Der Kilchberger Schwinget oder Kilchberg-Schwinget ist ein Schwingfest, das alle sechs Jahre in Kilchberg bei Zürich stattfindet. Es hat einen besonderen Status unter den überregionalen Schwingfesten, weil hier nur die sechzig besten Schwinger der Schweiz, im Schwingerjargon «die ganz Bösen», eingeladen werden. Daher gilt unter Schwingern ein Sieg am «Kilchberger» als schwieriger zu erreichen als ein Sieg am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest und bringt einen entsprechenden Status mit sich.Die Arena in Kilchberg ist bereit für «die ganz Bösen». In: Tages-Anzeiger, 3. September 2008.
Der Kilchberger Schwinget wurde begründet durch den Kilchberger Juristen Emil Huber (1879–1938).Adi Kälin: Das exklusivste Schwingfest der Schweiz. In: Neue Zürcher Zeitung, 24. September 2021, S. 9 (nzz.ch). Die Erstaustragung fand 1927 im Park des von Emil Huber geleiteten Sanatoriums Kilchberg statt.Tobias Ballweg, Michael Lennackers: Kulturelle Handlungslogik. Die Brüder Huber als Unternehmer und Kulturförderer. In: Tobias Ballweg, Peter Hösly, René Bridler, Walter Bosshard (Hrsg.): Ohne Gestern ist morgen kein Heute. 150 Jahre Sanatorium Kilchberg. Orell Füssli Verlag, Zürich 2017, ISBN 978-3-280-05619-6, S. 138–153. Als Gewinner ging Fritz Hagmann vom Feld.thumb| Erstaustragung 1927
Huber richtete 1933 die Stiftung «Huber-Fonds» mit 15'000 Franken ein mit dem Zweck, periodisch in Kilchberg ein Schwingfest zu veranstalten.Kilchbergerschwinget.ch: Stiftung (Archiv 2012) Da ein Nachkomme Hubers, der als Mäzen gewirkt hatte, kürzlich verstorben war, musste der 17. Kilchberger Schwinget, der pandemiebedingt ein Jahr später 2021 stattfand, erstmals Sponsoren zulassen,Philipp Rindlisbacher: Weshalb ein Schwingfest freiwillig auf Millionen verzichtet. In: Tages-Anzeiger, 23. September 2021. die Zürcher Kantonalbank und die Migros. Dank dem Sponsoring blieben die Eintrittstickets gratis.Der Höhepunkt der Schwingsaison steht bevor. In: Website Kilchberger Schwinget, 11. September 2021, abgerufen am 24. September 2021 (Archiv). Für die Ausgabe vom September 2026 wurde erstmals ein Ticketpreis von 100 Franken verlangt.Nicola Abt: Schwingen: Todesfall zwingt Kilchberger-OK zu Ticket-Revolution. In: Blick.ch, 1. Dezember 2025.
Der Kilchberger Schwinget wird sechsjährlich jeweils im September auf dem Gelände des Gutshofs «Uf Stocken» durchgeführt. Es wird vom Schweizer Fernsehen live übertragen. Eine Besonderheit ist, dass sowohl die Schwinger als auch die bis zu 12'000 Besucher nur auf Einladung kommen dürfen. Es können keine Kränze gewonnen werden, der Beste gewinnt einen Muni, die anderen erhalten einen Preis im Wert von mindestens 1000 Franken. Eine Eigenheit des Festes ist der Schönschwingerpreis, der an den Ästheten unter den Hünen abgegeben wird. Als einzige Schwinger konnten bisher Karl Meli und Samuel Giger den Kilchberger Schwinget zweimal für sich entscheiden.
Sieger 1927: Fritz Hagmann 1932: Werner Bürki 1936: Otto Marti 1946: Peter Vogt 1952: Walter Flach 1957: Hans Münger 1962: Hans Bühler 1967: Karl Meli 1973: Karl Meli 1978: Hans Kopp 1984: Ernst Schläpfer 1990: Eugen Hasler 1996: Niklaus Gasser 2002: Jörg Abderhalden 2008: Christian Stucki 2014: Matthias Sempach 2021: Samuel Giger (1a); Damian Ott (1b), Fabian Staudenmann (1c).Schlussgang-Gewinner Giger ist mit Staudenmann und Ott Festsieger. In: SRF.ch, 25. September 2021. 2026: Samuel Giger
Weblinks Kilchberger Schwinget Auszug aus dem 35. Neujahrsblatt der Gemeinde Kilchberg vom Januar 1994: Geschichte des Guts «Uf Stocken» und des Kilchberger Schwingets
Einzelnachweise
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