Munera (, Sg.) bezeichnete in der römischen Antike generell einen Dienst für die Allgemeinheit. Bei einer Übersetzung ins Deutsche kommen diverse Worte in Betracht, wie Aufgabe, Amt, Geschenk, Opfer, Schauspiel, Gefälligkeit. Ähnlich der griechischen Leiturgie war das Feld der möglichen Leistungen breit gefächert.Zu den Gemeinsamkeiten von munera und leiturgia siehe Helga Botermann: Polis und Imperium. Aus dem Briefwechsel zwischen Plinius und Kaiser Traian. Vortrag zum Tag des niedersächsischen Geschichtslehrers, Hameln 28. April 2006 .
Folgende Aufgaben können zu den gängigeren munera gezählt werden: Finanzierung von öffentlichen Spielen und Feierlichkeiten, besonders bei ÄdilenSabine Wussow: Die Persönlichkeit des Cato Uticensis – Zwischen stoischer Moralphilosophie und republikanischem Politikverständnis. Diss. Dortmund 2004, S. 134 ff. (PDF; 3,9 MB). Spiele in der Arena, das heißt sowohl Gladiatorenspiel und -dienst (munus gladiatorum) als auch Tierhetzen (venationes)Alexander Puk: Das römische Spielewesen in der Spätantike. Walter de Gruyter, Berlin/München/Boston 2014 (Open Access), S. 14. Militärdienst (munera militae), insbesondere der normale Dienst des einfachen Legionärs, der aus Wache, Lagerbau, Transportarbeiten u. ä. bestand Abgaben für die Versorgung der Armee. Zivilämter (munera civilia), sowohl ordentliche Magistraturen und außerordentliche Funktionen, wie z. B. Curator aquarum als auch Subalternämter, wie z. B. saccarius (Ladehelfer auf Schiffen)Carsten Drecoll: Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr. S. 228 ff.
Literatur Carsten Drecoll: Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr. Stuttgart 1997 (Diss. Freiburg 1996). Dirk Schlinkert: Ordo Senatorius und Nobilitas: Die Konstitution des Senatsadels in der Spätantike. Stuttgart 1996 (Diss. Göttingen 1995). Gabriele Wesch-Klein: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit. Stuttgart 1998. Gabriele Wesch-Klein: Commeatus id est tempus, quo ire, redire quis possit. Zur Gewährung von Urlaub im römischen Heer. In: Géza Alföldy, Brian Dobson, Werner Eck (Hrsg.): Kaiser, Heer und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit. Stuttgart 2000, S. 459–478.
Anmerkungen
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