Die Salomonen [] (amtlicher Name in Deutschland und Österreich) bzw. SalomoninselnEDA: (amtlicher deutscher Name in der Schweiz, analog englisch Solomon Islands) sind ein Inselstaat in der Südsee. Die Salomonen sind mit rund 820.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Ozeaniens nach Australien, Neuseeland und Fidschi.

Die Inselgruppe zählt zum Kulturraum von Melanesien und liegt östlich von Neuguinea. Sie wird zum größten Teil aus den südlichen Salomon-Inseln sowie den Ontong-Java-Inseln und den weiter östlich liegenden Santa-Cruz-Inseln gebildet. Die nördlichen Salomon-Inseln gehören zum Staat Papua-Neuguinea. Zu den umliegenden Inselstaaten zählen neben Papua-Neuguinea außerdem Nauru, Kiribati, Tuvalu, Fidschi und Vanuatu.

Die Salomonen gehören seit 1978 nicht mehr zum Vereinigten Königreich, sind aber seitdem weiterhin Mitglied im Commonwealth of Nations und bilden ein Königreich mit Charles III. als Staatsoberhaupt. Zudem sind sie durch die frühere Kolonialzeit sehr stark mit dem Vereinigten Königreich verbunden, so basiert bspw. das politische System auf dem britischen Westminster-System und die Landessprache ist Englisch.

Landesname Der Name der Region leitet sich aus der Geschichte der Kolonisation durch europäische Mächte vom Namen des in der Bibel erwähnten König Salomons ab, gräzisiert als Salomon und im Englischen Solomon, Herrscher – im 10. Jahrhundert v. Chr. – des Königreichs Israel Sohn von König David.

Geographie Physische Geografie Die Salomonen umfassen eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, deren größte Inseln Guadalcanal (höchste Erhebung Mount Popomanaseu mit 2335 Metern), Santa Isabel, Makira, Malaita, New Georgia und Choiseul sind. Des Weiteren zählen schätzungsweise 992 kleinere Inseln und Atolle zum Staatsgebiet. Die Vegetation der Inseln ist geprägt von bewaldeten Hügellandschaften. 79 % der Landfläche der Salomonen sind bewaldet.Mark Honan: Solomon Islands, S. 29. Hawthorn 1988.

Das tropische Klima ist vom Ozean gemildert. Die Lufttemperaturen an den Küsten sind übers Jahr ziemlich konstant und variieren zwischen 28 und 32 °C. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 23 und 28 °C. Die Niederschläge bewegen sich im Jahr zwischen 3000 und 5000 mm, die Regenzeit liegt zwischen Dezember und März.

Im Weltrisikobericht 2021 liegen die Salomonen auf Rang 2 der Länder mit dem weltweit höchsten Katastrophenrisiko. Im Vergleich zu früheren Jahren (1975–1989) ist es im Zeitraum von 1990 bis 2004 zu einer Verdoppelung der Anzahl der Stürme der Kategorien 4 und 5 gekommen. Als Folge der globalen Erwärmung könnte es nach einigen Klimasimulationen zu einem häufigeren Auftreten der El-Niño-Wetterlagen kommen. Dies könnte zu einer Häufung von Dürresituationen und auch einer Erhöhung der Intensität tropischer Zyklone im Pazifik führen. Allerdings bestehen hierzu wissenschaftliche Unsicherheiten.World Bank Climate Change Knowledge Portal.

Humangeografie Die Salomonen gliedern sich in neun Provinzen und den Hauptstadtbezirk Honiara: (PDF; 949 kB). mini|hochkant=1.6|Karte der Provinzen

Provinz Hauptstadt Flächekm² Einwohner 1 Central Tulagi 615 27.915 2 Choiseul Taro 3.837 25.876 3 Guadalcanal Honiara 5.336 78.234 4 Isabel Buala 4.136 26.304 5 Makira und Ulawa Kirakira 3.188 40.395 6 Malaita Auki 4.225 160.013 7 Rennell und Bellona Tigoa 671 3.021 8 Temotu Lata 895 24.396 9 Western Gizo 5.475 81.238 A Hauptstadtbezirk Honiara 22 63.343 Salomonen Honiara 28.400 530.735

Die Provinzen und der Hauptstadtbezirk gliedern sich in insgesamt 183 wards.Statoids: Provinces of Solomon Islands. Innerhalb der wards der Provinzen gibt es die einzelnen Dörfer.

Bevölkerung Demografie Die Salomonen hatten 2024 etwa 819.000 Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,2 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 29,3 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 4,9 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 3,9, die der Region kleine Inselstaaten im Pazifik betrug 3,2. Die Lebenserwartung der Einwohner der Salomonen ab der Geburt lag 2022 bei 70,7 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 19,3 Jahren. Im Jahr 2023 waren 38,9 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 3,5 Prozent der Bevölkerung betrug.

+BevölkerungsentwicklungJahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl195089.7941990311.8401960117.8662000412.6091970160.2902010527.7901980230.6072020687.0002024819.198

Die indigene Bevölkerung der Salomonen besteht zu 94,5 % aus Melanesiern, 3,0 % aus Polynesiern und zu 1,2 % aus Mikronesiern. Andere Volksgruppen machen 1,1 % der Gesamtbevölkerung aus: Neben der indigenen Bevölkerung gibt es chinesische, indische, australische und europäische Zuwanderer. Die Hauptstadt Honiara auf Guadalcanal zählte 2017 84.520 Einwohner.The Island Sun, 10. August 2019, S. 11.

Religion mini|Fast alle Einwohner der Salomonen sind Christen: Kirche in Tanagai an der Nordküste von Guadalcanal

Vor der Christianisierung der Salomonen im 19. Jahrhundert war die Religion auf den Inseln geprägt von der Einhaltung bestimmter Tabus, von Ahnenverehrung sowie dem Glauben an Geister, die man durch bestimmte Rituale wie die Opferung von Schweinen gnädig zu stimmen versuchte.https://law.uq.edu.au/files/27318/UQChapter20Religion.pdf 32,8 % der Salomoner sind heute Anhänger der anglikanischen Kirche von Melanesien, 19,0 % sind Katholiken, 17,0 % gehören der Südsee-Evangelikalen Kirche an, 11,2 % sind Adventisten, 10,3 % Methodisten, 2,4 % sind Anhänger des Christian Fellowship und 4,4 % gehören anderen Kirchen an. 2,4 % der Bevölkerung sind Anhänger sonstiger Religionen und 0,2 % haben offiziell keine Religion.

Sprache Fast alle Bewohner der Salomonen sprechen als Muttersprache eine der etwa 120 autochthonen Sprachen, die vor allem zur ozeanischen Sprachgruppe, teilweise aber auch zu den östlichen Papuasprachen gehören: 94,5 % sprechen melanesische, 3,0 % polynesische und 1,2 % mikronesische Sprachen.

Als Verkehrssprache ist die auf dem Englischen basierende Kreolsprache Pijin verbreitet, vergleichbar mit Tok Pisin und Bislama der Nachbarländer Papua-Neuguinea und Vanuatu.

Die alleinige Amtssprache des Landes ist jedoch Englisch. Englisch wird von ein bis zwei Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen.

Bildung mini|Campus der University of the South Pacific in Honiara

Auf den Salomonen besteht keine allgemeine Schulpflicht, und jeglicher Schulbesuch ist kostenpflichtig, sodass viele Kinder nicht eingeschult werden.Mark Honan: Solomon Islands, S. 33. Hawthorn 1997. Die Salomonen betreiben zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific, deren USP Solomon Islands Campus sich in Honiara befindet.Website des USP Solomon Islands Campus. Abgerufen am 12. Mai 2014. Die Alphabetisierungsrate von über 18-Jährigen betrug 2015 insgesamt 84,1 % (Frauen: 79,2 %, Männer 88,9 %).

Gesundheit Die Gesundheitsausgaben des Staates betrugen 2021 4,8 % des Bruttoinlandsprodukts. Die Sterblichkeit bei unter 5-jährigen betrug 2022 18,3 pro 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung der Einwohner der Salomonen ab der Geburt lag 2022 bei 70,7 Jahren (Frauen: 72,4, Männer: 69,3). Die Lebenserwartung stieg von 67,2 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 5 %.

COVID-19-Pandemie: mini|links|400px|Bestätigte positiv getestete auf den Salomonen nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten TageswerteWHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard; oben rechts auf der Seite ist ein Link zum Download der Daten im CSV-Format

Geschichte Geschichte vor 2019 Wann die Inselgruppe der Salomonen, die vor etwa 25 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivitäten entstanden, erstmals besiedelt wurde, ist nicht bekannt. Man vermutet jedoch, dass Neuguinea vor etwa 60.000 Jahren von Indonesien aus, als während des Pleistozäns der Meeresspiegel erheblich tiefer lag als heute, von den Vorfahren der heutigen Melanesier besiedelt wurde und dass die Menschen von dort aus mit Kanus weiter nach Osten in den pazifischen Raum vordrangen. Vermutlich waren die Salomonen bereits von Neuguinea aus besiedelt worden, als vor rund 10.000 Jahren der Meeresspiegel am Ende der Eiszeit wieder anstieg.Mark Honan: Solomon Islands, S. 13. Hawthorn 1997. Ackerbau und Landwirtschaft entwickelten sich in Südostasien etwa in der Zeit um 7000–5000 v. Chr. Einiges spricht dafür, dass sich um 4000 v. Chr. Menschen auf den Salomonen niederließen, die Ackerbau und Schweinezucht sowie neue Techniken beim Bau von Kanus und Segelbooten einführten.Mark Honan: Solomon Islands, S. 14. Hawthorn 1997. Australische Archäologen ermittelten, dass die Poha-Höhle auf der Hauptinsel Guadalcanal bereits vor über 6000 Jahren bewohnt war. Auf der kleinen Insel Tikopia im äußersten Osten der Salomonen, deren Bevölkerung polynesischer Herkunft ist, fand man Reste von Keramik, die der Lapitakultur zuzurechnen sind und ein Alter von etwa 3500 Jahren aufweisen.Michael Brillat: Südsee, S. 36. München 2011. Die Polynesier, die in den ersten Jahrhunderten n. Chr. auf ihren Seefahrten zahlreiche Inseln des Pazifiks besiedelten, hatten nicht die Möglichkeit, sich auf den Salomonen niederzulassen, da die Inseln bereits von Melanesiern bevölkert waren. Nur auf einigen der Santa-Cruz-Inseln im äußersten Osten der Salomonen, die noch unbewohnt waren, ließen sich zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert Polynesier nieder.

Der Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra entdeckte die Inselgruppe für Europa 1568. Seine Expedition erforschte den südlichen Teil des Archipels und benannte die Inseln San Cristoval, Guadalcanal und Ysabel. Bei der Benennung der Inselgruppe in Salomonen ging der Seefahrer davon aus, das im Bibelbericht erwähnte Ophir gefunden zu haben, aus dem der König Salomo von Israel große Mengen an Gold für den Tempelbau in Jerusalem herbeigeschafft hatte. Mendañas Suche nach Gold blieb jedoch erfolglos und durch den Tod Mendañas gingen die Positionsdaten der Salomonen verloren. Philipp Carteret landete 1767 an der Ostküste von Gower Island im Norden, jedoch ohne festzustellen, dass die Insel zu der alten spanischen Entdeckung gehörte. Im folgenden Jahr erkundete Louis Antoine de Bougainville den nördlichen Bereich der Salomonen und benannte Bougainville, Buka und Choiseul. Zudem bereiste er den Seefahrtsweg zwischen den Inseln. Der Franzose Jean François Marie de Surville war der erste Europäer, der eine längere Zeit auf der Inselgruppe verbrachte. Surville gab einigen Inseln den französischen Namen, den sie noch tragen. Zurückgekehrt nach Frankreich, berichtete er von seinem Aufenthalt im „Land der Mörder“ (Terre des Arsacides). 1788 ging der Brite John Shortland an der Ostküste einer Archipelinsel vor Anker. Da er annahm, eine größere Landmasse entdeckt zu haben, benannte er die Insel New Georgia.

mini|Salomonische Krieger um 1895 mini|hochkant=1.6|Die Salomonen unter teilweise deutscher Kolonialverwaltung (1894/1896)

Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten die ersten europäischen Händler und Missionare ein. Das Deutsche Reich übernahm 1886 den Nordteil der Inselgruppe mit den relativ großen Inseln Choiseul und Santa Isabel sowie die Insel Bougainville, die heute zu Papua-Neuguinea gehört, als Deutsches Schutzgebiet (Deutsch-Neuguinea). Das deutsche Wort „Haus“ dient noch in Papua-Neuguinea und auf den Salomonen zur Bezeichnung eines wichtigen Gebäudes, wobei die deutsche und nicht die englische Schreibweise „house“ verwendet wird. Die Verwendung der deutschen Schreibweise erklärt sich durch die Tatsache, dass während der deutschen Kolonialzeit (in Papua-Neuguinea bis 1918) einige deutsche Begriffe als Lehnwörter in die Sprachen Melanesiens Eingang fanden. Auch einige Restaurants und öffentliche Gebäude in Honiara verwenden in ihrem Namen die deutsche Schreibweise „Haus“.