Mühlhausen ist einer von insgesamt sieben Ortsteilen der Gemeinde Twistetal im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3297.
Geschichte mini|hochkant|St. Georgskirche mini|hochkant|St. Georgskirche (Turm) Ortsgeschichte Im Jahr 860 wurde der Ort als Mulinghusen in Corveyischem Besitz erwähnt. 1731 gab es einen Eisenhammer und ein Hüttenwerk - Noch heute trägt diese Region die Bezeichnung „Mühlhäuser Hammer“. Auf dem „Mörderkopf“ rund vier Kilometer vom Ort entfernt finden sich Reste eines ringförmigen Wallgrabens und Fundamentreste einer hochmittelalterlichen Burganlage, die vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet wurde.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Mühlhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit fünf weiteren Gemeinden freiwillig zur neuen Großgemeinde Twistetal. Der Verwaltungssitz befindet sich in Twiste. Heute ist in einem ehemaligen Gutshaus die Gemeindeverwaltung der Gemeinde Twistetal untergebracht. Für alle im Zuge der Gebietsreform nach Twistetal eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Mühlhausen angehört(e):
1537 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Mengeringhausen 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Twiste ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des EisenbergsTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde Twistetal ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Twistetal
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mühlhausen 624 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 126 Einwohner unter 18 Jahren, 264 waren zwischen 18 und 49, 99 zwischen 50 und 64 und 135 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 249 Haushalten. Davon waren 60 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 96 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 150 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon • 1541: 35 Häuser • 1620: 47 Häuser • 1650: 23 Häuser • 1738: 57 Häuser • 1770: 82 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 534 evangelische (= 99,44 %), 3 katholische (= 0,56 %) Einwohner • 1961: 629 evangelische (= 95,02 %), 26 katholische (= 3,93 %) Einwohner
Kirche Die Mühlhauser Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist dem Heiligen St. Georg geweiht. Durch eine Schenkung wurde sie Eigentum des Klosters Boke, das 1104 nach Flechtdorf verlegt wurde und damit zum Kloster Flechtdorf wurde. Sie befindet sich mitten im Dorf auf einem geringfügig erhöhten ehemaligen Kirchhof (Friedhof). Die Bauform hat große Ähnlichkeit mit der Kirche von Berndorf. Ursprünglich war sie eine romanische gewölbte Pfeilerbasilika mit quadratischem Chor und Westturm. Die Seitenschiffe wurden 1787 abgebrochen. Der vermutlich wesentlich ältere Turm bekam etwa zur gleichen Zeit einen verschieferten Fachwerkaufsatz und einen achtseitigen Spitzhelm mit vier Giebelchen.
Die ehemaligen Arkaden im Schiff wurden zum Mittelschiff vermauert, dies ist außen am Mauerwerk noch gut zu erkennen. Die westliche Arkade an der Nordseite dient als Eingang. Im Jahr 1844 wurde ein Windfang aus Fachwerk angebaut. Die Rundbogenfenster im Schiff und im Chor wurden in der Barockzeit erweitert.
2010 wurde eine Sanierung der St. Georg-Kirche abgeschlossen.
Regelmäßige Veranstaltungen Alle sieben Jahre findet ein Freischießen statt.
Persönlichkeiten Christian Winterberg (1767–1827), Bürgermeister und Politiker Johannes Friedrich Emde (1806–1882), Landtagsabgeordneter in Waldeck, von 1854 bis 1872 Bürgermeister von Mühlhausen Eduard Emde (1841–1929), Landtagsabgeordneter in Waldeck, von 1878 bis 1888 Bürgermeister von Mühlhausen
Literatur Kirchen im Kirchenkreis der Twiste Misschalk/Kulik: Land an der Eder und Diemel, Korbach 1983, ISBN 3-87077-041-4
Weblinks Ortsteil Mühlhausen. In: Internetauftritt der Gemeinde Twistetal.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Twistetal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 860