eindeutig dem genannten Ort zuzuordnen. So auch in einer Urkunde des Klosters Haina. Dort wird 1201 der Ort „Alartshusen“ genannt. Dieser Ort wird im historischen Ortslexikon im Jahr 1926 von Heinrich Reimer, dem Verfasser dieses Lexikons, sowohl auf Altershausen als auch auf Ellershausen bezogen. Der Historiker Eckhart G. Franz hingegen bezieht diesen Namen nur auf eine Wüstung bei Ellershausen, welche sich jedoch weder im Ortslexikon von 1926, noch im entsprechenden Modul des Landesgeschichtlichen Informationssystems (LAGIS) des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde finden lässt.
In historischen Dokumenten ist der Ort unter folgenden Ortsnamen belegt (Jahr: Ortsname):
Wasserburg Die Wasserburg Ellershausen wurde 1214 erstmals urkundlich erwähnt. Sie befand sich nördlich des Ortes. Erbauer waren die ortsadeligen Herren von Ellershausen. Von 1264 bis 1571 befand sie sich dann im Besitz der Familie Huhn. Danach werden die Herren von Drach als Eigentümer erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde sie aufgegeben und als Steinbruch benutzt. Erhalten ist heute noch ein geringer Rest der quadratischen Ringmauer.
Ortsgeschichte Ellershausen wurde erstmals im Jahre 1016 als Adelheredeshuson urkundlich erwähnt, als Bischof Burchard von Worms dem Kloster Nonnenmünster bei Worms seine Güter in Ellershausen schenkte.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Juli 1972 wurde Ellershausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Frankenau eingegliedert. Für Ellershausen wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Frankenau, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ellershausen angehört(e):
1016 und 1393: Gericht Viermünden vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Frankenberg, Gericht Geismar 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Hessen, Amt Frankenberg ab 1806 Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Frankenau ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Frankenberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis FrankenbergVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Frankenberg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg, Stadt Frankenau ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Frankenau
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ellershausen 423 Einwohner. Darunter waren 3 (0,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 87 Einwohner unter 18 Jahren, 287 waren zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 165 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 114 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1577: 41 Hausgesesse • 1747: 29 Haushaltungen
Religion Kirche
Vermutlich kurz nach der Gründung des Ortes wurde eine Kapelle errichtet. Sie war die Grablege der Herren von Huhn. Im Jahr 1636 wurde eine neue Kirche in der Ortsmitte erbaut.
1898 wurde die heutige Kirche, ein Sandsteinbau, an anderer Stelle errichtet. In den 1930er Jahren wurden der Innenraum neu gestaltet. Über dem Triumphbogen am Chorraum befindet sich seitdem der Bibelspruch, der Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte“. Im Februar 1962 erhielt die Kirche eine Orgel mit acht Registern. 1966/67 wurde die Kirche mit einem neuen Anstrich versehen. Im Jahr 1989 erfolgte eine grundlegende Überholung der gesamten Inneneinrichtung, unter anderem wurde die Farbgebung aus dem Erbauungsjahr wieder hergestellt. Nach einem Blitzeinschlag in den Turm am 17. Mai 1988 wurde die Läut- und Glockenanlage beschädigt und musste saniert werden. Weitere Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten erfolgten zum Ende der 1990er Jahre. Am 9. September 2002 wurde der Turm erneut durch einen Blitzeinschlag stark beschädigt. Heute ist der Turm durch einen Blitzableiter gesichert.
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 334 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 366 evangelische (= 91,2758 %), 30 katholische (= 7,48 %) Einwohner
Heutige Gemeinden Heute existiert in Ellershausen noch eine hugenottische Gemeinde. Ellershausen hat ein evangelisches Pfarramt, zu dem auch Allendorf und Louisendorf gehören.
Literatur Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 142.
Weblinks Stadtteil Ellershausen In: Webauftritt der Stadt Frankenau.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Frankenau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1016