Der Ceylon-Zimtbaum oder Echter Zimtbaum (Cinnamomum verum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Cinnamomum innerhalb der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Die ursprüngliche Heimat ist Sri Lanka (früher Ceylon). Der Ceylon-Zimtbaum wird in vielen tropischen Gebieten angebaut. Der Baum ist die Quelle für den Ceylon-Zimt (genannt auch echter Zimt).

Beschreibung mini|links|Borke mini|Junge Blätter des Zimtbaumes. Sie werden wie bei vielen tropischen Bäumen schubweise gebildet und sind oft anfangs rot mini|Voll entwickelte Blätter und Blütenstände mini|Unreife Frucht mini|Blütenstand

Erscheinungsbild, Rinde und Laubblatt Der Echte Zimtbaum ist ein relativ kleiner, immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 10, selten bis zu 18 Metern erreicht. Der Stammdurchmesser kann bis 60 Zentimeter betragen. Die Borke ist schwarz-braun. Die fast stielrunden Zweige besitzen eine graue, etwas weiß gefleckte Rinde. Die Knospen sind seidig-flaumig behaart.

Bei vielen tropischen Baum-Arten werden ohne festen Zeitpunkt im Jahreslauf viele Blätter gleichzeitig gebildet (Laubausschüttung), dabei sind die jungen Laubblätter bei vielen Arten durch Anthocyan mehr oder weniger stark rot gefärbt, was vor zu starker UV-Strahlung schützt. Auch bei dieser Art sind die Laubblätter im jungen Stadium leuchtendrot, später aber dunkelgrün mit weißen Blattadern. Die meist gegenständig an den Zweigen angeordneten, aromatischen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der kahle, kurze Blattstiel ist etwa 2,5 Zentimeter lang. Die große, mehr oder weniger ledrige, kahle, einfache sowie ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 11 bis 16 Zentimetern sowie einer Breite von 4,5 bis 5,5 Zentimetern eiförmig oder eiförmig-lanzettlich mit spitzer bis gerundeter, auch verschmälerter Spreitenbasis und zugespitztem oder spitzem bis rundspitzigem Ende. Die Blattunterseite ist hellgrün, die Oberseite der vollentwickelten Blattspreite ist glänzend dunkelgrün. Typisch sind die meistens drei bis fünf, unterseits erhabenen, helleren und gelblichen Hauptadern und eine dazwischen liegende feine Netzaderung. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstand und Blüte Der end- oder achselständige und lockere rispige Blütenstand ist 10 bis 12 Zentimeter lang. Blütenstandsschaft und -rhachis sind sehr fein seidig-flaumig behaart.

Die zwittrigen, kleinen und gestielten, unangenehm duftenden Blüten sind bei einem Durchmesser von 3 bis 6 Millimetern radiärsymmetrisch. Es sind meist sechs, selten bis zu neun gelb-grüne, längliche bis verkehrt-eiförmige und leicht bootförmige, fast gleiche Blütenhüllblätter vorhanden, die nur an ihrer Basis verwachsen und außen weiß-gräulich und feinflaumig behaart sind. In drei Kreisen stehen jeweils drei fertile, kurze Staubblätter. Die nahe ihrer Basis leicht behaarten, freien Staubfäden besitzen im dritten Kreis jeweils zwei Drüsen. Im vierten, innersten Kreis sind drei kleine Staminodien ausgebildet. Der mittelständige, einkammerige Fruchtknoten ist mit einer Länge von 10 bis 15 Millimetern eiförmig und kahl. Der kurze Griffel endet in einer scheibenförmigen Narbe.

Frucht Die mit einer Länge von 10 bis 15 Millimetern eiförmige, glatte Steinfrucht färbt sich bei Reife bläulich-schwarz. An der Frucht mit „Fruchtbecher“ sind noch die Reste der Blütenhüllblätter erkennbar.

Taxonomie Die gültige Erstbeschreibung von Cinnamomum verum erfolgte 1825 durch Jan Svatopluk Presl in Berchtold und J. Presl: O Prirozenosti Rostlin, Band 2, Teil 2, Seite 36 und 37–44.

Synonyme für Cinnamomum verum sind: Laurus cinnamomum , Camphorina cinnamomum , Cinnamomum aromaticum , Cinnamomum barthii , Cinnamomum bengalense , Cinnamomum biafranum , Cinnamomum bonplandii , Cinnamomum boutonii , Cinnamomum capense , Cinnamomum carolinense var. oblongum , Cinnamomum cayennense , Cinnamomum ceylanicum , Cinnamomum cinnamomum , Cinnamomum commersonii , Cinnamomum cordifolium , Cinnamomum decandollei , Cinnamomum delessertii , Cinnamomum ellipticum , Cinnamomum erectum , Cinnamomum humboldtii , Cinnamomum iners , Cinnamomum karrouwa , Cinnamomum leptopus , Cinnamomum leschenaultii , Cinnamomum madrassicum , Cinnamomum maheanum , Cinnamomum mauritianum , Cinnamomum meissneri , Cinnamomum ovatum , Cinnamomum pallasii , Cinnamomum pleei , Cinnamomum pourretii , Cinnamomum regelii , Cinnamomum roxburghii, Cinnamomum sieberi , Cinnamomum sonneratii , Cinnamomum vaillantii , Cinnamomum variabile , Cinnamomum wolkensteinii , Cinnamomum zeylanicum , Cinnamomum zeylanicum , Cinnamomum zeylanicum var. cassia , Cinnamomum zeylanicum var. cordifolium , Cinnamomum zeylanicum var. foeniculaceum , Cinnamomum zeylanicum var. inodorum , Cinnamomum zeylanicum var. microphyllum , Cinnamomum zollingeri

Vorkommen Die ursprüngliche Heimat ist Sri Lanka (Ceylon). Der Echte Zimtbaum wird in vielen tropischen Gebieten angebaut. Im tropischen Asien, auf den Karibischen Inseln und den Seychellen ist Cinnamomum verum verwildert.

Nutzung als Gewürz und Geschichte mini|Rinde und „Zimtblüten“ als Gewürz Zimt ist eines der ältesten Gewürze. Es wurde angeblich schon vor 2000 v. Chr. in Indien und China als Gewürz verwendet.R. A. Donkin: Dragon's Brain Perfume: An Historical Geography of Camphor. Brill, 1999, ISBN 90-04-10983-8, S. 12.Frederick J. Simoons: Food in China: A Cultural and Historical Inquiry. CRC Press, 1991, ISBN 0-8493-8804-X, S. 392–395. Der Portugiese Vasco da Gama brachte 1502, nach seiner Landung im Jahre 1498 auf der südindischen Insel Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, dieses Gewürz schließlich nach Europa.

Bekannt ist der Echte Zimtbaum insbesondere durch das Gewürz Zimtrinde. Das Aroma des Zimtbaumes geht auf das in ihm enthaltene Zimtöl zurück, das zu 75 % aus Zimtaldehyd besteht. Die Zimtblätter werden als Ersatz für indische Lorbeerblätter verwendet. Die „Zimtblüten“ auch „Zimtnelken“ genannten, unreifen, sehr jungen und getrockneten ganzen Früchte werden auch als Gewürz verwendet; Fruchtbecher mit Blütenhülle und kleinen Früchten.

In Kultur werden die Baumexemplare gestutzt, so dass sich Zweige und Äste bilden, deren Rinde zur Zimtgewinnung genutzt werden können. Der Rindenbast dieser früher auch Cinnamomum aromaticum genannten Art riecht aromatisch, unter anderem durch Zimtaldehyd, er wird zwei- bis dreimal im Jahr geerntet.

Ersatzstoff In der Lebensmittelindustrie wird statt echtem Zimt häufig auch der in den Vereinigten Staaten und den Niederlanden oft verwendete indonesische Zimt Cinnamomum burmannii eingesetzt.Cinnamomum burmannii bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 24. Juli 2017. Aber auch Cinnamomum cassia (Cassiazimt) wird eingesetzt, welcher von der Zimtkassie, dem chinesischen Zimtbaum, stammt.Gerhard Eisenbrand, Peter Schreier: RÖMPP Lexikon Lebensmittelchemie. 2. Auflage, Thieme, 2006, ISBN 978-3-13-736602-7, S. 1315.

Problematisch ist der erhöhte Gehalt an dem potentiell kanzerogenen und hepatotoxischen Cumarin der anderen Zimtsorten gegenüber dem echten Zimt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher zum maßvollen Verzehr von „Cassia-Zimt“, eine Sammelbezeichnung für chinesischen Zimt (Cinnamomum cassia, Cassiazimt), indonesischen Zimt (Cinnamomum burmannii) und vietnamesischen Zimt (Cinnamomum loureiroi). Für die Lebensmittelzubereitung im Haushalt empfiehlt sich daher die Verwendung von echtem Zimt, oft als Ceylon-Zimt deklariert. Die Angaben auf den Produktverpackungen von Zimtpulvern sind aber nicht immer eindeutig. Bei Stangen ist der UnterschiedVergleich: Echter Zimt und Cassiazimt bei BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung. hingegen ersichtlich. Echter Zimt besteht aus mehreren, feinen Lagen, die zu einer geschlossenen Stange zusammengerollt sind und im Querschnitt einer Zigarre ähneln. Andere Zimtsorten bestehen meist nur aus einer einzelnen, dicken Rindenschicht, die sich an beiden Enden einrollt und daher keine geschlossene Stange ergibt.

Nutzung als Heilpflanze Als Heildroge wird die sogenannte Zimtrinde Cinnamomi cortex (oft auch Cinnamomum cortex genannt) verwendet. Es ist die von ein- bis zweijährigen Wurzelschösslingen oder Stockausschlägen geerntete, von der äußeren Schicht durch Abschaben befreite Rinde.Zimtrinde – Cinnamomi cortex auf medizinalpflanzen.de.

Weiterhin wird das Zimtöl, das ätherische Öl der Rinde, verwendet und das Zimtblätteröl, das ätherische Öl der Blätter.

Wirkstoffe: In der Rinde befinden sich bis zu 4 % ätherisches Öl mit Zimtaldehyd als Hauptkomponente (65–75 %), Eugenol (10 %), Zimtalkohol, Zimtsäure und weiteren Phenylpropanen, insektizid wirksame Diterpene, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren und Schleimstoffe. In den Blättern befindet sich ätherisches Öl mit reichlich Eugenol (ca. 80 %) und nur wenig Zimtaldehyd.

Anwendung: Viele frühere Indikationen für Zimt als Heildroge wurden inzwischen aufgegeben. Heute nutzt man noch die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung, die durch die Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion hervorgerufen wird. Entsprechend gibt man Zimt bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei Appetitlosigkeit und leichten krampfartigen Schmerzen u. a. im Zusammenhang mit der Menstruation. Die Droge allein wird als Teeaufguss kaum noch verwendet, zuweilen ist sie aber in Teemischungen enthalten, häufiger noch die Tinktur in kombinierten Magen-Darm-Mitteln. In erster Linie verwendet man Zimtrinde und das daraus gewonnene Zimtöl heute um den Geschmack von Medikamenten zu verbessern und Haustees zu aromatisieren. In Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung ist Zimt gelegentlich noch als Haut reizender Wirkstoff enthalten.

In therapeutischen Dosen darf die Droge nicht während der Schwangerschaft oder bei Magen- und Darmgeschwüren angewendet werden. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Perubalsam sollten auf Zimt ganz verzichten. Allergische Haut- und Schleimhautreaktionen sind durch den Gehalt an Zimtaldehyd relativ häufig.

Das Blattöl ist deutlich billiger als das Rindenöl und wird für Zahnpasten, Mundpflegemittel und weitere kosmetische Produkte sowie zur Herstellung von Eugenol verwendet. Der besonders in den Blättern enthaltene Zimtalkohol, auch als Styron bezeichnet, ist ein Allergen.K. Jason Dennis and Takayuki Shibamoto: Photochemical Products of trans-Cinnamic Alcohol: Possible Formation of Skin Irritants and Allergens. In: J. Toxicol. Cutan. Ocul. Toxicol. 9(2), 1990, S. 149–157, ().Heinrich Dickel: Implementierung eines relationalen Datenbanksystems in der Universitäts-Hautklinik Köln mit Auswertung einer bikontinentalen Multizenterstudie – BAER-Studie – zur Frage der Allergenhäufigkeit bei Kontaktallergien. Dissertation, TH Aachen, 1996, .

Trivialnamen Das Gewürz Zimt davon wurde früher auch Cinnamomum vulgare genannt.Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 139. Für den Ceylon-Zimt bestehen bzw. bestanden auch folgende weitere deutschsprachige Trivialnamen: Caneel, Canel, Cedemonie, Cedwezrinden, Ceylonzimt, Cimerinten, Cinamein, Cinamin, Cinamom, Cinamomen, Cinamon, Cinemein, Cinemen, Cinimen, Cymet-renen, Cynnamet, Cynmay, Cynneban, Czimarind, Czynamein, Czynamomey, Czynamyn, Zimain, Zimbet, Zimei, Zimin, Zimit, Zimitbluot (das feinste, mittelhochdeutsch), Zimmantrinde, Zinmend, Zimment, Zimmint, Zimmendboum, Zimmerrinde, Zimmerröre, Zimmerrörlein, Zimmt, Zimundrinde, Zinemin, Zymmat (bereits 1483 belegt), Zymet, Zymetrörly (mittelhochdeutsch). Cincimen, Cinciment, Cinment, Rindeken, Ryndeken, Synamin (althochdeutsch). Kanél (Norddeutschland), Kanell, Kneel (mittelniederdeutsch).Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 100 ().

Literatur