Bühle ist der nach Einwohnerzahl kleinste Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage Das Dorf liegt am Westrand des Naturparks Habichtswald im Langen Wald rund 9 km südöstlich der Arolser Kernstadt bzw. knapp 4,5 km westlich jener von Wolfhagen. Es befindet sich südsüdöstlich von Landau und östlich von Volkhardinghausen, beides Arolser Stadtteile. Durch die Ortschaft fließt der vom Jeppenteich im Südwesten kommende Dusebach. Etwa 4 km (Entfernungen je Luftlinie) südlich steht das zur Bühler Gemarkung gehörende Schloss Höhnscheid.
Westlich von Bühle verläuft die Landesstraße 3198, die in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 450 bei Landau (zu Arolsen) mit der Bundesstraße 251 bei Freienhagen (zu Waldeck) verbindet. Von der L 3198 führen durch Bühle und dann weiter nach Wolfhagen die ineinander übergehenden Kreisstraßen 10 und 106.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Bühle erfolgte unter dem Namen Bule im Jahr 1537 im Landregister des Grafen Philipp III. Das nahe Schloss Höhnscheid, in dem sich heute ein Tagungshotel befindet, wurde 1235 als Augustinerchorfrauenkloster genannt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bühle im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Arolsen eingemeindet. Für Bühle, wie für alle durch die Gebietsreform eingegliederten Gemeinden, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bühle angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Landau ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Diemel ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der TwisteTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Bad Arolsen ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Bad Arolsen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bühle 90 Einwohner. Darunter waren 3 (3,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 12 Einwohner unter 18 Jahren, 36 waren zwischen 18 und 49, 21 zwischen 50 und 64 und 21 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 39 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 12 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 21 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1541: 6 Häuser 1738: 19 Häuser 1770: 21 Häuser, 141 Einwohner
Religion Bühle gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Landau.
Historische Religionszugehörigkeit 1885: 126 evangelische (= 99,21 %), ein katholischer (= 0,79 %) Einwohner 1961: 131 evangelische (= 93,59 %), 9 katholische (= 6,43 %) Einwohner
Infrastruktur Bühle ist durch ein Anrufsammeltaxi an Bad Arolsen angebunden. Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus.
Literatur Robert Wetekam: Bühle in Waldeck und seine Familien 1639–1964. Frankfurt am Main 1965 (= Waldecksche Ortssippenbücher 10)
Weblinks Stadtteil Bühle. In: Internetauftritt der Stadt Bad Arolsen.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Bad Arolsen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung im 16. Jahrhundert