Kemal Reis (auch: Kemal Re’is) (* 1451 in Gallipoli, Osmanisches Reich; † 1511Peter Mesenburg: Kartometrische Untersuchung und Rekonstruktion der Weltkarte des Piri Re’is (1513). In: Cartographica Helvetica, 24, 2001, S. 3) war ein osmanischer Korsar, Admiral und Kartograph. Er war der Onkel von Piri Reis.
Leben Kemal Reis erbeutete 1501 im Krieg gegen die Republik Venedig bei der Seeschlacht von Valencia eine Seekarte der „westlichen Region“, die angeblich von Kolumbus erstellt wurde. Mehrere Autoren nehmen an, dass die Karte durch einen gefangen genommenen Seemann in den Besitz von Kemal Reis kam. Strittig ist allerdings die Frage, ob die Aussage des gefangenen Seemannes, dass Kolumbus der Kartograph war, richtig ist.
Sein Neffe Piri Reis soll kartografische Informationen aus dieser Karte in die bekannte Karte des Piri Reis eingearbeitet haben. Kemal Reis starb mit einer Flotte von 27 Schiffen bei einem Sturm im Mittelmeer.
Literatur Hans-Albrecht von Burski: Kemal Re’is. Ein Beitrag zur Geschichte der türkischen Flotte. Bonn 1928. Johann Heinrich Mordtmann: Zur Lebensgeschichte von Kemal Re’is. In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen, Zweite Abteilung: Westasiatische Studien (Berlin) 32, 1929, S. 39–49. 231–232. Hans Joachim Kißling: Zur Tätigkeit des Kemal-Re'is im Westmittelmeer. In: Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes. 62. Bd., Festschrift Herbert Jansky zum 70. Geburtstag gewidmet von seinen Freunden und Schülern (1969), S. 153–171. Hans Joachim Kißling: Kemal Reis. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 2. München 1976, S. 395 f.
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