Der Landhelferbrief (auch Landhelfer-Brief geschrieben) wurde im nationalsozialistischen Deutschen Reich an arbeitslose Jugendliche ausgegeben, die für mindestens sechs Monate als vorübergehend Beschäftigte bei einem Bauern in der Landhilfe tätig hatten. Als Aussteller zeichnete der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Eingeführt wurde die Landhilfe im März 1933.

Hintergrund Als Landhelfer galten Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahre, die überwiegend aus der Hitlerjugend rekrutiert wurden. Die Landhilfe war Teil der Maßnahmen, die nach der Machtübernahme zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit eingeführt wurde. Die Teilnahme an dieser Maßnahme war freiwillig. Die organisatorische Durchführung oblag der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Dabei war ein Mindestzeitraum von einem halben Jahr festgesetzt. Die Jugendlichen erhielten für ihre Arbeitsleistung neben Kost und Unterkunft auch ein Taschengeld. Auch die Betriebsgrößen waren festgelegt, sodass insbesondere kleinere und mittlere Betriebe von dieser Hilfe profitierten. Die Reichsanstalt zahlte den Bauern für den Landhelfer 25 Reichsmark im Monat. Davon wurden den Helfern, die älter als 18 Jahre waren 20 RM ausgezahlt und der Rest ging an die Sozialversicherung. Bis zum Ende des Jahres 1933 gab es bereits 175.000 Landhelfer.

Dokument mini|hochkant|Landhelferbrief aus dem Jahr 1935 (Foto: Museum Wolmirstedt) Der Landhelferbrief hatte eine Identifizierungsnummer und ein Lichtbild des Inhabers. Er sollte bei Bewerbungen um einen Arbeitsplatz bei landwirtschaftlichen Schulen, bei Bewerbungen um Siedlerstellen und bei ähnlichen Anlässen vorgelegt werden. Diese Vorschrift zur Vorlage war auf dem Brief aufgedruckt. Er war innen und außen jeweils in drei Bereiche eingeteilt.

Auf der Vorderseite war unter dem Titel und dem Logo folgender Text aufgedruckt:

Dabei handelte es sich um ein Zitat aus Adolf Hitlers Buch Mein Kampf. Auf den Innenseiten waren die persönlichen Angaben des Ausweisinhabers vermerkt. Zudem zeigte der Brief auf einer schwarzweiß Fotografie, das Aussehen des Inhabers. Es folgte ein kurzes Führungszeugnis oder eine Eignungsbeurteilung.

Linke Seite Mitte Rechte Seite AußenseiteAußenseite st.museum-digital.de. 3. ArbeitsstelleTag der EinstellungAngabe zum ArbeitgeberOrtTag der AusschreibungFührung und EignungStempel und Unterschrift des Arbeitsamts offizielle Angaben:Verleihungshinweis desPräsidentenLandhelfer-Brief NummerVorlagehinweis Vorderseite: Mit Ähren-LogoHakenkreuzund Zitat InnenseiteInnenseite st.museum-digital.de. Angaben zu Vor- und FamiliennameGeburtstag mit Ort, Bezirk und StaatBisheriger Beruf, Staatsangehörigkeit und ReligionEltern, Beruf des Vaters, Geburtsname der MutterHeimatanschriftEigenhändige UnterschriftLichtbild 1. ArbeitsstelleTag der EinstellungAngabe zum ArbeitgeberOrtTag der AusschreibungFührung und EignungStempel und Unterschrift des Arbeitsamts 2. ArbeitsstelleTag der EinstellungAngabe zum ArbeitgeberOrtTag der AusschreibungFührung und EignungStempel und Unterschrift des Arbeitsamts

Literatur

Landhelfer. In: Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. 2. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 371.

Weblinks Landhelferbrief, bei Genwiki

Einzelnachweise

Kategorie:Ausweis Kategorie:Jugend im Nationalsozialismus