miniatur|Der Hauptsitz des Norwegischen Roten Kreuzes in Oslo Das Norwegische Rote Kreuz () ist die nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft in Norwegen und Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Es ist nach den Genfer Konventionen anerkannt und hat seinen Sitz in Oslo.

Geschichte Es wurde im Herbst 1865 in Christiania von dem damaligen Ministerpräsidenten Frederik Stang als Verein zur Versorgung verwundeter Soldaten und zur Unterstützung der Hinterbliebenen gefallener Soldaten gegründet (). Mit der königlichen Bestätigung ihrer Satzungen am 4. November 1865 wurde die Vereinigung offiziell etabliert.

In den ersten Jahrzehnten blieb die Vereinigung in Norwegen relativ klein und wenig beachtet und wurde international eher als lose an das Schwedische Rote Kreuz angebundene Hilfsorganisation wahrgenommen. 1891 verkürzte der Verein seinen Namen zu Foreningen for frivillig pleie av syge og saarede i felt und fügte den französischen Untertitel Société norvégienne de la Croix-Rouge hinzu, bevor er 1908 in den Jahresberichten erstmals als Norges Røde Kors bezeichnet wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs war das Norwegische Rote Kreuz unter anderem an der Rettungsaktion der Weißen Busse beteiligt, bei der skandinavische Häftlinge aus deutschen Konzentrationslagern nach Skandinavien gebracht wurden.

Präsidenten Zeitraum Präsident 1865 – 1880 Frederik Stang 1880 – 1889 Christian August Selmer 1889 – 1905 Johan Fredrik Thaulow 1905 – 1908 Ernst Motzfeldt 1908 – 1912 Andreas Martin Seip 1912 – 1913 Christian Wilhelm Engel Bredal Olssøn 1913 – 1917 Hans Jørgen Darre-Jenssen 1917 – 1922 Hieronymus Heyerdahl 1922 – 1930 Torolf Prytz 1930 – 1940 Jens Meinich 1940 – 1945 Fridtjof Heyerdahl 1945 – 1947 Nikolai Nissen Paus 1947 – 1957 Erling Steen 1957 – 1966 Ulf Styren 1966 – 1975 Torstein Dale 1975 Grethe Johnsen 1975 – 1981 Hans Høegh 1981 – 1987 Bjørn Egge 1987 – 1993 Bjørn Bruland 1993 – 1998 Astrid Nøklebye Heiberg 1999 – 2008 Thorvald Stoltenberg 2008 – 2018 Sven Mollekleiv 2018 – 2020 Robert Mood 2020 – 2023 Thor Inge Sveinsvoll seit 2023 Siri Hatlen

Organisation Das Norwegische Rote Kreuz ist landesweit in mehrere Distriktsverbände und zahlreiche lokale Abteilungen gegliedert; der Hauptsitz der Organisation befindet sich in Oslo.

Das höchste Organ ist die Generalversammlung (), die in regelmäßigen Abständen zusammentritt und das Hauptprogramm sowie die grundlegenden Leitlinien der Arbeit festlegt. Die laufenden Geschäfte führt der Landesvorstand (), der die Tätigkeit der Landesorganisation leitet und ihre Mittel im Einklang mit dem Hauptprogramm und den Beschlüssen des Landsmøtet verwaltet.

Das Jugendrotkreuz () ist die Jugendorganisation des Norwegischen Roten Kreuzes, in der sich Freiwillige im Alter von 13 bis 30 Jahren engagieren.

Aktivitäten Es verfügt landesweit über vier Rotkreuzzentren für gesellschaftliche Aktivitäten sowie ein Zentrallager zur Katastrophenvorsorge. Darüber hinaus betreibt es rund 210 Ambulanzen und 325 Einheiten des Suchdienstes. Es ist auf nationaler Ebene insbesondere in den Bereichen Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Blutspendewesen, Verbreitung des humanitären Völkerrechts sowie der Breitenausbildung in Erster Hilfe tätig. Weitere Aufgabenfelder sind die psychologische Betreuung im Bereich der Krisenintervention, ein Besuchs- und Betreuungsdienst für alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen und Gefangene sowie soziale Programme zur Integration von Flüchtlingen und Migranten und zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Die Organisation setzt sich darüber hinaus mit verschiedenen Kampagnen gegen Vorurteile, Rassismus und Gewalt ein und organisiert nächtliche Streifendienste zur Gewalt- und Verbrechensprävention.

Im internationalen Bereich zählt die Organisation zu den aktivsten nationalen Rotkreuz-Gesellschaften weltweit. Es kooperiert in vielfältiger Form mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sowie der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und ist in rund 60 Ländern mit Hilfsprogrammen aktiv. Die Gesamtausgaben für internationale Aktivitäten betrugen im Jahr 2000 rund 71 Millionen Schweizer Franken, von denen rund 40 Millionen Schweizer Franken auf die Zusammenarbeit mit dem IKRK und rund 22 Millionen Schweizer Franken auf Kooperationen mit der Föderation entfielen. Etwa neun Millionen Schweizer Franken flossen in bilaterale Hilfsprojekte. Schwerpunkte der Arbeit des Norwegischen Roten Kreuzes im Ausland sind der Aufbau und die Unterstützung von anderen nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, die Katastrophenhilfe und -vorsorge sowie Programme zur Prävention der Immunschwächekrankheit Aids sowie zur Betreuung von AIDS-Patienten und HIV-infizierten Menschen.

Die nördlichste Einsatzgruppe befindet sich in Longyearbyen auf Spitzbergen und übernimmt auf dem Inselarchipel mit rund 50 Freiwilligen den Such- und Rettungsdienst. Die Einsatzgruppe wird durch stationierte Polizei und den Hubschrauber des Sysselmesters verstärkt.

Siehe auch

Liste der nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften Grundsätze der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung

Weblinks

Offizielle Website (norwegisch – englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Nationale Rotkreuz-Gesellschaft Kategorie:Verbandsgründung 1865 Rotes Kreuz