mini|Wappen von Pietzing mini|Südwestlicher Rand des Dorfkerns von Pietzing, in der Bildmitte im Hintergrund die Dorfkirche und Häuser auf der Anhöhe von Pietzenkirchen mini|Südufer des Simssees bei Pietzing mit dem Alpenpanorama und dem Großen Traithen im Hintergrund Pietzing ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Riedering im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und eine Gemarkung.

Geographische Lage Das Dorf Pietzing liegt am Ostufer des Simssees nahe der Mündung des Fellbachs, knapp vier Kilometer nordöstlich des Ortszentrums von Riedering sowie rund acht Kilometer westlich von Prien am Chiemsee an der Kreisstraße RO 16.

Geschichte Die Ersterwähnung des Ortes stammt aus einer 924 in „Rordorf“ (Rohrdorf am Inn) ausgefertigten Tauschurkunde, in der Rihina, geschiedene Gattin des Abterzbischhofs Odalbert von Salzburg, ein Drittel der kirchlichen Einkünfte in „Selihoba“ (Söllhuben) und „Piecinga“ (Pietzing) zugesprochen erhielt und dafür auf die Domäne Seeon und weiteren Besitz verzichtete.Karl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 356.Sebastian Dachauer: Zur Geschichte der Kirche am Petersberge und der Burgen Falkenstein, Kirnstein und Auerburg. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 2, München 1840, S. 356–401, insbesondere S. 367–369 (online)Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 5, München 1843, S. 149 (online). Die beiden Kirchen wurden jedoch bereits 927 aus dieser Zahlungsverpflichtung entlassen. 1140 verschenkte Markgraf Engelbert von Kraiburg an das Kloster Frauenchiemsee einen Hof und einen Bauplatz in „villa Pitzingen“.Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 5, München 1843, S. 160 (online) Am 25. November 1314 trat Ruger von Schalchem dem Kloster Frauenchiemsee den Baumgarten zu „Pletzing“ ab.Martin von Deutinger (Hrsg.): Beyträge zur Geschichte, Topographie und Statistik des Erzbisthums München und Freysing, Band 1, München 1850, S. 300 (online).

Die Gemeinde Pietzing hatte bei der Volkszählung 1961 470 Einwohner und 21 Orte, 1970 waren es 23 Orte und 477 Einwohner, hinzugekommen waren Asbichl und Herrgottswinkel. Am 30. April 1978 wurde Pietzing als Gemeinde aufgelöst. Die Orte Herrgottswinkel, Hitzing, Kindlpoint und Ratzing wurden nach Rimsting eingemeindet, Asbichl, Kronlohe und Ulperting wurden in den Markt Bad Endorf eingegliedert, Ackersdorf, Anisag, Erlachmühle, Irnkam, Kinten, Mangolding, Moosen, Oberachthal, Obermühl, Ofenwinkl, Pietzenberg, Pietzenkirchen, Pietzing, Schralling, Stadl und Unterachthal wurden nach Riedering umgegliedert.

Demographie + Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde bis zu deren Auflösung 1978 Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen 1840 339 1853 310 in 70 FamilienKarl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 178–180. 1861 338 1871 340 am 1. Dezember in 66 Wohngebäuden, verteilt auf 24 Wohnorte 1880 340 1900 392 1910 407 1919 447 1925 437 1933 428 1939 408 1946 636 1952 525 1961 470 1970 477 1977 421 am 31. Dezember, ohne die Wohnorte Hitzing, Kindlpoint, Ratzing, Kronlohe und Ulperting sowie das Einödgut AsbichlKarl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, S. 218.

Kirchspiel Die Katholiken von Pietzing besuchen die Kirche in Pietzenkirchen, die eine Filiale der Pfarrei in Söllhuben ist und deren Patrone der hl. Stephanus und der hl. Laurentius sind.

Literatur Karl Detterbeck und Konrad Breitrainer: Riederinger Heimatbuch, herausgegeben von der Gemeinde Riedering, Riedering 1988, 801 Seiten.

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Einzelnachweise

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