Rimbach ist ein Gemeindeteil der Stadt Volkach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Rimbach hat eine Fläche von 5,958 km². Sie ist in 481 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12385,98 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Strehlhof.

Rimbach war bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Volkach am 1. Juli 1977 eine selbstständige Gemeinde. Das Dorf war während des Mittelalters lange Zeit in den Händen der Zollner von der Hallburg, die eine eigene Linie nach dem Ort benannten. Später kam es an die Grafen von Schönborn, die bis 1848 die niedere Gerichtsbarkeit in Rimbach ausübten.

Rimbach liegt fernab der großen Tourismuszentren an der Volkacher Mainschleife. Dennoch hat das Dorf eine Vielzahl von Kulturgütern und Baudenkmälern. Neben der Georgskirche, die lange Zeit eine Filiale der Stadtkirche in Volkach war, bildet die Mariensäule an der Lindenstraße den Ortsmittelpunkt. Von der Rimbacher Burg, die jahrhundertelang im Norden des Dorfes stand, sind keine Spuren zu erkennen.infranken: Innehalten in Rimbach an der Mariensäule, abgerufen am 13. Mai 2017.

Geografische Lage Geografie und naturräumliche Lage Das Pfarrdorf Rimbach liegt im äußersten Osten des Volkacher Gemeindegebietes. Im Norden befindet sich der Volkacher Gemeindeteil Krautheim, im Nordosten beginnt mit der Gemeinde Frankenwinheim der Landkreis Schweinfurt. Östlich liegt die Gemeinde Lülsfeld, ebenfalls im Landkreis Schweinfurt. Im Süden erstreckt sich wiederum Volkacher Gemeindegebiet mit dem Gemeindeteil Eichfeld. Südwestlich, getrennt durch die Staatsstraße 2260, liegt der Strehlhof, im Westen Volkach. Obervolkach liegt im Nordwesten.

Nächstgelegene größere Städte sind Kitzingen mit einer Entfernung von ca. 17 Kilometern und Schweinfurt, das ungefähr 21 Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das 27 Kilometer entfernte Würzburg.

Naturräumlich liegt die Rimbacher Gemarkung im Steigerwaldvorland von Neuses, das zum Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorland innerhalb der Mainfränkischen Platten gezählt wird.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 8. Januar 2019.

Das Dorf liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Klimazonen Deutschlands zählt. Dies erklärt auch den Weinbau im Ort. Der Ort wird vom Rimbach, einem Zufluss des Weidachbaches, durchflossen. Weitere Gewässer befinden sich im Südwesten der Gemarkung um den Strehlhof. Der Halbmeilenbach mündet in den gleichnamigen See. Der Rotenbach und der Heiligenbach fließen in die Sommerach.

Dorfgliederung mini|Der sogenannte Rimbach-See am Ortsrand (Mai 2017) Im Nordosten der Gemarkung befindet sich am Rimbach das Haufendorf. Die Georgskirche liegt im Norden, das Areal der Burg im Osten. Westlich wurde nach 1970 ein großes Neubaugebiet ausgewiesen, das heute von der Birken- und der Tannenstraße gebildet wird.Walter, Erich: Rimbach. S. 26. Unmittelbar an die bebaute Fläche schließt sich im Süden der sogenannte Rimbach-See an. Dort befindet sich auch das Sportgelände des Dorfes.

Im Nordwesten von Rimbach erhebt sich der Weinberg mit einer Höhe von 242 Metern. Darunter errichtete man die Kläranlage des Dorfes. Drei Kilometer vom eigentlichen Dorf entfernt liegt im Südwesten der Strehlhof. Die Einöde war historisch bereits lange mit dem Dorf Rimbach verbunden. Weiter westlich, in unmittelbarer Nähe der Volkacher Mainfranken-Kaserne, liegt der Halbmeilensee, der ein Naturdenkmal ist, und neben der Straße St 2260 ein unbenannter See.

Nur wenige benannte Fluren befinden sich auf der Gemarkung. Insbesondere die Flurabteilungen, die heute von Wald eingenommen werden, sind erfasst. Im Westen zwischen Volkach und Rimbach erstrecken sich der Brandwald, der Wald Straßenschlag, der Hartwald (auch Haardt) und der Wald Fuchsschlag. Im Süden von Rimbach befindet sich die Flur Halbemeile, benannt nach der Entfernung zur Stadt Volkach. Der Hutwald umschließt den gleichnamigen See. Teile der Gemarkung sind unter dem Namen Südliches Steigerwaldvorland als EU-Vogelschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Geschichte Vor- und Frühgeschichte (bis 906) In der Umgebung von Rimbach wurden viele prähistorische Funde gemacht. Ein Pflugkeil aus Amphibolit wurde am Halbmeilensee ausgegraben. Er verweist auf die Besiedlung in der Jungsteinzeit. Wahrscheinlich siedelten hier Menschen der Linearbandkeramischen Kultur. Über die Vogelsburg, Nordheim am Main, die Hallburg und Ulberg führte wahrscheinlich ein vorgeschichtlicher Heerweg nach Rimbach.Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 7. Wahrscheinlich blieb der Norden von Rimbach auch im Mittelneolithikum besiedelt.

Aus der Bronzezeit entdeckte man in Richtung Lülsfeld mehrere Grabhügel. Während der Latènezeit kam es überall in der Mainschleifenregion zur Bevölkerungsüberlagerung: Die zugezogenen Kelten verdrängten die ursprünglichen Siedler. In Rimbach wurden mehrere keltische Silbermünzen entdeckt, die eine Hantel, einen Wendelring, die sogenannte Torques und ein geschäftetes Beil zeigen.Egert, Gerhard: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 9.

Um 50 vor Christus stießen elbgermanisch-suebische Völker in das Gebiet um Rimbach vor. Es ist unklar, ob damals bereits ein Dorf an der heutigen Stelle existierte. Über 600 Jahre später, im 6. nachchristlichen Jahrhundert, eroberten die germanischen Franken die Region. Sie brachten erste Verwaltungsstrukturen mit und forcierten auch die Christianisierung im heutigen Mainfranken.

Die Besiedlung Rimbachs als Rodungsort erfolgte wohl im Zuge dieser Kolonisation im 7. bzw. 8. Jahrhundert. In diesem Zeitraum hatte sich in der Umgegend bereits ein fränkischer Urgau, das Volkfeld, als Besitz des Königs etabliert. Rimbach wurde im 9. Jahrhundert Teil dieses weitverzweigten Eigentums. Der König begann allerdings bereits bald dieses geschlossene Land aufzulösen. Er vergab ganze Gebiete an andere Herrschaften und versicherte sich so ihrer Treue.

Die Herren von Rimbach (bis 1355) mini|Die Urkunde von 906

Es ist umstritten, ob Rimbach in der Urkunde vom Jahr 906 auftaucht. Eventuell handelte es sich bei dem genannten „Ronopahe“ oder „Ronopahc“ um das heute verlassene Dorf Ronobach bei Sommerach. Allerdings ist es durch die Stellung innerhalb der Urkunde, in der Ronopahe neben „Aachiveld“, das eindeutig als Eichfeld zu identifizieren ist, wahrscheinlich, dass es sich um das heutige Rimbach handelt.Egert, Gerhard: Eichfeld. S. 130.

In der Urkunde von 906 bestätigte der König Ludwig das Kind eine Schenkung seines Vaters Arnulf von Kärnten. Danach waren mehrere Dörfer bereits im Jahr 889 an die Bonifatiusabtei Fulda gekommen. Zu diesem frühen Zeitpunkt wird das Dorf lediglich aus einem königlichen, später fuldischen Fronhof und einigen Leibeigenenhäusern (lat. loca cum mancipiis) bestanden haben. Kirchlich wurde Rimbach damals von der Kirchbergpfarrei im nahen Volkach betreut.

Die engen Verbindungen nach Volkach könnten auch der Grund dafür sein, dass man in Rimbach lange Zeit den Rinderhof von Volkach vermutete. Nach dem Übergang an das Kloster Fulda schweigen die Quellen einige Zeit über das Dorf. Erst 1134 tauchte Rimbach wiederum in der schriftlichen Überlieferung auf. Mittlerweile saß dort ein nach dem Ort benanntes Ministerialengeschlecht, das in Diensten des Klosters Ebrach, der Grafen zu Castell und des Hochstifts Würzburg stand. 1300 wurde auch ein Edelhof im Dorf genannt.Walter, Erich: Rimbach. S. 23.

Die Zollner zu Rimbach (bis 1598) Letztmals wurden die Herren von Rimbach im Jahr 1303 erwähnt. Allerdings dauerte es noch einige Jahre, bis das Dorf von den Zollnern von der Hallburg erworben wurde. Dieses Dienstmannengeschlecht war vom Bischof von Würzburg eingesetzt worden, den Mainzoll auf der Hallburg einzutreiben. Dadurch war die Familie zu Geld gekommen. Die Brüder Erkinger, Endres, Konrad und Stephan waren die ersten Besitzer von Rimbach. Erkinger und Endres bezogen den Edelhof und nannten sich „Zollner zu Rimbach“.Stadler, Erika: Der Edelhof zu Rimbach. S. 9.

mini|links|Zwei Epitaphe der Zollner in der Rimbacher Kirche Die Herren von Rimbach bauten den Edelhof zu einer Burg aus und begannen den Besitz mit dem Ankauf des Strehlhofs zu erweitern. Auch kirchlich wurde das Dorf aufgewertet: Aus dem Jahr 1447 ist eine Kapelle im Dorf überliefert, die Volkacher Pfarrkirche war allerdings weiterhin für das Dorf zuständig. Die Volkacher begannen jedoch auch nach Rimbach zu wallfahren, das Dorf wurde deshalb zeitweise auch „Maria Rimbach“ genannt. Die Wallfahrt bestand bis ins 20. Jahrhundert.Feuerbach, Ute (u. a.): Volkach und seine Ortsteile. S. 38.

Im Jahr 1511 tauchte erstmals die Schäferei im Dorf auf, die in der Folgezeit zu häufigen Grenzstreitigkeiten mit den umgebenden Dörfern führte, weil die Schafe sich nicht an die Gemeindegrenzen hielten. Der Deutsche Bauernkrieg erschütterte auch das abseits gelegene Dorf. 34 Rimbacher Untertanen schlossen sich dem Tauberhaufen an und brannten die Burg der verhassten Lehnsherren nieder. Hans Zollner zu Rimbach war zu diesem Zeitpunkt als Verteidiger der Marienfestung in Würzburg und konnte den Überfall deshalb nicht verhindern.

Nach der Niederschlagung des Aufstands war Hans Zollner einer der acht Personen aus der Ritterschaft, die die Entschädigungsgelder von den Bauern einsammelten. In Rimbach belief sich der Schaden auf 911 Gulden, 11 Personen wurden in Gerolzhofen hingerichtet. Gerolzhofen, Sitz des fürstbischöflichen Zentgerichts, war den Zollnern ein Dorn im Auge. Sie beanspruchten die Hochgerichtsbarkeit für sich und ließen auch überführte Schwerverbrecher rädern. Erst 1611 kam es zur Einigung und nur Gerolzhofen durfte die Urteile vollstrecken.Stadler, Erika: Der Edelhof zu Rimbach. S. 10.

Mit dem Tod des letzten männlichen Zollner von Rimbach, Michel, starb der Ortsadel aus. Es kam zu mehreren Erbstreitigkeiten mit den anderen Linien der Dienstmannen. Die Besitzungen in Rimbach wurden auf 36.395 Gulden geschätzt und waren damit bei den Verwandten sehr begehrt. Zeitweise ergriffen die Vettern des Michel Besitz vom Dorf. Sie wurden nach 20 Wochen vom Vogt von Gerolzhofen mit Gewalt vertrieben. Lediglich die Mutter des Michel, Ursula von Grumbach, die 1598 starb, konnte den Besitz zusammenhalten.

Die Grafen von Schönborn (bis 1802) Mit dem Tod der Ursula brachen die Streitigkeiten über den Besitz erneut aus. Rimbach erhielt in den folgenden Jahrzehnten häufig neue Dorfherren, fast alle Linien der Zollner erhoben Anspruch auf das Dorf. Hinzu kam, dass auch Rimbach von der einsetzenden Reformation erfasst wurde. Im Jahr 1612 sind 15 lutherische Familien im Ort nachgewiesen. Wahrscheinlich war der Ort von den Predigten der Argula von Grumbach beeinflusst, die im nahen Zeilitzheim residierte.Feuerbach, Ute: Die evangelische Gemeinde. S. 263.

Der Dreißigjährige Krieg brachte auch in Rimbach viel Leid. Im Jahr 1631 wurde das Dorf von den protestantischen Schweden besetzt, 1632 folgten ihnen die katholischen Franzosen. Ein Jahr später, mittlerweile waren wieder die Schweden Dorfherren, setzten diese mit Johann Höpfel einen lutherischen Pfarrer in Rimbach ein. 1633 brach die Pest im Ort aus und die Rimbacher flohen nach Volkach.Walter, Erich: Rimbach. S. 25.

Während des Krieges starben die letzten Mitglieder der Familie Zollner und das Hochstift Würzburg konnte einen Lehensheimfall geltend machen. Das Hochstift setzte 1636 den Obristen Veit Dietrich von Steinheim zum neuen Dorfherren ein, er hatte sich bei der Eroberung der Veste Königshofen militärisch ausgezeichnet. Er konnte den Verfall des Dorfes nicht aufhalten: 1657 wurde das Schloss als baufällig beschrieben, nur noch 10 Herdstätten waren bewohnt, die Kapelle war eingefallen.