Dainrode ist ein Stadtteil von Frankenau im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. mini|Durch Dainrode verläuft die B253 Geographische Lage Dainrode liegt im Kellerwald am Rand des Naturparks Kellerwald-Edersee. Hindurch fließt der Eder-Zufluss Lengelbach. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 253.
Geschichte mini|Das älteste Haus des Dorfes Ortsgeschichte Zwischen 1197 und 1200 erscheint in einer Urkunde des Fritzlarer Propstes Gumbert für das Kloster Haina ein Reinbold von Dragenrode. Das Geschlecht derer von Dragenrode (Dainrode) wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. 1214 wird der Ort ein weiteres Mal urkundlich erwähnt (in anderen Quellen wird auch das Jahr 1200 als Ersterwähnung genanntEckart G. Franz: Kloster Haina – Regesten und Urkunde – Erster Band: 1144–1300, Marburg 1962 im Staatsarchiv Marburg.), als in einer Urkunde Graf Heinrich III. von Reichenbach den Erwerb von Gütern durch das Kloster Haina genehmigte.In erhaltenen Dokumenten wurde Dainrode auch unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Dainrot (1214); Theynrade, Deynrode (1343); Denrade (1438); Danrode (1577). Auch „Danroda“ und „Dainroda“ werden genannt.
Im Sternerkrieg, der 1372 begann und erst Ende des 14. Jahrhunderts endete, wurde Dainrode verwüstet und erst im 15. Jahrhundert wieder aufgebaut. Ab 1571 und danach gehörte der Ort zum Gericht Geismar. Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen, von 1807 bis 1813, wurde Dainrode vom Kanton Frankenau verwaltet. Von 1821 bis 1848 gehörte der Ort dann zum Landkreis Frankenberg. Ab 1848 bis zum Jahr 1851 wurde Dainrode vom Bezirk Marburg verwaltet. Im Jahr 1851 bis zum Jahr 1974 war der Ort wieder im Kreis Frankenberg.
Wann eine erste Kirche erbaut wurde, ist urkundlich nicht überliefert. Zur heutigen Kirche wurde im Jahr 1833 der Grundstein gelegt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Januar 1974 wurde Dainrode im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Frankenau eingegliedert. Für Dainrode wurde wie für die übrigen Stadtteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dainrode angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Frankenberg-Wolkersdorf 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Frankenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Frankenau ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Frankenberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis FrankenbergVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 74.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Frankenberg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Frankenberg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946:Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt FrankenauAm 1. Januar 1974 als Ortsbezirk zur Stadt Frankenau
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Dainrode 195 Einwohner. Darunter waren 3 (1,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 78 waren zwischen 18 und 49, 48 zwischen 50 und 64 und 39 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 75 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 45 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1577: 32 Hausgesesse • 1747: 25 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit mini|Die evangelische Kirche in Dainrode • 1885: 222 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 231 evangelische (= 93,90 %), 13 katholische (= 5,28 %) Einwohner
Sonstiges In der Nähe des Dorfes werden seit dem Ersten Weltkrieg in einem Steinbruch Grauwacke abgebaut. Dainrode gehört zum Evangelischen Pfarramt Geismar. In dem kleinen Ort gibt es verhältnismäßig viele Vereine, die auch auf kulturellem Gebiet tätig sind.
Literatur Magnus Backes: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen, 2. Auflage Sonderausgabe Darmstadt 1982. S. 138.
Weblinks Stadtteil Dainrode. In: Internetauftritt der Stadt Frankenau.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Frankenau) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert