mini|Friedrich Schlögl
Friedrich Kilian Schlögl (* 7. Dezember 1821 ob der Laimgrube, heute Wien; † 7. Oktober 1892 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller und Feuilletonist.
Leben
Schlögl wurde in der damaligen Wiener Vorortgemeinde Laimgrube im Haus Zum Auerhahn (heutiger Standort Gumpendorfer Straße 40), das nicht mehr besteht, als Sohn eines Hutmachergesellen geboren. Er war 1840 bis 1849 Militärrechnungskanzlist und danach bis 1870 Beamter in der Hofkriegsbuchhaltung.
Bedeutung
Schlögl ist neben Eduard Pötzl und Vinzenz Chiavacci einer der führenden Wiener Sittenschilderer und Humoristen. Er veröffentlichte in zahlreichen Kalendern, Zeitschriften und Sammelwerken seine Humoresken, Gedichte und kulturhistorischen Aufsätze über Wien, darunter in der Deutschen Zeitung oder dem Heimgarten von Peter Rosegger. 1857 bis Ende der 1870er Jahre arbeitete er beim Figaro mit, ab 1867 schrieb er für das Neue Wiener Tagblatt und die Morgenpost. 1876 gründete Schlögl mit Karl Sitter die Wiener Luft, eine Beilage zum Figaro.
Ehrungen
1891 erhielt Schlögl das Wiener Bürgerrecht. Nach seinem Tode 1892 wurde auf seinem ehemaligen Wohnhaus in der Fillgradergasse 4 eine Gedenktafel angebracht, die ebenso wie sein GrabmalGrabmal auf dem Purkersdorfer Friedhof von Emanuel Pendl stammt. 1894 wurde die Schlöglgasse in Wien-Meidling nach ihm benannt. 1954 entstand am dortigen Haus Nummer 17 ein Sgraffito von Maximilian Florian, das den Titel Wiener Spaziergänge von Schlögl trägt.
mini|Sgraffito „Wiener Spaziergänge von Schlögl“ von Maximilian Florian
Werke
Franz Wild. Blätter der Erinnerung (1860, Digitalisat) Wiener Blut (1873) (Digitalisat) Alte und neue Historien von Wiener Weinkellern, Weinstuben und vom Weine überhaupt (1875, Digitalisat) „Wiener Luft“ Kleine Culturbilder aus dem Volksleben der alten Kaiserstadt an der Donau (1876, Digitalisat) Aus Alt- und Neuwien (1882) Das kuriose Buch. Eine Spende für Gleichgesinnte und für Gegner. A. Hartleben Verlag, Wien/Pest/Leipzig (1882) Ferdinand Sauter (1882) Wienerisches (1883) Vom Wiener Volkstheater (1884, ) Wien samt Führer (1886) Aus meinem Felleisen (1893) Gesammelte Schriften 3 Bände (1893) Zu meiner Zeit (1944) – Skizzen und Kulturbilder Wiener Miniaturen – hrsg. v. Hans Maria Loew (1955) Wien [Wiener Arten und Unarten (1883)], ausgewählt und hrsg. von Martin A. Völker, Berlin: Anthea Verlag, 2019.
Literatur
Reinhold Hackel: Der Wiener Schriftsteller Friedrich Schlögl. In: Adler. 3/1954. Fritz Negrini: Friedrich Schlögl als Tagesschriftsteller. Univ.-Diss., Wien 1957. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien Bd. 5. Kremayr u. Scheriau, Wien 1997.
Weblinks
Bestand (Teilnachlass) in den Katalogen der Österreichischen Nationalbibliothek Wien Teilnachlass Inv-Nr. Cod. Ser. n. 16158 bis 16175 HAN MAG Autographe Inv-Nr. Autogr. 32/32-6, Autogr. 117/5-2 HAN MAG Briefnachlass Inv-Nr. Autogr. 710/26 bis 710/45 HAN MAG Nachlass in der Wienbibliothek im Rathaus
Friedrich Schlögl im Internet Archive
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Österreich) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Satire Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Beamter (Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Geboren 1821 Kategorie:Gestorben 1892 Kategorie:Mann