Rodenhausen ist ein Ortsteil der Großgemeinde Lohra im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt auf (Freiwillige Feuerwehr).

Geschichte mini|Die Evangelische Kirche Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Rodenhausen erfolgte unter dem Namen Rodinhusin im Jahr 1216 in einer Urkunde des Klosters Haina.

Ortsgeschichte In den Jahren 1247 und 1248 wurde Rodenhausen im Zusammenhang mit dem Adelsgeschlecht derer „von Rodenhausen“ als Rudenhusen im Wetzlarer Urkundenbuch erwähnt.

Im Jahre 1723 brannte fast das gesamte Dorf nieder.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Rodenhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis gemeinsam mit den Gemeinden Nanz-Willershausen und Damm in die Gemeinde Lohra eingemeindet. Für diese ehemaligen Gemeinden sowie die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Rodenhausen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Lohra ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Gericht Lohra ab 1601: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Gericht Lohra und Fronhausen 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Gericht Lohra ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Gericht Lohra ab 1686: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen Die Zugehörigkeit des Amtes Frohnhausen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Fronhausen ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Fronhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde Lohra ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lohra ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Lohra

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Rodenhausen zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Mit Wirkung zum 1. Oktober 1902 wurden Rodenhausen, Seelbach, Rollshausen und Lohra vom Bezirk des Amtsgerichts Fronhausen abgetrennt und dem Amtsgericht Gladenbach zugewiesen.Gesetz, betreffend die Abänderung von Amtsgerichtsbezirken vom 22. Juni 1902 (PrGS 1902, S. 227–228) 1948 wurden die bisher zum Amtsgerichtsbezirk Gladenbach gehörenden Gemeinden Lohra, Rodenhausen, Rollshausen und Seelbach dem Amtsgerichtsbezirk Marburg zugeordnet.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rodenhausen 222 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 39 Einwohner unter 18 Jahren, 105 zwischen 18 und 49, 39 zwischen 50 und 64 und 39 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 51 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 18 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 54 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1502: 10 Hausgesesse • 1577: 13 Hausgesesse (einschließlich 3 Witwen) • 1630: 8 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 3 Einläuftige. • 1681: 21 hausgesessene Mannschaften • 1746: 39 Haushalte. • 1838: 195 Einwohner (Familien: 25 nutzungsberechtigte und 13 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger)

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 191 lutheranische (= 100 %) Einwohner • 1885: 198 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 211 evangelische (= 92,95 %), 12 katholische (= 5,29 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1746: Erwerbspersonen: drei Schmiede, ein Schneider, ein Dachdecker, zwei Wirte. • 1838: Familien: 26 Ackerbau, 6 Gewerbe, 5 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 98 Land- und Forstwirtschaft, 31 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Für Rodenhausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Rodenhausen. Der Ortsbeirat Rodenhausen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 55,19 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Rodenhausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Heinz-Werner Kraft zum Ortsvorsteher.

Sehenswürdigkeiten Zu Rodenhausens Sehenswürdigkeiten zählen die frühere Wallfahrtskirche aus dem 16. Jahrhundert und das Gipfelkreuz am Hemmerich, dem mit 475 m höchsten Berg der Großgemeinde.

Literatur Alfred Horst: Die Chronik von Lohra. 1970 Karl Huth: Die Gemeinde Lohra und ihre 10 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. 1989

Weblinks

Rodenhausen im Lohra-Wiki

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Geographie (Lohra) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971