mini|Blick auf Elleringhausen Elleringhausen ist der nach Einwohnerzahl kleinste von insgesamt sieben Ortsteilen der Gemeinde Twistetal im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographische Lage Der stark von landwirtschaftlichen Betrieben geprägte Ort liegt im Tal des Twiste-Zuflusses Wilde etwa 6 km südlich von Bad Arolsen. Nachbarorte sind Nieder-Waroldern im Süden, Volkhardinghausen im Osten, Twiste im Nordwesten und Braunsen im Nordosten.
Geschichte Ortsgeschichte Der Ort wird als „Eilhardinghusen“ erstmals 1126 als Besitz des Klosters Corvey genannt. In den Jahren 1431 bis 1480 findet sich eine Erwähnung als selbstständiger Freistuhl („die königliche Dingestaid“) „Unter dem Hagedorn“. Vermutlich handelt es sich hier um die heute verschwundene Ellenburg, die 1537 noch existiert haben soll und deren Reste angeblich noch im 19. Jahrhundert sichtbar waren. Um 1417 wird eine weitere Burg, die zwischen Elleringhausen und Braunsen gelegene Burg zu Austerckhausen („Ein befestigtes Steinhaus“), erwähnt. Als Besitzer der Burg taucht später das Adelsgeschlecht von Dalwigk auf. Diese heute ebenfalls verschwundene Burg muss schon vor 1505 zerstört oder abgebrochen worden sein.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Elleringhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit fünf weiteren Gemeinden freiwillig zur neuen Großgemeinde Twistetal. Der Verwaltungssitz befindet sich in Twiste. Heute ist in einem ehemaligen Gutshaus die Gemeindeverwaltung der Gemeinde Twistetal untergebracht. Für alle im Zuge der Gebietsreform nach Twistetal eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Elleringhausen angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Landau ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Landau ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Twiste ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der TwisteTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde Twistetal ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Twistetal
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elleringhausen 168 Einwohner. Darunter waren 3 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 60 zwischen 18 und 49, 42 zwischen 50 und 64 und 36 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 66 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 24 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 39 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1541: 19 Häuser • 1738: 35 Wohnhäuser • 1770: 42 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 252 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 259 evangelische (= 94,87 %), 14 katholische (= 5,13 %) Einwohner
Kirche mini|Kirche Elleringhausen (2021)
Elleringhausen war 1525 (zur Reformationszeit) mit Braunsen zu einer Pfarrei vereinigt, war dann vorübergehend von 1581 bis 1585 bei Ober-Waroldern eingepfarrt und danach mit Wetterburg verbunden. Seit 1706 gehört Elleringhausen endgültig zum Kirchspiel Ober-Waroldern.
Sie wird 1408 erstmals urkundlich erwähnt (damals noch „Kapelle“ genannt). Das Mauerwerk stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert. Das Schiff ist rechteckig mit einem quadratischen romanischen Ostchor. Die schräg anlaufenden Stützpfeiler sind späteren Datums. Das Fachwerk ist im 17. Jahrhundert aufgesetzt worden, der Turm wurde im Zuge einer umfassenden Baumaßnahme 1926 neu errichtet. Im Altarraum links befindet sich ein Sakramentshäuschen mit gotischer Umrahmung und einer schmiedeeisernen Tür (vermutlich 14. Jahrhundert).
Persönlichkeiten Johann Heinrich Reddehase (1796–1871), Politiker Heinrich Welle (1854–1927), deutscher Landwirt und Politiker (DNVP)
Literatur
Weblinks Ortsteil Elleringhausen In: Internetauftritt der Gemeinde Twistetal.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Twistetal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1126