Helmahof ist ein Ort im Marchfeld in Niederösterreich. Er befindet sich weitgehend auf dem Gebiet der gleichnamigen Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram im Bezirk Gänserndorf. Es handelt sich um eine Siedlung ohne gewachsenen Ortskern.
Geographie Helmahof befindet sich etwa 18 km nordöstlich des Zentrums von Wien, 6 km außerhalb der Stadtgrenze bei Süßenbrunn. Die Siedlung liegt nordöstlich von Deutsch-Wagram, nördlich der Nordbahn auf um die Höhe. Sie umfasst knapp 1500 Gebäude mit gut 3700 Einwohnern, also mehr als Deutsch-Wagram selbst (55 % der Gemeindebevölkerung).
Zur Katastralgemeinde Helmahof mit 587,5 Hektar (rund der Gemeindefläche) gehören auch die Fluren westlich des Rußbachs um den Rußbachhof.
Geschichte Im Mittelalter gab es hier das Dorf Helma, das ab dem mittleren 16. Jahrhundert als öd bezeichnet wird, auch Versuche, Kroaten anzusiedeln, hatten auf die Dauer keinen Erfolg. Dies wird mit Hochwässern des Rußbaches in Verbindung gebracht.Anton Becker: Wetter und Wüstung, in: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Nr. 88, 1945 ()
In weiterer Folge wurde der Helmahof (zuerst noch als Helma) als Einzelgehöft allein auf weiter Flur bezeichnet und dargestellt, so auch 1670 bei Georg Matthäus Vischer.Georg Matthäus Vischer: Archiducatus Austriae inferioris geographica et noviter emendata accuratissima descriptio. Wien, 1697 (Erstausgabe 1670 gestochen von Melchior Küsell), ca. 1:144.000 (Layer online bei NÖ Atlas). Im Jahr 1822 wurde der Ort als Meier- und Schäferhof mit zwei Gebäuden genannt, die nach Großebersdorf eingepfarrt waren und die Kinder zur Einschulung nach Deutsch-Wagram kamen. Die Herrschaft Seiring besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Süßenbrunn ausgeübt und die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Wolkersdorf und Königstetten. Auch Schweickhardt und Pernold beschrieben den Wirtschaftshof.Adolf Emanuel Pernold: Geistesblumen: Auf Oesterreichischem Boden verpflanzt, Band 3, Druck Benko, 1843, Kapitel Eisenbahnfahrt von Wien nach Brünn, S. 130, Sp. 1 (Abschnitt ab S. 120, ).
Nach 1924 entstand hier von Deutsch-Wagram ausgehend eine Siedlung nördlich der Bahntrasse, die in den nächsten Jahrzehnten immer mehr wuchs. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Helmahof eine Gastwirtschaft, ein Gemischtwarenhändler und ein Landwirt ansässig. Außerdem gab es eine Geflügelfarm.
Öffentliche Einrichtungen In Helmahof gibt es fünf Kindergärten.
Infrastruktur Durch Helmahof verläuft die L13 Deutsch-Wagram (B8 Angerner Straße) – Bockfließ (L12 nach Gänserndorf).
Der Ort hat – am Ostrand der Siedlung – auch eine Haltestelle der Nordbahn (Kilometer 20,8, für die westlichen Ortsteile liegt der Bahnhof Deutsch Wagram näher). Sie wird von der S1 der S-Bahn Wien halbstündlich angefahren.
Literatur
Nachweise
Kategorie:Ort im Bezirk Gänserndorf Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Gänserndorf Kategorie:Deutsch-Wagram Kategorie:Ersterwähnung 1697