mini|Verwaltungsgliederung der Gemeinde Issum Die Gemeinde Issum liegt nahe am unteren Niederrhein im Westen Nordrhein-Westfalens und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geografie Räumliche Lage Issum liegt linksrheinisch im niederrheinischen Tiefland. Issum liegt im Durchschnitt 24 m über NN. Durch das Gemeindegebiet fließt die Issumer Fleuth. Die Nenneper Fleuth mündet in Issum in die Issumer Fleuth.

Gemeindegebiet Die Gemeindefläche hat eine Größe von 54 km². Die Gemeinde Issum gliedert sich in die zwei Ortschaften Issum und Sevelen. Zur Ortschaft Issum gehören die Ortsteile Hamsfeld, Hochwald, Lamerong und Niederwald sowie Teile von Aengenesch und Bönninghardt. Zur Ortschaft Sevelen gehören die Ortsteile Oermten, Vorst, Vrasselt, Groß- und Kleinholthuysen.

Nachbargemeinden/-städte Die Gemeinde Issum grenzt im Norden an die Gemeinde Sonsbeck, im Nordosten an die Gemeinde Alpen, im Osten an die Stadt Kamp-Lintfort (alle Kreis Wesel), im Süden an die Gemeinden Kerken und Rheurdt und im Westen an die Stadt Geldern.

Geschichte mini|Haus Issum Eine Scheibenfibel und eine Gürtelschnalle aus dem frühen 7. Jahrhundert, die im Rheinischen Landesmuseum Bonn unter der Fundortangabe „Sevelen“ aufbewahrt werden, legen nahe, dass der heutige Ortsteil Sevelen bereits im frühen Mittelalter entstand. In einer Liste von Gütererwerbungen des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg von 1190 wird ein Ort Cevele erwähnt, der vermutlich identisch mit Sevelen ist.

Der heutige Hauptort Issum wurde 1338 erstmals urkundlich erwähnt, als die „Herrlichkeit und das Gut, das sich zu Issum und Umgebung befindet“ von dem Vogt Gerardus de Belle an den Herzog Rainald II. von Geldern zurückgegeben wurde. Bei der Burg Issum handelte es sich um eine Wasserburg, die an der Fleuth gelegen war und heute als Haus Issum Teile der Gemeindeverwaltung und das Heimatmuseum „His-Törchen“ beherbergt. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Herrschaft durch Verkauf, Verpfändung und Heirat ständig den Besitzer. So gehörte Issum u. a. den Kölner Kurfürsten, den Grafen von Moers, den geldrischen Erbmarschall von Boedberg sowie den klevischen Erbmarschall von Pallant.

Der Ortsteil Issum gehörte bis 1798 zum Kurfürstentum Köln, der Ortsteil Sevelen zum Herzogtum Geldern. Sevelen kam nach dem Spanischen Erbfolgekrieg 1713 zu Preußen. Von 1798 bis 1814 standen beide Ortsteile unter französischer Herrschaft. Während dieser Zeit bildete Issum eine Mairie nach französischem Vorbild und gehörte zum Kanton Geldern im Arrondissement Kleve des Rur-Departements.GenWiki: Kanton Geldern Nachdem 1814 der gesamte Niederrhein auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen wurde, kamen Issum und Sevelen am 23. April 1816 im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation zum neuen Kreis Geldern als einem von über 40 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz. Aus der Mairie Issum der Franzosenzeit wurde die preußische Bürgermeisterei Issum.

Die Ortschaften der Gemeinde Issum gehörten nach ihrer Gründung zum Bereich des Erzbistums Köln. Mit der Neuordnung der niederländischen Bistümer durch König Philipp II. 1559 fiel die Ortschaft Sevelen dem Bistum Roermond zu. Unter französischer Herrschaft wurden dann 1802 beide Ortschaften dem neu gegründeten Bistum Aachen zugeordnet. Die jetzt noch gültige Zugehörigkeit zum Bistum Münster wurde 1821 auf Wunsch des Königreichs Preußen etabliert.

In der Gemeinde Issum gibt es seit dem 12. Februar 2005 eine katholische Kirchengemeinde St. Anna mit der Pfarrkirche St. Antonius in Sevelen und der Filialkirche St. Nikolaus in Issum. Die katholische Kirchengemeinde St. Anna besteht aus den beiden ehemals selbständigen Kirchengemeinden dieser Ortsteile.

Im Ortsteil Issum gibt es eine evangelische Kirchengemeinde. Im Ortsteil Sevelen ein Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen. Daher gehört Issum zum evangelischen Kirchenkreis Kleve und Sevelen zum evangelischen Kirchenkreis Moers. Beide Kirchenkreise gehören der Evangelischen Kirche im Rheinland an.

In der Gemeinde Issum existieren eine Neuapostolische und die freie Christliche Gemeinde Issum.

In der Zeit von 1764 bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Issum eine jüdische Gemeinde. Sie kaufte 1855 ein Grundstück mit Scheune und errichtete eine Synagoge, die am 16. Dezember 1865 eingeweiht wurde. Zu diesem Zeitpunkt zählte die jüdische Gemeinde 50 Mitglieder. 1900 ging die Issumer Synagoge in das Eigentum der Synagogengemeinde Geldern über. In den folgenden Jahren zogen immer mehr Juden aus Issum fort und um 1930 war es nicht mehr möglich, einen Gottesdienst abzuhalten, weil die dafür erforderliche Zahl von zehn religionsmündigen männlichen Juden nicht mehr zustande kam. 1935 wurde die Synagoge daher an einen Issumer Bürger verkauft, der sie als Abstellkammer nutzte. Sie entging daher in der Pogromnacht dem Schicksal der Gelderner Synagoge und blieb bestehen. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Issum wurden während des Holocausts ermordet. Die Synagoge wurde 1987 von der Gemeinde Issum gekauft, unter Denkmalschutz gestellt und restauriert. Sie gehört damit zu den wenigen noch erhaltenen alten Synagogen in Nordrhein-Westfalen.

Gebietsreform Die Gemeinde Issum entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim ersten kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Issum und Sevelen wurden zur neuen Gemeinde Issum zusammengeschlossen.

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

Einwohnerentwicklung Die folgenden Angaben beziehen sich auf das heutige Gebiet der Gemeinde Issum.Bevölkerung aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ab dem 31. Dezember 1962 jeweils am Jahresende nach dem jetzigen GebietsstandKommunalprofil Issum (PDF; 0,3 MB), S. 4, auf it.nrw

Jahr Einwohner 1975 9.150 1980 10.035 1985 10.588 1990 10.970 1995 11.793 Jahr Einwohner 2000 12.093 2005 12.172 2010 11.931 2015 12.037 2017 11.966 Jahr Einwohner 2018 11.937 2019 11.977 2020 12.113 2021 12.201 2022 12.364202612.798 Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 46,3 % römisch-katholisch, 24,2 % der Einwohner evangelisch und 30,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Issum Religion Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Dezember 2025 waren von den 12.786 Einwohnern 42,1 % (5.384) römisch-katholisch, 20,8 % (2.660) evangelisch und 37,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Gemeinde Issum Einwohnermeldeamtstatistik Stand der Daten: 31. Dezember 2025, abgerufen am 20. Juli 2026

Politik

Gemeinderat

Bei den Kommunalwahlen seit 2009 ergaben sich folgende Sitzverteilungen im Gemeinderat: +Partei202520202014 2009Sitze%Sitze%Sitze%%CDU1549,241645,231446,853,8SPD621,65721,281239,332,1FDP25,3926,71413,814,2GRÜNE415,2721,68–––WGI/S125,2925,09–––AfD13,23–––––Gesamt301003410030100100 1WGI/S: Wählergemeinschaft Issum/Sevelen

Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl 2025 wurde Alexander Alberts (CDU / FDP) mit 62,21 % der Stimmen im Amt bestätigt. Als Gegenkandidat in dieser Wahl bekam Sascha Kujath (SPD / Grüne) 37,79 % der Stimmen.

Wappen Der Gemeinde Issum ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf vom 27. Juni 1973 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegels und eines Banners verliehen worden.

Blasonierung: „Geteilt von Silber (Weiß) und Rot oben ein wachsender roter Hirsch; unten eine silberne (weiße) Mispelblüte zwischen drei, 2:1 gestellten, mit den Schäften zur Mispelblüte weisenden silbernen (weißen) Antoniuskreuzen.“

Das Wappen wurde nach der kommunalen Neugliederung des Jahres 1969 von Walther Bergmann entworfen. Es enthält Elemente der beiden alten Gemeindewappen von Issum und Sevelen. Die frühere Gemeinde Issum hatte seit 1937 den springenden Hirsch im Wappen. Bereits ein Schöffensiegel aus dem 16. Jahrhundert, als die Herren von Issum die Gerichtsbarkeit in Issum ausübten, zeigt dieses Wappen. Das alte Wappen von Sevelen war zwar erst 1958 geschaffen worden, ging aber auf das 13. Jahrhundert zurück: es wies durch vier Antoniuskreuze und eine Mispelblüte auf das damals in Sevelen in hoher Konjunktur stehende Töpferhandwerk und den Kirchenpatron St. Antonius hin.

Flagge Bannerbeschreibung: Rot-Weiß-Rot im Verhältnis 1:5:1 längsgestreift mit dem etwas über die Mitte nach oben verschobenen Gemeindewappen.

Partnergemeinden Seit 1958 besteht eine Gemeindepartnerschaft zwischen der Gemeinde Issum – Sevelen und Sevelen im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Gelebt wird diese Partnerschaft in gegenseitigem Besuch bei Volksfesten wie z. B. Schützenfesten oder Kirmes.

Seit 1959 existiert ein Jugendaustausch mit dem französischen Dorf Courdemanche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|His-Törchen Museen In der ehemaligen Synagoge mit Mikwe und jüdischer Schule befindet sich heute die Dokumentation und Ausstellung „Jüdisches Leben am Niederrhein“.

Im Heimatmuseum His-Törchen werden Kunstwerke heimischer Künstler gezeigt. Neben Keramiken von Agnes Wetzling-Lenders werden Plastiken und Werkzeuge des Bildhauers und Malers Clemens Pasch ausgestellt. Zusätzlich finden dort wechselnde Ausstellungen und kostenlose Führungen statt.

Die im Jahre 1768 erbaute Herrlichkeitsmühle, eine mit Holzschindeln gedeckte Durchfahrholländermühle aus Eichholz, wurde 2004 bis 2005 saniert und am 25. September 2005 durch den Förderverein Herrlichkeitsmühle Issum e. V. wieder in Betrieb genommen und mahlt seither wieder regelmäßig Getreide. Die Mühle kann in den Sommermonaten sonntagnachmittags sowie nach Anmeldung besichtigt werden.

Bauwerke

mini|Dahlenmühle 2009/2010 In Sevelen befindet sich die Dahlenmühle, eine 1868 erbaute Holländer Turmwindmühle. Das Gebäude ging 1915 in den Besitz der Familie Dahlen über und wurde bis zum Zweiten Weltkrieg als Öl- und Früchtemühle genutzt. Die denkmalgeschützte Mühle wird heute vom Museumsverein Dahlenmühle e. V. betreut. Seit dem Jahr 2000 haben umfangreiche Sanierungen stattgefunden. Die Mühle kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Das Wasserschloss Haus Issum ist ein Backsteinbau aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Lange Zeit als Rathaus genutzt, wurde es in den 1980er Jahren grundlegend renoviert und beherbergt heute in der ehemaligen Vorburg das Museum His-Törchen sowie im Herrenhaus den Sitzungssaal der Kommune, das Trauzimmer und einige Büroräume. Ein 80 Meter langer Laubengang aus Hainbuchen im zugehörigen Park zählt zu den großen Seltenheiten am Niederrhein.

Parks Südlich des Ortsteils Oermten, an der Grenze zu Rheurdt, befindet sich der Oermter Berg. Der 68 Meter hohe Berg ist ein touristischer Anziehungspunkt der Region mit jährlich etwa 150.000 Besuchern. Neben Damwild- und Rotwildgehegen findet sich dort auch eine Bürgerbegegnungsstätte, wo die „Naturkundliche Sammlung Niederrhein“ ausgestellt wird.

Der nach dem ehemaligen Bürgermeister Wilhelm Bühner benannte Bürgermeister-Bühner-Park liegt am nördlichen Rand der Ortschaft Sevelen. Der frühere Kaiser-Wilhelm-Park ist geprägt von altem Baumbestand aus Rotbuche und Stieleichen sowie einer vielfältigen Vegetation im Unterholzbereich.

Sport