Josef Wirsching (* 22. März 1903 in München; † 11. Juni 1967 in Bombay) war ein deutscher Kameramann, der von 1934 bis zu seinem Tod beim Hindi-Film arbeitete.
Leben Wirsching kam 1923 als Assistenzkameramann zur Münchener Filmgesellschaft Emelka und filmte für diese 1925 die deutsch-indische Koproduktion Die Leuchte Asiens. Bis in die frühen 1930er Jahre war er bei Emelka beschäftigt und arbeitete häufig gemeinsam mit dem Kameramann Franz Koch. Seine wohl einzige Regiearbeit war 1933 der Film Im Lande des silbernen Löwen. 1934 ging Wirsching mit dem Emelka-Regisseur Franz Osten nach Bombay, um dort für den Produzenten Himansu Rai zu arbeiten. Für dessen neu gegründete Tonfilmgesellschaft Bombay Talkies schufen sie Filme, deren technische Qualität über dem indischen Durchschnitt lag, und beeinflussten mit ihren Arbeiten indische Filmschaffende wie den Regisseur und Schauspieler Charu Roy. Jawani Ki Hawa (1935) war die erste Veröffentlichung der Gesellschaft. Insbesondere die Beleuchtung bei Wirschings Filmaufnahmen setzte neue Maßstäbe im indischen Film bis in die 1950er Jahre.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden Wirsching und Osten von den Briten in Bombay verhaftet und in Indien interniert und sie erhielten Arbeitsverbot. Anders als Osten setzte Wirsching seine Arbeit nach seiner Entlassung 1947 in Indien bei Bombay Talkies nach dem Krieg fort. Er drehte 1949 mit Mahal den ersten indischen Gruselfilm. Wirschings Tiefenschärfeaufnahmen hier gelten als die besten seiner Karriere. In den 1950er Jahren war er als Dokumentar- und Werbefilmer in Indien beschäftigt. Für den Regisseur von Mahal, Kamal Amrohi, stand Wirsching auch in den 1960ern während der langen Drehzeit von Pakeezah wieder hinter der Kamera. Während der Produktion von Pakeezah starb Wirsching. Seine Arbeit wurde von R. D. Mathur vollendet.
Filmografie 1925: Die Leuchte Asiens (Prem Sanyas) 1926: Unsere Emden 1926: Die kleine Inge und ihre drei Väter 1927: Mein Heidelberg, ich kann Dich nicht vergessen 1928: Travelogue of overland trip from Munich to Benares 1928: Travelogue of overland trip from Calcutta to Rangoon 1929: Waterloo 1929: Spuren im Schnee 1932: Kreuzer Emden 1933: Das verliebte Hotel 1933: Im Lande des silbernen Löwen 1934: Stoßtrupp 1917 1935: Jawani Ki Hawa 1936: Achhut Kanya 1936: Janmabhoomi 1936: Jeevan Naiya 1936: Miya Bibi (Always Tell Your Wife) 1937: Izzat 1937: Prem Kahani 1937: Jeevan Prabhat 1937: Savitri 1938. Nirmala 1938: Vacchan 1938: Mamata 1939: Navjeevan 1939: Durga 1939: Kangan 1948: Ziddi 1949: Mahal 1950: Sangram 1952: Maa 1953: Shamsheer 1954: Baad-Baan 1960: Dil Apna Aur Preet Parai 1971: Pakeezah
Dokumentarfilme der 1950er Jahre Schwarzweißfilm Young Farmers Club River Valley Projects, (Documentary on the Bakra Nangal Dam) Fishing for Food Malaria Control One Thousand hands How to grow more Paddy pest control Education for Life First Furrow The Mould Board Plough Practical seed drills The Row cultivator Time is Money Improved Seed Our Indian Earth Care of the Eyes Kora Kendra How to have a healthy home(Northern region) How to have a healthy home(Southern region) How to have a healthy home(Eastern region) Village Black Smith-ing Village Carpentry Black Smith-ing in small towns Rehabilitation in Polio Mellitus (16 mm) Farbfilm Fertilizer Applications Fertilizer for Abundance Life of the soil The story of Trombay, (A Documentary on the TATA Thermal power project in Trombay)
Einzelnachweise Ashish Rajadhyaksha, Paul Willemen: Encyclopaedia of Indian Cinema, S. 314
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