Die Metro Santo Domingo ist das U-Bahn-System von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Die Einweihung der ersten Linie und Inbetriebnahme der Metro im regulären Betrieb erfolgte am 29. Januar 2009. Das Netz umfasst seit Februar 2026 zwei Linien mit 39 Haltestellen und 38 Kilometer Streckenlänge. Streckenverlängerungen sind im Bau.
Geschichte und Bau Der Bau einer U-Bahn für Santo Domingo ist Teil des nationalen Raumordnungsplans, um die Verkehrssituation in der Hauptstadt, wie auch für den Rest des Landes zu verbessern. Das Projekt einer Metro wurde vom brasilianischen Präsidenten Lula da Silva vorgeschlagen, doch erst während der Amtszeit des dominikanischen Präsidenten Leonel Fernández stimmte dieser dem Bau und der Unterstützung durch Brasilien zu. Die gesamten Investition sollten 25 Milliarden Dominikanische Pesos, umgerechnet rund 735 Millionen Dollar bzw. 430 Millionen Euro betragen. (spanisch) Mit dem ersten Teilabschnitt sollte eine deutliche Verkehrsentlastung der staugeplagten Straßen Avenida Hermanas Mirabal und Avenida Máximo Gómez erreicht werden.
Das Projekt war umstritten. Zwar gab es damals ein stabiles Wirtschaftswachstum, dennoch fehlten viele grundsätzliche Versorgungsmöglichkeiten.USAID: Dominican Republic, Sec: The Development Challenge Dazu kamen die fehlenden Bodenschätze und die unzureichende Infrastruktur, zum anderen die mangelhafte Versorgungslage für Strom, Trinkwasser, Abwasser, Gesundheit und öffentliches Bildungswesen. Hinzu kam eine hohe Landflucht. Kaelis Bautista – Clave Digital August 2007. Spanish Die Opposition argumentierte, dass die finanziellen Mittel für den Bau der U-Bahn von den Budgets des Bildungsministeriums, der öffentlichen Gesundheitsversorgung etc. genommen wurden und diese Einrichtungen während des Baus der Metro nur unzureichend betrieben werden können.Metro de Santo Domingo in der spanischsprachigen Wikipedia. Geólogo Osiris de León denuncia violación de normas en la construcción del metro Redacción de Clave Digital – Clave Digital August 2007.
mini|links|Tunnelbaustelle der Linie 1 (Januar 2004) Präsident Fernández legte im Jahr 2005 den Grundstein für den Bau der ersten Metrolinie in der Dominikanischen Republik und der zweiten in der Karibik nach dem Tren Urbano in San Juan auf Puerto Rico. Mit der 2009 fertig gestellte ersten Linie ergänzt die Metro seither das bereits existierende Nahverkehrssystem von Santo Domingo, das Bussystem Oficina Metropolitana de Servicios de Autobuses (OMSA). Am 1. April 2013 wurde dann der erste Abschnitt der Linie 2 von María Montez nach Eduardo Brito eingeweiht.
Zum zehnjährigen Bestehen der Metro Santo Domingo hat der neue Chef der Betriebergesellschaft Oficina para el Reordenamiento del Transporte (OPRET, auf deutsch Amt für die Reorganisation der Transporte), Manuel Saleta, im Januar 2019 insgesamt 30 Maßnahmen zur Verbesserung des Systemes angekündigt. Darunter die Verlängerung aller 60-Meter-Bahnsteige auf die doppelte Länge, um zukünftig die Transportkapazität durch Züge in Doppeltraktion massiv zu erhöhen. Nachdem die Bauarbeiten zur Verlängerung der Bahnsteige der fünf Hochbahnstationen der Linie 1 in Villa Mella auf 120 Meter, der Ausbau der Verbindungskurve zwischen beiden Linien nahe der Station Juan Pablo Duarte, die Anpassung der Signaltechnik durch Siemens sowie der Neubau eines Unterwerkes in Paraíso im Februar 2025 abgeschlossen waren, soll ab Juli 2025 der Betrieb schrittweise auf Langzüge aus zwei Einheiten umgestellt werden. Damit sollen die Probleme durch die chronische Überlastung der U-Bahn behoben werden.
Strecken Die beiden aktuellen Strecken sind Durchmesserlinien, die das Stadtgebiet in Nord-Süd-Richtung (Linie 1) sowie West-Ost-Richtung (Linie 2) erschließen.
Chronik Eröffnungsdatum Linie Streckenabschnitt Länge Stationen29. Januar 2009Linie 1Mamá Tingó – Centro de los Héroes14,5 km161. April 2013Linie 2María Montez – Eduardo Brito12,9 km138. August 2018Linie 2Eduardo Brito – Concepción Bona3,6 km424. Februar 2026Linie 2María Montez – Pablo Adón Guzmán7,3 km5im Bau,vorauss. 2027Linie 1Mamá Tingó – San Felipe2,3 km2
Linie 1 mini|Typische Hochbahnstation: Mamá Tingó nach der Bahnsteigverlängerung (2021) mini|Typische Eingänge einer Untergrundstation: Amín Abel (2021) Die blaue Linie 1 besteht derzeit aus 16 Stationen (5 aufgeständert, 1 ebenerdig und 10 im Tunnel) mit einer Gesamtlänge von 14,5 km. Sie beginnt im Norden in der Stadt Villa Mella an der Station Mamá Tingó direkt am Stadtrand von Santo Domingo, verläuft südwärts entlang der Avenida Hermanas Mirabal, überquert den Río Isabela, führt weiter entlang der Avenida Máximo Gómez nach Süden, wendet sich nach der Station Joaquín Balager nach Südwesten, folgt der Avenida Dr. Bernardo Correa y Cidrón und endet nach einem Knick Richtung Süden in La Feria an der Station Centro de los Héroes. Am 22. Dezember 2008 wurde die Strecke für die kostenlose Nutzung während der Weihnachtsferien frei gegeben und am 6. Januar dann geschlossen, um Restarbeiten zu erledigen, der kommerzielle Betrieb konnte am 29. Januar 2009 aufgenommen werden. Das tägliche Fahrgastaufkommen wird auf 200.000 Personen geschätzt.
Am 23. September 2007 verkündete Präsident Leonel Fernández, dass die Stationen nicht nach den anliegenden Straßen, sondern nach historischen Persönlichkeiten der Dominikanischen Republik benannt werden. Kurz vor den abschließenden Testfahrten wurden am 25. Februar 2008 von Diandino Peña, OPRET-Direktor, die offiziellen Bezeichnungen bekannt gegeben.NOMBRES POLÍTICOS ESTACIONES - Ministro de Madrid dice el Metro de Santo Domingo está a nivel del que funciona en España (vom 25. Februar 2008) Im Einzelnen sind dies:
aufgeständert: Mamá Tingó, an der Kreuzung von Av. Hermanas Mirabal und Av. Charles de Gaulle (in Villa Mella) Gregorio Urbano Gilbert, ehemals La Paz, an der Av. Hermanas Mirabal (in Sol de Luz) Gregorio Luperón, ehemals Los Cerros, an der Av. Hermanas Mirabal (in Buena Vista II) José Francisco Peña Gómez, ehemals Los Guaricanos, an der Av. Hermanas Mirabal Hermanas Mirabal, ehemals Parque Mirador Norte, an der Av. Hermanas Mirabal ebenerdig: Máximo Gómez, ehemals Isabela, neben dieser Station sind die zentrale Leitstelle und das Depot zu finden
im Tunnel: Los Taínos, ehemals Villas Agrícolas, Kreuzung der Av. Nicolas de Ovandoan mit der Av. Máximo Gómez Pedro Livio Cedeño, ehemals Cementerio Nacional (Nationalfriedhof), an der Av. Máximo Gómez Peña Batlle, ehemals Peña Batlle, an der Av. Máximo Gómez Juan Pablo Duarte, Kreuzung der Av. John F. Kennedy mit der Av. Máximo Gómez (Umsteigemöglichkeit zur Linie 2) Prof. Juan Bosch, Kreuzung Av. 27 de Febrero mit der Av. Máximo Gómez (geplante Umsteigemöglichkeit zur Linie 3) Casandra Damirón, ehemals Teatro Nacional (Nationaltheater), an der Av. Máximo Gómez Joaquín Balaguer, ehemals (Bildungsministerium), Nähe Av. Máximo Gómez Amín Abel, an der Av. Correa y Cidron an der Universidad Autónoma de Santo Domingo (UASD) Francisco Alberto Caamaño, Kreuzung der Av. Correa y Cidron mit der Av. Abraham Lincoln Centro de los Héroes, Kreuzung der Av. Comandante Moya mit der Av. Independencia (La Feria)
Die Haltestelle Teatro Nacional (offiziell Casandra Damirón) hat ein großes Zwischengeschoss, in dem Stücke der dominikanischen Kultur und moderne Kunst ausgestellt werden. In der Station Centro De los Heroes gibt es im Zwischengeschoss den Sala Memorial Héroes de Constanza, Maimón y Estero Hondo (Heldengedenkhalle von Constanza, Maimón und Estero Hondo) zu Ehren Hunderter junger Menschen, die am 14. Juni 1959 versuchten, die Diktatur des Rafael Leónidas Trujillo Molina zu stürzen.
Im September 2021 verkündete OPRET unter der Projektbezeichnung Línea 1B die Verlängerung der Linie 1 nach Norden um 2,3 Kilometer mit zwei Stationen nach Punta, einer P+R-Anlage sowie einem Zugdepot mit 14 Gleisen. Die Bauarbeiten sollten Ende 2022 beginnen und spätestens Anfang 2024 abgeschlossen sein. Allerdings erfolgte erst im August 2023 die Veröffentlichung der Ausschreibung im Umfang von 460 Millionen Pesos (rund 170 Millionen Euro). Den Zuschlag erhielt für 391 Millionen Pesos (rund 145 Millionen Euro) am 23. November des Jahres das dominikanische Konsortium ICAT-L1B. Der erste Spatenstich erfolgte durch Präsident Luis Abinader am 6. März 2024, die Bauzeit wurde dabei mit 36 Monaten angegeben. Im Oktober 2024 wurden die Baukosten nach Feinplanungen bereits auf 435 Millionen Pesos (rund 161 Millionen Euro) beziffert, das Zugdepot ist nurmehr mit sieben Gleisen vorgesehen. zentriert|600x600px
Linie 2 mini|Ein Zug der Linie 2 auf der Francisco-del-Rosario-Sánchez-Brücke auf dem Weg zur Station Ercilia Pepín (2018) Die rote Linie 2 verläuft als zweite Durchmesserlinie rechtwinklig zur Linie 1 von West nach Ost und im zentralen Abschnitt unter der Avenida John F. Kennedy. Sie beginnt an der Haltestelle Pablo Adón Guzmán im nordwestlichen Vorort Los Alcarrizos mit Anschluss an die Teleférico Línea T2, führt über die Stationen María Montez im Stadtteil Villa Marina und der Umsteigestation zur Linie 1 Juan Pablo Duarte am Estadio Olímpico Félix Sánchez nach Concepción Bona in Santo Domingo Este. Die überwiegend unterirdisch verlaufende Strecke ist aktuell 23,8 Kilometer lang und hat 22 Stationen.
Die nötigen Bodenuntersuchungen für die zweite Linie begannen nach den ersten Testfahrten der Linie 1 im Februar 2008. Nach rund fünf Jahren Bauzeit wurde auf dem Abschnitt María Montez–Eduardo Brito mit einer Länge von 12,9 Kilometern und insgesamt 14 Stationen am 1. April 2013 der Betrieb als erstes aufgenommen. Eine Verlängerung um vier Stationen und 3,6 Kilometer östlich des Río Ozama folgte am 8. August 2018, sie wird auch als Línea 2B bezeichnet. Dabei wird der Fluss oberirdisch auf einer zweihüftigen Schrägseilbrücke überquert. Im Jahr 2022 begannen Bauarbeiten für eine westliche Verlängerung der Linie von María Montez über 7,3 Kilometer und fünf Stationen bis Pablo Adón Guzmán mit dortigem Anschluss an die Seilbahnlinie T2 nach Los Americanos. Nach weiteren rund 800 Metern im Tunnel ist die weitere Strecke der sog. Línea 2C hier nunmehr als Hochbahn ausgeführt und wird in Seitenlage der stadtwärtigen Fahrbahn der Autopista Duarte geführt. Die Eröffnung war für Ende 2025 vorgesehen und erfolgte schließlich am 24. Februar 2026. zentriert|600x600px
Planungen Im Masterplan für Verkehrsmanagement in Santo Domingo (Plan Maestro para el Ordenamiento del Transporte en Santo Domingo) wurde 2008 der Bau von insgesamt sechs Linien über einen Zeitraum von 20 Jahren mit einem Streckennetz von zusammen 60 Kilometern vorgesehen. Folgende Linien waren im Einzelnen geplant: Linie 3 sollte im Stadtzentrum vom Hauptgeschäftsviertel unter der Avenida 27 de Febrero verlaufen und in Santo Domingo Este enden. Linie 4 sollte von Nord nach Süd unter der Avenida Gregorio Luperon von La Plaza de la Bandera nach Kilometer 9 der Autopista Duarte verlaufen und die Linie 2 und 3 im Westen der Stadt verbinden. Linie 5 sollte von Nord nach Süd unter der Avenida San Vicente de Paul von der Las Americas Autobahnkreuzung zur Carretera Mella verlaufen. Linie 6 sollte von der Linie 2 an der Avenida San Martin abzweigen und in der Zona Colonial enden.
Die Linien 5 und 6 wurden zwischenzeitlich ersatzlos gestrichen.
Linie 3 Aktuell (Stand Anfang 2025) wird die dritte Linie als Stadtbahn Tren Metropolitana mit zwei Bauabschnitten geplant. Zuerst soll die Strecke von der Umsteigestation Juan Pablo Duarte der Linien 1 und 2 unter der Avenida Kennedy bis zur Avenida de Gaulle verlaufen und von dort oberirdisch bis zum internationalen Flughafen Las Américas führen. Eine Ausschreibung hierfür erfolgte mit einer Einreichungsfrist bis zum 16. September 2024. FITRAM verkündete Anfang November des Jahres die Aufgabe der Ausschreibung, stattdessen soll die Stadtbahn nunmehr als ÖPP-Projekt oder Konzessionsprojekt neu gedacht werden.